Helmut Schmidt

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Helmut Schmidt, 1969
Helmut Schmidt Signature.svg

Helmut Heinrich Waldemar Schmidt (* 23. Dezember 1918 in Hamburg; † 10. November 2015 ebenda) war ein deutscher Politiker der SPD. Von 1974 bis 1982 war er als Regierungschef einer sozialliberalen Koalition der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Ab 1961 war Schmidt Senator der Polizeibehörde in Hamburg und erlangte während der Sturmflut 1962 als Krisenmanager große Popularität. Von 1967 bis 1969 war er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, 1969 bis 1972 Bundesminister der Verteidigung, 1972 bis 1974 war er Bundesminister der Finanzen.

Von 1983 bis zu seinem Tod war er Mitherausgeber der Wochenzeitung Die Zeit.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft und Schule[Bearbeiten]

Helmut Schmidt wurde 1918 in Hamburg als älterer von zwei Söhnen des Lehrerehepaares Gustav Ludwig Schmidt und Ludovica Schmidt (geb. Koch) geboren. Schmidt besuchte in Hamburg die Lichtwarkschule, welche er 1937 mit dem Abitur abschloss.

Ausbildung und Wehrdienst[Bearbeiten]

Als 17-jähriger Schüler flog Helmut Schmidt 1936 wegen zu „flotter Sprüche“ aus der Marine-Hitlerjugend, in die er zwei Jahre zuvor mit seinem Schülerruderverein eingegliedert worden war.[1] Nach dem Abitur im März 1937 leistete Schmidt einen sechsmonatigen Arbeitsdienst in Hamburg-Reitbrook. Am 1. Oktober 1937 wurde er zum Wehrdienst bei der Flakartillerie in Bremen-Vegesack eingezogen. In dieser Zeit hatte er eine freundschaftliche Beziehung zu Tim und Cato Bontjes van Beek und deren Familie.

Ab 1939 war der Feldwebel der Reserve zur Luftverteidigung Bremens eingesetzt. Im Jahr 1941 wurde er als Leutnant der Reserve in das Oberkommando der Luftwaffe nach Berlin versetzt. Von August bis Ende 1941 diente Schmidt als Offizier in einer leichten Flakabteilung der 1. Panzer-Division an der Ostfront.[2] Er war u. a. an der Leningrader Blockade beteiligt; er erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.[3] Anschließend war er bis 1944 als Referent für Ausbildungsvorschriften der leichten Flakartillerie im Reichsluftfahrtministerium in Berlin und in Bernau eingesetzt.

Als Angehöriger des Reichsluftfahrtministeriums wurde Oberleutnant Helmut Schmidt als Zuschauer zu den Schauprozessen des Volksgerichtshofes gegen die Männer des Attentats vom 20. Juli 1944 abkommandiert.[4] Angewidert vom Verhalten des Vorsitzenden Richters Roland Freisler ließ sich Schmidt von seinem vorgesetzten General von der Zuhörerschaft entbinden.[5]

Ab Dezember 1944 als Batteriechef an der Westfront zunächst nach Belgien versetzt, äußerte er sich Anfang 1945 während einer Übung auf dem Flak-Schießplatz Rerik an der Ostsee kritisch über Reichsmarschall Hermann Göring und das NS-Regime. Dafür wollte ihn ein NS-Führungsoffizier vor Gericht stellen lassen. Ein Prozess wurde jedoch verhindert, indem zwei vorgesetzte Generäle Schmidt durch ständige Versetzungen dem Zugriff der Justiz entzogen.

Im April 1945 geriet Schmidt in Soltau in der Lüneburger Heide in britische Kriegsgefangenschaft. In einem belgischen Gefangenenlager in Jabbeke nahm ihm der Vortrag von Hans Bohnenkamp mit dem Titel Verführtes Volk im Juni 1945 die letzten „Illusionen“ über den Nationalsozialismus.[6] Am 31. August 1945 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.[7]

Schmidt machte in Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus teils widersprüchliche Angaben. Er behauptete, Gegner der Nationalsozialisten gewesen zu sein. Am 1. Februar 1942 schrieb sein Vorgesetzter in der Beurteilung: „Steht auf dem Boden der nat. soz. Weltanschauung und versteht es, dieses Gedankengut weiterzugeben.“ Auch die beiden anderen Beurteilungen in der Wehrmacht vom 10. September 1943, „einwandfreie nationalistische Haltung“, und vom 18. September 1944, „Nationalistische Haltung tadelfrei“, welche erst 2014 bekannt wurden, weisen ihn nicht als Gegner der Nationalsozialisten aus.[8][9] In der Sendung „Menschen bei Maischberger“ in der Nacht vom 28. auf den 29. April 2015 wies er diesen Vorwurf als unsinnig zurück. In der damaligen Zeit sei es üblich gewesen, dass Kommandeure ohne Rücksicht auf die tatsächliche Gesinnung des Soldaten Gefälligkeitszeugnisse ausstellten. Ernst genommen habe diese Bescheinigungen weder der Beurteiler noch der Beurteilte.

