Helmut Moll

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Helmut Moll (2011)

Helmut Moll (* 2. Juli 1944 in Euskirchen) ist römisch-katholischer Priester, Exeget und Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moll wuchs am Annaturmplatz in Euskirchen auf, seine Eltern sind in Euskirchen begraben.[1] Nach dem Abitur am Neusser Quirinus-Gymnasium studierte er Geschichte und Katholische Theologie an den Universitäten Bonn, Tübingen, Rom, Regensburg und Münster. 1973 wurde er an der Universität Regensburg bei Joseph Ratzinger mit der Arbeit Die Lehre von der Eucharistie als Opfer. Eine dogmengeschichtliche Untersuchung vom Neuen Testament bis Irenäus von Lyon zum Doktor der Theologie promoviert. 1976 empfing er die Priesterweihe für das Erzbistum Köln.

Von 1984 bis 1995 war er in der Kurie in Rom tätig, seit 1984 Mitarbeiter der Kongregation für die Glaubenslehre. 1993 wurde er zum Konsultor der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse bestellt; seit 1998 ist er bei der Erzdiözese Köln für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren verantwortlich. 2004 erhielt Helmut Moll einen Ruf auf die Professur für Exegese und Hagiographie an die Gustav-Siewerth-Akademie in Weilheim-Bierbronnen. Er ist Mitglied des Schülerkreises Joseph Ratzingers.

Moll hat im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz das Martyrologium des 20. Jahrhunderts, ein Verzeichnis der Märtyrer und Heiligen, erstellt. Über 900 Lebensbilder katholischer Märtyrer hat er in Zusammenarbeit mit 160 Fachleuten aus allen 27 Diözesen Deutschlands, den Visitaturen und den Ordensgemeinschaften zusammengetragen. Das Werk wurde 2008 mit dem Stephanus-Preis der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen ausgezeichnet.[2] Die sechste Auflage des Werkes überreichte er am 15. April 2015 Papst Franziskus.[3]

Moll begleitet unter anderem den Seligsprechungsprozess des aus Münstereifel stammenden „Heiligen Doktors von Moskau“, Friedrich Joseph Haass.

1994 wurde Helmut Moll in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem investiert. Seit 2015 ist Moll Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Görres-Gesellschaft.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Hrsg. im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz. (Paderborn u.a., 6., erweiterte und neu strukturierte Auflage 2015), ISBN 978-3-506-78080-5.
  • Selige und heilige Ehepaare (Augsburg 2016; 2., durchgesehene Auflage 2017), ISBN 978-3-940879-48-6.
  • „Wenn wir heute nicht unser Leben einsetzen …“ Martyrer des Erzbistums Köln aus der Zeit des Nationalsozialismus. Mit einem Vorwort von Joachim Meisner. (Köln, 7. erweiterte Auflage 2016), ISBN 3-931739-09-0.
  • Die katholischen deutschen Martyrer des 20. Jahrhunderts. Ein Verzeichnis. (Paderborn, 4. Auflage 2005), ISBN 3-506-75777-6.
  • Martyrium und Wahrheit. Zeugen Christi im 20. Jahrhundert. (Weilheim-Bierbronnen, 6. Auflage 2017), ISBN 3-928273-74-4.
  • „Weiße Rose“ – vor 60 Jahren zerschlagen (PEK-Skript). Presseamt des Erzbistums Köln, Köln 2003.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ksta.de/euskirchen/lebensweg-aus-euskirchen-drei-paepste-und-die--zeugen-fuer-christus-,15188884,32123638.html
  2. Personalien, in: Die Tagespost, Nr. 140, 20. November 2008, S. 4.
  3. http://www.ksta.de/euskirchen/lebensweg-aus-euskirchen-drei-paepste-und-die--zeugen-fuer-christus-,15188884,32123638.html
  4. http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/die-kirche-hat-schon-viele-reiche-uberlebt. Abgerufen am 21. Juli 2017.