Helmut Merkel (Manager)

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Helmut Merkel (* 1949 in Achern, Baden) ist ein deutscher Manager, Berater und Unternehmer.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helmut Merkel absolvierte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss: Diplom-Kaufmann an der Universität Mannheim. Die Schwerpunkte des Studiums waren: Logistik, Industriebetriebslehre und Informatik. An der Universität Mannheim erfolgte die Promotion (Dr. rer. pol.) zum Thema: Simulationsmodelle für die Optimierung interdependenter logistischer Prozesse.[1]

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1980 war er für das Unternehmen ADV/ORGA AG in Wilhelmshaven tätig. 1986 wurde er Mitglied des Vorstandes der ADV/ORGA AG. 1989 wurde Helmut Merkel Vorstandsvorsitzender der DAT AG in Ratingen. Von 1993 bis 1997 war er zudem Mitglied der Geschäftsführung der Deichmann Handelsgruppe in Essen. Im April 2000 wurde Helmut Merkel zum Mitglied des Vorstandes für Logistik, IT der KarstadtQuelle AG (Spätere Umbenennung in: Arcandor AG) bestellt. Ab 2002 als Personaldirektor im Vorstand.

Ab 2003 war Helmut Merkel Vorsitzender des Vorstandes der Karstadt Warenhaus AG (später in Karstadt Warenhaus GmbH umgewandelt). In seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender verantwortete er die Bereiche Personal, Administration und Vertrieb sowie Marketing, Gastronomie und Reisen. Für die KarstadtQuelle AG blieb er weiterhin für die Logistik, die IT und bis 2005 als Personaldirektor verantwortlich.

Im August 2006 gab Helmut Merkel den Vorstandsvorsitz der Karstadt Warenhaus AG an Peter Wolf ab. In dem Zuge übernahm er als einfaches Mitglied des Vorstandes der KarstadtQuelle AG die Bereiche Gesellschaftspolitik, Einkaufskoordination und Beschaffung, Logistik und Informationstechnologie.

Arcandor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Konkurs der Arcandor AG im September 2009 eröffnete der zuständige Insolvenzverwalter eine Zivilklage gegen Organe und ehemalige Organe des Konzerns. Helmut Merkel war in zwei Verfahren betroffen. Der Vorwurf gegen ihn "ungerechtfertigte Boni" erhalten zu haben, wurde in erster Instanz vom Landgericht Essen abgewiesen. Das Verfahren ist in zweiter Instanz derzeit beim Oberlandesgericht Hamm anhängig. Auch das zweite Verfahren, indem es um Schadenersatzansprüche gegen Organe wegen fünf Immobilienverkäufen geht, ist in zweiter Instanz beim Oberlandesgericht anhängig.

Unternehmerisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ausscheiden 1997 bei der Deichmann Handelsgruppe, baute Helmut Merkel das Beratungsunternehmen IM+C AG mit Schwerpunkt Handel und IT mit Sitz in Mannheim auf. Zusammen mit einem Partner gründete er ein 4-PL Logistikunternehmen in Köln. Mit der Berufung in den Vorstand der KarstadtQuelle AG im Jahr 2000, führten Partner die Unternehmen treuhänderisch weiter. Nach seinem Ausscheiden aus dem Arcandor Konzern im Jahr 2008 kehrte er in die Selbstständigkeit zurück und unterstützte seinen Sohn, das Tradingunternehmen EURASIA mit Sitz in Hong Kong aufzubauen.

Institutionelle Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 2004 bekleidete Helmut Merkel die Funktionen des Aufsichtsratsvorsitzender von GS1 Germany. Von 2004 bis 2009 war er Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft für die Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels e. V. und im gleichen Zeitraum Mitglied des Präsidiums des Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände Von 2006 bis 2009 war Helmut Merkel Vizepräsident des Hauptverband des Deutschen Einzelhandels. Von 2007 bis 2009 Präsident der International Group of Department Stores mit Sitz in Zürich.

Lehrtätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helmut Merkel war ab 1987 Lehrbeauftragter für Logistik an der Universität Mannheim. 1990 wurde er zum Honorarprofessor für Logistik Managementsysteme bestellt. Die Lehrtätigkeit wurde 2014 eingestellt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Logistik Managementsysteme. Grundlagen und informationstechnische Umsetzung. Verlag Oldenbourg, München/ Wien 1995, ISBN 3-486-22424-7.
  • Veränderungen in der Einkaufspraxis und in der Beschaffungslogistik durch das Internet. In: Bundesvereinigung Logistik (Hrsg.): Europa vernetzen. 15. Deutscher Logistikkongress. München 1998, DNB 955487706, S. 205–219.
  • Globale Beschaffung. Veränderung des Einkaufsverhaltens im Handel durch das Internet. In: Handelsblatt. Okt. 1998.
  • Große Einsparpotentiale im Textileinzelhandel. In: Dynamik im Handel. Heft 8, August 2000, S. 44–46.
  • mit R. Hollender: Warenwirtschaft. Noch Raum für Verbesserung. In: Lebensmittelzeitung. H. 10, 2002, S. 61.
  • mit J. Heymans: Geschäftsmodelle im stationären Einzelhandel. In: H. Merkel, B. Bijelicic (Hrsg.): Logistik und Verkehrswirtschaft im Wandel. Unternehmensübergreifende Versorgungsnetzwerke verändern die Wirtschaft. Festschrift für Gösta B. Ihde. München 2003, ISBN 3-8006-2933-X, S. 161–184.
  • mit J. Heymans: Logistik als Koordinationsaufgabe in unternehmensübergreifenden Versorgungsketten. In: H. Merkel, B. Bijelicic (Hrsg.): Logistik und Verkehrswirtschaft im Wandel. Unternehmensübergreifende Versorgungsnetzwerke verändern die Wirtschaft. Festschrift für Gösta B. Ihde. München 2003, S. 3–19.
  • H. Merkel, B. Bijelicic (Hrsg.): Logistik und Verkehrswirtschaft im Wandel – Unternehmensübergreifende Versorgungsnetzwerke verändern die Wirtschaft. Festschrift für Gösta B. Ihde. München 2003.
  • Ein systemtheoretischer Supply Chain Management Ansatz für den Einzelhandel. In: D. Karagiannis (Hrsg.): Herausforderungen in der Wirtschaftsinformatik: Festschrift für Hermann Krallmann. Springer, Berlin u. a., 2006.
  • mit P. Breuer, Chr. Eltze und J. Kerner: Global Sourcing im Handel. Wie Modeunternehmen erfolgreich beschaffen. Berlin/ Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-77059-6.
  • Shared Information in Logistikmanagementsystemen. In: Uwe-Heiner Pradel (Hrsg.): Praxishandbuch der Logistik. Köln 2013, ISBN 978-3-87156-340-9, S. 1–44.
  • Die Sprache von Mode und Design. Kreativ, vielfältig, global (Hrsg. mit Alexandra Hildebrandt und Annett Koeman). reddot edition, Essen 2007, ISBN 978-3-89939-093-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. schader.bwl.uni-mannheim.de, Dissertation in BVL Schriftenreihe, Band 5, Bremen 1981.