Nach Gründung der Bundeswehr wurde Schmidt im März 1958 zum Hauptmann d. R. befördert. Im Oktober/November 1958 nahm er an einer Wehrübung in der ehemaligen „Iserbrook-Kaserne“ in Hamburg-Iserbrook teil;[10] noch während der Übung wurde er mit der Begründung, er sei ein Militarist, aus dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion abgewählt.[11][12]

Studium und Beruf[Bearbeiten]

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft studierte Schmidt ab 1946 in Hamburg Volkswirtschaftslehre sowie Staatswissenschaft und beendete sein Studium 1949 als Diplom-Volkswirt.[13] Im Anschluss war er bis 1953 bei der von Karl Schiller geleiteten Behörde für Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg tätig. Hier leitete er von 1952 bis 1953 das Amt für Verkehr.

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Helmut Schmidt auf einem Parteitag der SPD in Dortmund, 1976
Der stellvertretende Parteivorsitzende Schmidt beim SPD-Parteitag im April 1982

Unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1945 schloss sich Schmidt, nach eigenen Angaben beeinflusst durch den Mitgefangenen Hans Bohnenkamp, der SPD an.[14] Hier engagierte er sich zunächst im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS). 1947/1948 war er dessen Vorsitzender in der Britischen Besatzungszone.[15] Von 1968 bis 1984 war Schmidt stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD. Anders als die beiden anderen sozialdemokratischen Bundeskanzler Willy Brandt und Gerhard Schröder war Schmidt nie Bundesvorsitzender seiner Partei.

Als Vorbilder in seiner eigenen Partei bezeichnet Schmidt unter anderem Max Brauer, Fritz Erler, Wilhelm Hoegner, Wilhelm Kaisen, Waldemar von Knoeringen, Heinz Kühn und Ernst Reuter.

Zu seiner Motivation, sich politisch zu engagieren, äußerte sich Schmidt 2008:

„Ehrgeiz ist ein Begriff, den ich auf mich nicht anwenden würde; natürlich lag mir an öffentlicher Anerkennung, aber die Antriebskraft lag woanders. Die Antriebskraft war typisch für die Generation, der ich angehört habe: Wir kamen aus dem Kriege, wir haben viel Elend und Scheiße erlebt im Kriege, und wir waren alle entschlossen, einen Beitrag dazu zu leisten, dass all diese grauenhaften Dinge sich niemals wiederholen sollten in Deutschland. Das war die eigentliche Antriebskraft.[16]

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten]

Von 1953 bis zum 19. Januar 1962 und von 1965 bis 1987 war Schmidt Mitglied des Deutschen Bundestages. Nach seinem Wiedereinzug 1965 wurde er sofort stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Von 1967 bis 1969, während der ersten Großen Koalition der Bundesrepublik, hatte er schließlich den Vorsitz der Fraktion inne. Schmidt bekannte später, dass ihm dieses Amt während seiner politischen Laufbahn am meisten Spaß gemacht habe. Vom 27. April 1967 bis 1969 leitete er den Fraktionsarbeitskreis Außenpolitik und gesamtdeutsche Fragen.

Vom 27. Februar 1958 bis zum 29. November 1961 war er außerdem Mitglied des Europäischen Parlaments.

Schmidt zog 1953 und 1965 über die Landesliste Hamburg, 1957 und 1961 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hamburg VIII und danach stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hamburg-Bergedorf in den Bundestag ein.

