Helmut Bernhard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Helmut Bernhard (* 1948 in Neustadt an der Weinstraße) ist ein deutscher Provinzialrömischer Archäologe. Als langjähriger Bodendenkmalpfleger und Leiter der Außenstelle Speyer der Direktion Landesarchäologie (Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz) widmet er sich besonders der frühen Geschichte der Pfalz.

Ausbildung und Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helmut Bernhard besaß bereits als Schüler ein großes Interesse für Archäologie seiner Heimat. Nach einer kaufmännischen Lehre und Anstellung studierte er zunächst an der Universität Mainz Vor- und Frühgeschichte, Alte Geschichte, Ägyptologie und Anthropologie, dann an der Universität München, wo er 1976 bei Günter Ulbert mit dem Thema Die römischen Grabfunde aus Rheinzabern (ungedruckt) promoviert wurde. Im Februar 1977 kam er an das damalige Staatliche Amt für Frühgeschichte in Speyer. Der Tätigkeit als Bodendenkmalpfleger blieb er bis in die Gegenwart treu. Seit 2000 war er Leiter dieser Außenstelle, seit 2013 ist er im Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Ulrich Himmelmann.[1]

Seit Mitte der 1990er Jahre übernahm er Lehraufträge an der Universität Mannheim zur provinzialrömischen Archäologie sowie Vor- und Frühgeschichte. 1999 wurde er zum Honorarprofessor ernannt. Er betreute zahlreiche Abschlussarbeiten, mit der Universität Heidelberg führte er mehrjährige Lehrgrabungen im Vicus Eisenberg durch.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Bodendenkmalpfleger und Amtsleiter in Speyer war Bernhard an zahlreichen Ausgrabungsprojekten der Pfalz beteiligt und hat dazu regelmäßig und zahlreich publiziert. Im Kern gilt sein Interesse der römischen Epoche, wobei besonders die Grabungen in den „Industrieorten“ Eisenberg und Rheinzabern (Tabernae) hervorzuheben sind. Zahlreiche Publikationen legte Bernhard auch zu den großflächig ergrabenen villae rusticae in der Pfalz („Weilberg“ bei Bad Dürkheim-Ungstein und Wachenheim) vor.

Durch persönliches Engagement förderte er Ausgrabungen an bedeutenden mittelalterlichen Fundstellen der Pfalz, hier besonders Burgen im Pfälzer Wald wie das Schlössel bei Klingenmünster oder die Burg Anebos. Im Rahmen des DFG-Sonderforschungsbereichs „Fürstensitze der Hallstatt- und frühen Latènezeit“ forschte er zu keltischen Herrschaftssitzen um Bad Dürkheim.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Römische Gläser in Worms. Sonderausstellung zum 100-jährigen Jubiläum des Altertumsvereins Worms e. V., Museum der Stadt Worms (Andreasstift), 18. August – 31. Oktober 1979. Herausgegeben vom Altertumsverein Worms e. V., Worms 1979.
  • mit Franz Staab: Speyer. Geschichte der Stadt Speyer. Band 1. Kohlhammer, Stuttgart 1982.
  • Der römische Schatzfund von Hagenbach. Herausgegeben vom Rheinischen Landesmuseum Trier in Verbindung mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Mainz 1990, ISBN 3-88467-026-3.
  • Der Runde Berg bei Urach. Theiss, Stuttgart 1991, ISBN 3-8062-0887-5 (Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg 14).
  • zusammen mit Gertrud Lenz-Bernhard: Der römische Vicus von Eisenberg. Ein Zentrum der Eisengewinnung in der Nordpfalz. Herausgegeben von der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Direktion Archäologie, Außenstelle Speyer 2007, ISBN 3-936113-02-5 (Archäologische Denkmäler in der Pfalz 1).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neuer Außenstellenleiter der Landesarchäologie Speyer, Meldung der Landesarchäologie Außenstelle Speyer vom 1. Januar 2014.