Helmut Erlinghagen

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Helmut Erlinghagen (* 9. Oktober 1915 in Hagen; † 1994[1]) war ein deutscher Augenzeuge des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6. August 1945.

Helmut Erlinghagen gehörte seit 1935 dem Jesuitenorden an und übersiedelte 1937 nach Japan. 1945 erhielt er dort die Priesterweihe und hielt sich von August bis Oktober 1945 in Hiroshima auf. Er erlebte dort als einer der wenigen Europäer den Abwurf der Atombombe auf die Stadt, als dessen Spätfolge er 1978 schwer lungenkrank wurde. Nach einem Philosophiestudium in den USA zog er erneut nach Japan und lehrte dort Ethik an der Sophia-Universität von Tokio. Im Jahr 1971 kehrte er in seine Heimat Deutschland zurück und hatte bis zu seinem Tod 1994 einen Lehrauftrag an der Universität Mainz.

Eines der wichtigen Anliegen seines ethischen Schaffens war es, den Einsatz der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki als Verbrechen zu verurteilen und den Sinn des Lebens im Atomzeitalter darin zu sehen, sich für alle lebenden Werte verantwortlich zu fühlen und in soziale Verantwortlichkeiten einbezogen zu werden.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Japan – Ein deutscher Japaner über die Japaner (1974)
  • Japan – Eine Landeskunde (1979)
  • Hiroshima und wir – Augenzeugenberichte und Perspektiven (1982)
  • Selbstmord und Lebenssinn im Atomzeitalter (1994)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut aktivepolitik.de 1994; die Normdaten der Nationalbibliotheken nennen 1987 als Todesjahr