Ämter und politische Funktionen[Bearbeiten]

Senator in Hamburg (1961–1965)[Bearbeiten]

Vom 13. Dezember 1961 bis zum 14. Dezember 1965 amtierte Schmidt unter den Ersten Bürgermeistern Paul Nevermann und Herbert Weichmann als Senator der Polizeibehörde (ab Juni 1962: Innensenator) der Freien und Hansestadt Hamburg. In diesem Amt erlangte er vor allem als Krisenmanager bei der Sturmflut 1962 an der deutschen Nordseeküste in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 Popularität und sehr hohes Ansehen. Er koordinierte den Großeinsatz von Polizei, Rettungsdiensten, Katastrophenschutz und THW. Ohne dazu durch gesetzliche Grundlagen legitimiert zu sein, nutzte Schmidt bestehende Kontakte zur Bundeswehr und NATO, um mit Soldaten, Hubschraubern, Pioniergerät und Versorgungsgütern von Bundeswehr und Alliierten schnelle und umfassende Hilfe zu ermöglichen. Schmidt schuf damit ein Vorbild für Einsätze von Bundeswehr und Militärressourcen im Inland im Rahmen von Amts- und Nothilfe bei Naturkatastrophen. Er wird hierzu mit den Worten zitiert: „Ich habe das Grundgesetz nicht angeguckt in jenen Tagen.“ Im Januar 1963 ermittelte die Bundesanwaltschaft im Zuge der Spiegel-Affäre gegen den Innensenator wegen Beihilfe zum Landesverrat. Hintergrund war, dass Schmidt im Herbst 1962 der Bitte seines Studienfreunds Conrad Ahlers um Überprüfung von Auszügen des kurz vor der Veröffentlichung stehenden Artikels „Bedingt abwehrbereit“ auf strafrechtliche Veröffentlichungshindernisse nachkam. Das Verfahren wurde Anfang 1965 eingestellt.[17]

SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag (1966/1967–1969)[Bearbeiten]

Schmidt mit Maria Meyer-Sevenich, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Vertriebene und Flüchtlinge in Niedersachsen (April 1967)

Bei den Wahlen von 1965 errang Schmidt erneut ein Bundestagsmandat. Als ein Jahr später die unionsgeführte Regierung Ludwig Erhard stürzte, bildete die SPD zusammen mit den Unionsparteien CDU/CSU die erste Große Koalition mit Kurt Georg Kiesinger (CDU) als Kanzler und Willy Brandt (SPD) als Vize-Kanzler und Außenminister. Schmidt, der aufgrund der Erkrankung Fritz Erlers bereits seit Herbst 1966 kommissarisch den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion führte und ihn nach Erlers Tod im Februar 1967 auch offiziell übernahm, und Rainer Barzel fielen dabei als Fraktionsvorsitzenden der beiden Haupt-Koalitionspartner Schlüsselrollen bei der Abstimmung der parteiinternen Arbeit zu. Auf dieser Basis entstand ein persönliches Freundschaftsverhältnis mit dem politischen Gegner Barzel, das bis zu dessen Tod im Jahre 2006 anhielt. Schmidt hielt im Bundestag beim Staatsakt für Rainer Barzel die Trauerrede. Schmidts erfolgreiche Tätigkeit als Hamburger Innensenator und Fraktionsvorsitzender machten ihn zu einem der ersten Anwärter seiner Partei auf höhere Regierungsaufgaben in der Bundespolitik.

Bundesminister (1969–1974)[Bearbeiten]

Verteidigungsminister Schmidt (zweiter von links) auf einer Begegnung von Brandt mit der Bundeswehrführung, 1969 (links: Johannes Steinhoff, rechts neben Brandt: Ulrich de Maizière)

Nach dem Wahlsieg der SPD in der Bundestagswahl 1969 und der Vereinbarung der Sozialliberalen Koalition mit der FDP berief Bundeskanzler Willy Brandt Schmidt am 22. Oktober 1969 als Bundesminister der Verteidigung in die neue Bundesregierung. In seiner Amtszeit wurde der Grundwehrdienst von 18 auf 15 Monate verkürzt und die Gründung der Bundeswehruniversitäten in Hamburg und München beschlossen.

Brandt und Schmidt auf dem SPD-Parteitag 1973

Am 7. Juli 1972 übernahm er nach dem Rücktritt von Professor Karl Schiller das Amt des Finanz- und Wirtschaftsministers. Nach der Bundestagswahl 1972 wurde dieses „Superministerium“ wieder geteilt. Die FDP stellte ab dem 15. Dezember 1972 den Bundeswirtschaftsminister; Schmidt führte weiterhin das Bundesministerium der Finanzen.

Bundeskanzler (1974–1982)[Bearbeiten]

Schmidt an seinem Arbeitsplatz im damals neuen Kanzleramt in Bonn, 1976. Auf seine Initiative hin wurde das hinter ihm erkennbare Porträt August Bebels dem Kanzleramt zur Verfügung gestellt.

