Helmut Matheis

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Helmut Matheis (* 21. November 1917 in Speyer) ist ein deutscher Typograf, Kalligraf und Grafiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matheis wohnte mit seiner Mutter zunächst in Ludwigshafen. 1932 erfolgte ein Umzug nach Ulm, wo Matheis im Gymnasium Hans Scholl kennenlernte, den Mitbegründer der Widerstandsgruppe Weiße Rose. Nach dem Abitur 1937 leistete Matheis ein halbes Jahr Arbeitsdienst und zwei Jahre Wehrdienst. 1941 begann er das Studium an der Akademie für Angewandte Kunst München. 1942 wurde Matheis zum Kriegsdienst eingezogen und an die Ostfront geschickt. Nach einer Verwundung konnte er nach Hause zurückkehren und weiter studieren. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete Matheis für verschiedene Werbeagenturen[1] Nach dem Krieg machte er sich als Grafiker selbständig.[2] Im Rahmen eines seiner ersten großen Aufträge entwarf er das deutsche Sportabzeichen. Matheis gestaltete im Lauf der Jahre unzählige Gruß- und Glückwunschkarten sowie Veranstaltungsplakate. Als Typograf arbeitete Matheis für die Schriftgießerei Ludwig und Mayer in Frankfurt, für die er die Schriften Charme, Slogan und Primadonna entwarf.[3] Sie wurden später digitalisiert und sind heute noch viel im Gebrauch. Ab 1970 wandte sich Matheis wegen der fortschreitenden Digitalisierung von der Typografie weitgehend ab und widmete sich vor allem der Malerei und freien Grafik.[4] Nach langen Jahren in der Nähe von München lebt Matheis heute in Bad Bergzabern.

Gemeinsam mit Gudrun Zapf-von Hesse zählt Matheis mit 101 Jahren (2019) zu den ältesten noch lebenden Schriftkünstlern in Deutschland und wahrscheinlich auch in Europa.[5][6] Im Frühjahr 2019 widmete der Verein Stiftung Schriftkultur in Homburg den beiden Künstlern eine Ausstellung unter dem Motto „Ein Jahrhundert–Zwei Schriftkünstler“.[5]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heiner Müller Helmut Matheis: 70 Jahre Schriftgestaltung mit Charme und Esprit. in: Ein Jahrhundert - zwei Schriftkünstler, Katalog der Stiftung Schriftkultur im Gut Königsbruch in Homburg 2019, S. 33–35
  2. V. Allmann-Stübinger: Hans Scholl als Schulfreund. In: Die Rheinpfalz vom 21. November 2018, abgerufen am 13. April 2019.
  3. fustandfriends.com: Happy 100th birthday, Helmut Matheis! (englisch), abgerufen am 13. April 2019.
  4. Die Kunst des schönen Schreibens. In: Pfalz-Echo vom 3. Dezember 2017, abgerufen am 13. April 2019.
  5. a b Sieben Jahrzehnte Schriftgestaltung mit Charme. In: Saarbrücker Zeitung vom 12. April 2019, S. C4, abgerufen am 13. April 2019.
  6. Heiner Müller: Wer nicht zu schreiben versteht, der glaubt, das wäre keine Arbeit in: Rundbrief 3 der Stiftung Schriftkultur Sommer 2018, S. 14–15
  7. Schriftgestaltung mit Charme, abgerufen am 13. April 2019.
  8. Sieben Jahrzehnte Schriftgestaltung mit Charme und Esprit, abgerufen am 13. April 2019.