Helmut Rauch

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Helmut Rauch in Budapest, 2013

Helmut Rauch (* 22. Jänner 1939 in Krems an der Donau, Niederösterreich) ist ein österreichischer Kernphysiker und langjähriger Leiter des Atominstituts der Österreichischen Universitäten. Er ist insbesondere für (Neutronen-) Experimente zu den Grundlagen der Quantenmechanik bekannt.

Leben[Bearbeiten]

Rauch studierte Technische Physik an der TU Wien, wo er 1965 am Atominstitut der Österreichischen Universitäten promoviert wurde und 1970 habilitiert wurde (auf dem Gebiet der Neutronen- und Reaktorphysik). 1972 wurde er Professor für experimentelle Kernphysik an der TU Wien. Er war 1972 bis 1979 Leiter des Instituts für Experimentelle Kernphysik und 1980 bis 1996 in Wechsel mit Gernot Eder des Instituts für Kernphysik. 1979/80 war er ein Jahr am Kernforschungszentrum Jülich und 1983 am Institut Laue-Langevin in Grenoble.

1985 bis 1990 war er Vizepräsident und 1991 bis 1994 Präsident des FWF. 1992 bis 2003 war er im Wissenschaftliche Rat der Europäischen Spallationsquellen, 1996 bis 1999 im Rat der European Science Foundation und seit 1999 in dem der European Neutron Association. 1972 bis 2005 war er Vorstand des Atominstituts der Österreichischen Universitäten.

Zu seinen Schülern zählen Anton Zeilinger, Harald Weinfurter, Kurt Binder, Heinrich Kurz, Jörg Schmiedmayer.

Wirken[Bearbeiten]

Rauch bewies 1974 zusammen mit Ulrich Bonse und Wolfgang Treimer durch Interferenz-Experimente mit einem Neutronen-Interferometer, das er selbst entwickelt hatte, dass monochromatische Neutronen Wellencharakter haben und dass Materiewellen im makroskopischem Maßstab existieren. Das war ein weiterer Beweis, dass auch massive Partikel, nicht nur Photonen, sowohl Materie als auch Welle sein können. Er zeigte auch experimentell die Symmetrie von Spinoren (Spin 1/2 Teilchen) bei zwei Vollumdrehungen (bei einer Vollumdrehung wechseln sie dagegen das Vorzeichen) und die Superposition des Spins.

1983 konnte er durch Experimente zum Energieaustausch zwischen Neutronen und Magnetfeldern in Grenoble außerdem beweisen, dass eine quantenphysikalische Messung die Phasenbeziehung von Materiewellen nicht stört und auch nicht zerstört.

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten]

Er ist Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (korrespondierendes Mitglied seit 1979, Vollmitglied seit 1990), der Leopoldina und der Academia Europaea.

Schriften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)