Nach dem Rücktritt Willy Brandts als Regierungschef wählte der Bundestag Schmidt am 16. Mai 1974 mit 267 Ja-Stimmen zum fünften Kanzler der Bundesrepublik.[18] Die größten Herausforderungen während seiner Amtszeit waren die weltweite Wirtschaftsrezession (Stagflation) und die Ölkrisen der 1970er Jahre, die die Bundesrepublik unter seiner Führung besser überstand als die meisten anderen Industriestaaten, sowie die Rentenfinanzierung 1976/1977 und der Terrorismus der Rote Armee Fraktion (RAF) im sogenannten „Deutschen Herbst“. Seine frühere Verhandlungsbereitschaft mit den Terroristen, speziell bei der Entführung von Peter Lorenz 1975, sah er später als Fehler an. Er verfolgte von da an eine unnachgiebige harte Linie, die ihm mitunter harsche Kritik seitens der Angehörigen von Opfern einbrachte.[19] In einem Interview sagte Schmidt im Jahr 2007, er habe die enorme Verantwortung für das Leben anderer bei Geiselnahmen wie der von Hanns Martin Schleyer als existenziell bedrückend empfunden. Insgesamt gesehen habe die Epoche des linken Terrorismus durch die Medien ein Gewicht bekommen, das ihre tatsächliche Bedeutung für die deutsche Geschichte deutlich übersteige.[19]

Schmidt war entschiedener Befürworter der Stromerzeugung aus Kernkraft. 1977 beabsichtigte seine Regierung die Errichtung einer Anlage zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen in Gorleben.

Gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing, mit dem ihn eine persönliche Freundschaft verband, verbesserte Schmidt die deutsch-französischen Beziehungen und verwirklichte entscheidende Schritte hin zur weiteren europäischen Integration. So wurde kurz nach Schmidts Amtsübernahme der Europäische Rat etabliert, und auch die wirtschaftspolitisch bedeutendste Maßnahme seiner Regierungszeit ergriff er in Zusammenarbeit mit Giscard: die Einführung des Europäischen Währungssystems und der Europäischen Währungseinheit (ECU) zum 1. Januar 1979, aus denen später die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion und der Euro hervorgehen sollten. Auf eine Idee Schmidts und Giscards ging auch die Gründung der Gruppe der 7 (G7) zurück.

Im Jahr 1977 wies Schmidt als erster westlicher Staatsmann auf die Gefahren für das Rüstungsgleichgewicht durch die neuen SS-20 Mittelstreckenraketen der Sowjetunion hin: Er befürchtete, die Fähigkeit der Sowjetunion, Westeuropa atomar angreifen zu können, ohne dabei seine Schutzmacht USA in Mitleidenschaft zu ziehen, könnte auf Dauer zu einer Entkoppelung der amerikanischen von den europäischen Sicherheitsinteressen führen. Er drängte daher auf den sogenannten NATO-Doppelbeschluss, der die Aufstellung von Mittelstreckenraketen in Westeuropa vorsah, dies aber mit einem Verhandlungsangebot an die Sowjetunion verband, beiderseits auf diese Waffensysteme zu verzichten. Dieser Beschluss war in der Bevölkerung und vor allem in der eigenen Partei sehr umstritten. Aus der Protestbewegung gegen den NATO-Doppelbeschluss, die sich mit der wachsenden Zahl von Umweltschützern verband, ging am Ende von Schmidts Regierungszeit die neue Partei der Grünen hervor.

Schmidt 1981 während eines Besuchs in der DDR mit Erich Honecker

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Abkehr der SPD vom durch Schmidt initiierten Nato-Doppelbeschluss zerfiel im Spätsommer 1982 die von ihm geführte sozialliberale Koalition an Differenzen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik (Bundeshaushalt, öffentliche Verschuldung, Beschäftigungsprogramme).[20] Am 17. September 1982 traten sämtliche FDP-Bundesminister (Hans-Dietrich Genscher, Gerhart Baum, Otto Graf Lambsdorff und Josef Ertl) zurück. Schmidt übernahm daher zusätzlich zum Amt des Bundeskanzlers noch das Amt des Bundesministers des Auswärtigen (wie als einziger Bundeskanzler sonst nur Konrad Adenauer) und führte die Regierungsgeschäfte ohne Mehrheit im Bundestag weiter. Am 1. Oktober 1982 wurde durch ein konstruktives Misstrauensvotum mit den Stimmen von CDU, CSU und der Mehrheit der FDP-Fraktion Helmut Kohl zu seinem Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers gewählt.

Kurskorrektur durch SPD-Parteitag Ende 1983 zum NATO-Doppelbeschluss, Bestätigung der Position Schmidts durch INF-Verträge von 1987[Bearbeiten]

Schmidt verlor danach in der SPD fast jede Unterstützung für seine Sicherheitspolitik: Auf dem Kölner Parteitag der SPD vom 18. und 19. November 1983 stimmten von rund 400 Delegierten neben Schmidt nur 14 dem Seeheimer Kreis zugehörige Delegierte für den NATO-Doppelbeschluss; darunter der frühere Verteidigungsminister Hans Apel. Am 10. September 1986 hielt Helmut Schmidt seine Abschiedsrede im Bundestag und schied aus dem Haus aus.[21][22]

Die Sicherheitspolitik Schmidts wurde derweil von der christlich-liberalen Koalition fortgeführt. Sie mündete in den Abschluss der INF-Verträge am 8. Dezember 1987.[23] Mit dem Zustandekommen dieses Abkommens wurde das bereits 1977 von Schmidt formulierte Fernziel des NATO-Doppelbeschlusses von 1979 – die beidseitige Vernichtung sowjetischer und US-amerikanischer atomarer Mittelstreckenraketen – erreicht.[24]

Besonderheiten des Berufspolitikers[Bearbeiten]

Schmidt wurde während seiner politisch aktiven Zeit aufgrund seines Redetalents gerade auch von Gegnern „Schmidt Schnauze“ genannt. Sein ökonomischer Sachverstand fand breite Anerkennung.[25] Schmidt befasste sich außerdem intensiv mit Fragen der Strategie, insbesondere der Nuklearstrategie und war als Kenner nahezu der gesamten einschlägigen Fachliteratur einer der ausgewiesensten Experten in der politischen Klasse der westlichen Welt auf diesem Gebiet. Eine Freundschaft verband ihn mit dem früheren französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing sowie mit dem ehemaligen Außenminister der Vereinigten Staaten, Henry Kissinger. Zusammen mit Giscard d’Estaing rief Schmidt 1975 den Weltwirtschaftsgipfel ins Leben, der als eigentlich informelle Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs der bedeutendsten westlichen Demokratien geplant war. Teilnehmer des ersten Treffens auf Schloss Rambouillet waren die Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

Öffentliches Wirken nach dem Ende der aktiven politischen Laufbahn und Tod[Bearbeiten]

Schmidt (2001)

Seit 1983 war Schmidt Mitherausgeber der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit. Nach seiner Abwahl als Bundeskanzler übernahm er kein politisches Amt mehr, entfaltete aber eine rege publizistische Tätigkeit als Buchautor, Vortragsredner und gefragter Elder Statesman.

Schmidt war Mitglied des Vereins Atlantik-Brücke und Ehrenpräsident der Deutsch-Britischen Gesellschaft. 1993 gründete er die Deutsche Nationalstiftung, deren Ehrenvorsitzender er war. Gleichfalls hatte er den Ehrenvorsitz des ebenfalls von ihm selbst mitbegründeten InterAction Council inne, eines Rates ehemaliger Staatsmänner und -frauen, den er mit Freunden initiierte und dessen Vorsitzender er von 1985 bis 1995 war. 1993 wurde die Helmut-und-Loki-Schmidt-Stiftung (Hamburg) gegründet. 1995–1999 war er Präsident des Deutschen Polen-Instituts (Darmstadt). Sein Privatarchiv wird im Archiv der sozialen Demokratie verwaltet. Schmidt gehörte 1997 zu den Erstunterzeichnern der Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten.

Schmidt gründete 1985 nach dem Vorbild der Mittwochsgesellschaft die Freitagsgesellschaft, die sich bis zu ihrer Auflösung 30 Jahre lang jeweils in den Wintersemestern in seinem Wohnhaus traf mit dem Zweck, im Rahmen von Vortragsabenden und anschließender Diskussion den Austausch ihrer Mitglieder über ihr eigenes berufliches Gebiet hinaus zu fördern (seit deren Gründung 1996 war Schmidt parallel auch Mitglied der neuen Mittwochsgesellschaft).

Helmut Schmidt (Mitte) vor seiner Weltethos-Rede in Tübingen zusammen mit Hans Küng (rechts) und Boris Palmer (links), 2007

An der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo er auf Einladung des Präsidenten der Stiftung Weltethos Hans Küng die 7. Weltethosrede hielt, führte Schmidt im Mai 2007 aus, in der rechtsstaatlich-demokratischen Ordnung komme der Vernunft der Politiker, nicht aber deren spezifischem religiösem Bekenntnis, eine verfassungspolitisch entscheidende Rolle zu. Vom Wirken der Kirchen sei er moralisch, politisch und ökonomisch enttäuscht, und nichts sei für ihn unwichtiger als die Theologie. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die Kirchen weder eine Neubegründung der Moral noch der Demokratie und des Rechtsstaates geleistet. Trotz seiner gewachsenen Distanz bekenne er sich zum Verbleib in der Kirche (als Kirchenmitglied), denn sie setze Gegengewichte gegen den moralischen Verfall.[26]

Schmidt starb am 10. November 2015 im Alter von 96 Jahren in seinem Haus in Hamburg-Langenhorn an einer Infektion, nachdem er zwei Monate zuvor wegen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit („Raucherbein“) behandelt werden musste. Am 23. November 2015 fand ihm zu Ehren ein Staatsakt im Hamburger Michel mit 1800 geladenen Gästen statt. Im Anschluss an den Trauergottesdienst, bei dem auf Schmidts Wunsch hin das Abendlied von Matthias Claudius gesungen wurde, hielten Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, der frühere US-Außenminister und enge Freund des Verstorbenen Henry Kissinger sowie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gedenkreden.[27] Helmut Schmidt ruht mit seiner Frau Loki im Familiengrab Koch und Schmidt auf dem Ohlsdorfer Friedhof.[28]

Beide Ehepartner Schmidt hatten verfügt, dass nach ihrem Ableben ihr Wohnhaus im Neubergerweg 80 in ein öffentlich zugängliches Museum überführt werden soll. Beauftragt mit der Umsetzung ist die Helmut und Loki Schmidt Stiftung, welcher auch die Entscheidung darüber zufällt, welche der Räume im Rahmen dessen zugänglich gemacht werden.[29][30]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Innenpolitik[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 bezeichnete Schmidt die Massenarbeitslosigkeit als das größte deutsche Problem.[31] Er lobte die „Agenda 2010Gerhard Schröders und sah in ihr einen ersten Schritt zur Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels.[32] Er hielt das Reformprogramm jedoch für nicht ausreichend und sprach sich schon 1997[33] für eine Deregulierung des deutschen Arbeitsmarktes aus, darunter für eine Einschränkung des Kündigungsschutzes. Die Zumutbarkeitskriterien für Arbeitslose sollten weiter verschärft werden und das Arbeitslosengeld II für mehrere Jahre nominal eingefroren werden (beziehungsweise real sinken). Den Flächentarifvertrag sah Schmidt als überholt an und forderte dessen weitgehende Abschaffung; der Einfluss der nach seiner Ansicht allzu mächtigen Gewerkschaften sollte zurückgeführt werden. Nur nach Umsetzung dieser Reformen könnte laut Schmidt ein (jedoch relativ niedriger) Mindestlohn eingeführt werden.[34] Zur Finanzierung der Renten sei eine allgemeine Arbeitszeitverlängerung (Lebens- und Wochenarbeitszeit) unumgänglich.

Außerdem war Schmidt Befürworter der Kernenergie und Gegner des Atomausstiegs, der unter der rot-grün geführten Bundesregierung beschlossen wurde. Er hielt die Ablehnung der Kernenergie in der Bevölkerung für ein Produkt der aus Zweitem Weltkrieg und Holocaust hervorgegangenen deutschen Angst vor Veränderungen.[35] Ein weiterer Konfliktpunkt mit der SPD war seine Befürwortung von allgemeinen Studiengebühren bei einer angemessenen Ausstattung des BAföG- und Stipendiensystems.

Schmidt war bereits in den 1960er Jahren Anhänger der Einführung des Mehrheitswahlrechts in Deutschland, als diese Reform Teil der innenpolitischen Agenda der damaligen Großen Koalition war. Später sah er es dem Verhältniswahlrecht gegenüber immer noch als überlegen an, hielt aber den Erfolg eines neuen Anlaufs für eine Wahlrechtsreform für ausgeschlossen. Eine häufig geforderte Ausweitung von Volksabstimmungen lehnte Schmidt ab, da sie zu sehr von der Stimmung des Volkes abhängig seien. Weiterhin kritisierte er die Art der Parteienfinanzierung in Deutschland. Langfristig wünschte er sich die vollkommene Abschaffung der staatlichen Finanzierung und der Wirtschaftsspenden. Private Mitgliederbeiträge sollten nicht mehr von der Steuer abgezogen werden können.

Dem deutschen Föderalismus, den er als „Kleinstaaterei“ bezeichnete, bescheinigte Schmidt zahlreiche historisch gewachsene Schwächen, wenngleich er sich zum Subsidiaritätsprinzip bekannte. Den „permanenten Wahlkampf im Vierteljahrestakt“ betrachtete Schmidt aufgrund des „Egoismus der Parteien“ und der Einmischung der Landes- in die Bundespolitik als lähmend, da er die gesamtstaatliche Gesetzgebung populistisch („zwecks Popularitätssteigerung“) beeinflusse oder verzögere. Daher plädierte er für eine Zusammenlegung aller in Bund und Ländern anstehenden Wahlen auf einen einzigen Termin alle zwei Jahre, nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika. Die deutsche Hauptstadt Berlin sollte nach dem Willen Schmidts finanziell gestärkt werden, wobei er eine dem Bund unterstellte und von ihm unterhaltene Hauptstadt (Bundesdistrikt) wie Washington, D.C. als das tragfähigste Modell ansah.

Helmut Schmidt beklagte zeit seines Lebens eine übermäßige deutsche „Regulierungswut“ und stellte bei der staatlichen Exekutive eine ausgeprägte „Paragraphengläubigkeit“ fest. Die politische Klasse in Deutschland sei von einer „psychischen Epidemie“ ergriffen, wovon unter anderem das 2003 eingeführte Dosenpfand und das bis 2008 durchgesetzte Rauchverbot zeugten. Daher sollten viele Gesetze abgeschafft und vereinfacht werden. Das Grundgesetz solle behutsamer und nicht so häufig geändert werden und das Bundesverfassungsgericht sich mit seinen „einengenden“ Urteilen zurückhalten. Schmidt warnte vor einer Machtverschiebung zwischen Parlament und Bürokratie. Das beste Beispiel einer Behörde, die ohne Verstand und parlamentarische Kontrolle agiert, war für ihn die KMK, die Kultusministerkonferenz, die das deutsche Rechtschreibchaos angerichtet habe.

Schmidt schaltete sich 2011 in die Debatte um die Rolle der EZB in der aktuellen Krise der Gemeinschaftswährung Euro ein. Diese war u. a. auch durch Äußerungen des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff in die Kritik geraten. Hier sprach sich Schmidt deutlich für die EZB aus, die er für ihre Unabhängigkeit lobte.[36]

Gesellschaftspolitik[Bearbeiten]

Die multikulturelle Gesellschaft bezeichnete Helmut Schmidt als „eine Illusion von Intellektuellen“.[37] Mit einer demokratischen Gesellschaft sei das Konzept von Multikulti schwer vereinbar, so Schmidt. Es sei deshalb ein Fehler gewesen, dass die Bundesrepublik zu Beginn der 1960er Jahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen einwandern ließ.[38]

In der Frage der Volljährigkeit war Helmut Schmidt immer gegen die Herabsetzung vom 21. auf das 18. Lebensjahr im Jahr 1975. Damit befand er sich im Gegensatz zur Parteimeinung der SPD.[39]

Außenpolitik[Bearbeiten]

Schmidt mit dem späteren Präsidenten der Vereinigten Staaten, Ronald Reagan, 1978

In der Außenpolitik legte Schmidt sehr großen Wert auf das Prinzip der Nichteinmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten. Kritisch bezog Schmidt Stellung zu so genannten humanitären Interventionen wie auf dem Balkan: „Leider erleben wir, was das Völkerrecht angeht, im Augenblick nur Rückschritte, nicht nur bei den Amerikanern, sondern auch auf deutscher Seite. Was wir im Kosovo und in Bosnien-Hercegovina gemacht haben, verstieß eindeutig gegen das damals geltende Völkerrecht.“[40]

Schmidt war Gegner des geplanten Beitritts der Türkei zur Europäischen Union. Er befürchtete, dass der Beitritt die außenpolitische Handlungsfreiheit der EU gefährden würde, sowie ferner, dass der Beitritt und die damit verbundene Freizügigkeit die seiner Ansicht nach dringend gebotene Integration der in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürger aussichtslos werden ließe.[41]

Den G8-Gipfel in seiner heutigen Ausführung bezeichnete er als „Medienspektakel“ und forderte die Erweiterung um China, Indien, die großen Erdöl-Exporteure und die Entwicklungsländer.[42]

Klimapolitik[Bearbeiten]

Schmidt nannte die Debatte um die globale Erwärmung im Juni 2007 „hysterisch überhitzt“. Einen klimatischen Wechsel gebe es schon immer; die Ursachen seien „einstweilen nicht ausreichend erforscht“.[43] Im Jahr 2011 konstatierte Schmidt einerseits: „Die von vielen Regierungen international betriebene sogenannte Klimapolitik steckt noch in ihren Anfängen. Die von einer internationalen Wissenschaftlergruppe“ – (gemeint Intergovernmental Panel on Climate Change) – „bisher gelieferten Unterlagen stoßen auf Skepsis. Jedenfalls sind die von einigen Regierungen öffentlich genannten Zielsetzungen bisher weniger wissenschaftlich als vielmehr lediglich politisch begründet“, sprach sich jedoch auch für eine Neuorientierung in der Energiepolitik aus, da die fossilen Reserven begrenzt seien und zudem der Klimaveränderung, soweit sie energiebedingt sei, entgegengewirkt werden müsse.[44]

Als größte internationale Herausforderung der Zukunft bezeichnete er die globale Bevölkerungsexplosion und die damit verbundene Bewältigung von Ernährungs-, Energie- und Umweltschutzfragen.

Privates[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Helmut Schmidt mit Ehefrau Loki beim Bundeskanzlerfest 1977

Schmidts Vater Gustav (1888–1981), unehelicher Sohn des jüdischen deutschen Privatbankiers Ludwig Gumpel und einer Kellnerin, wurde von der Familie Schmidt adoptiert. Im Haus eines Hafenarbeiters aufgewachsen, hatte sich Gustav Schmidt nach einer Lehre in einer Anwaltskanzlei mit dem Berufsziel Bürovorsteher zum Volksschullehrer fortgebildet. Später machte er das Handelslehrerdiplom und war zuletzt Studienrat.[45] Die beiden Söhne von Gustav und Ludovica Schmidt, Helmut und sein jüngerer Bruder Wolfgang († 2006), besuchten die Volksschule Wallstraße östlich der Außenalster und im Anschluss daran die Lichtwark-Oberschule am Grasweg in Winterhude.[46][45]

Nach Aussage Schmidts, selbst Protestant, vertuschten er und sein Vater dessen jüdische Abstammung durch Urkundenfälschung, so dass der Ariernachweis erteilt wurde.[47][45] Als „jüdischer Mischling zweiten Grades“ wäre Schmidt benachteiligt worden und eine Offizierslaufbahn in der Wehrmacht wohl ausgeschlossen gewesen.

In der Öffentlichkeit gab Schmidt diese Zusammenhänge erst 1984 auf Nachfrage bekannt, als Journalisten dies von Giscard d’Estaing über dessen deutschen Freund erfuhren. In seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen (1992)[48] schreibt er, seine Herkunft habe seine Ablehnung des Nationalsozialismus mitbestimmt.

„Der Oberschüler Schmidt, der zum Zeitpunkt der Machtübertragung an Hitler 14 Jahre alt war, wusste, dass er „Vierteljude“ war und als rassisch minderwertig gegolten hätte, wenn dieser Sachverhalt bekannt geworden wäre. Der Marine-Hitlerjugend gehörte er anfangs nicht ungern an; im Sommer 1936 nahm er an einem „Adolf-Hitler-Marsch“ von Hamburg nach Nürnberg zum Reichsparteitag der NSDAP teil. Er wurde kein Nationalsozialist, ließ sich aber zeitweilig von der „sozialistischen“, die Werte der Gemeinschaft beschwörenden Propaganda des Regimes beeindrucken.“

Heinrich August Winkler[6]

Helmut Schmidt heiratete am 27. Juni 1942 Hannelore Glaser („Loki“, 1919–2010). Die kirchliche Trauung fand am 1. Juli 1942 in der St.-Cosmae-und-Damiani-Kirche zu Hambergen statt.[49] Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Ihr in Bernau bei Berlin behindert geborener Sohn Helmut Walter (* 26. Juni 1944) starb dort am 19. Februar 1945 noch vor seinem ersten Geburtstag. Tochter Susanne, die für den Wirtschaftsfernsehsender Bloomberg TV in London arbeitet, wurde im Mai 1947 in Hamburg geboren.[50]

In einem späteren Interview gab Schmidt an, seine Familie habe in der Zeit des Nationalsozialismus mitunter Juden versteckt, von Konzentrationslagern und vom Genozid an den Juden habe er nichts gewusst, wie es damals bei vielen Menschen der Fall gewesen sei.[51]

Helmut Schmidt im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, 1981

Im Herbst 1981 erkrankte Schmidt ernstlich, sodass ihm am 13. Oktober 1981 im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde. Zuvor musste der damalige Bundeskanzler nach Adams-Stokes-Anfällen zweimal wiederbelebt werden.[52]

Im August 2002 musste sich Schmidt infolge eines schweren Herzinfarktes einer Bypass-Operation unterziehen.[53]

Schmidt wohnte seit Langem in Hamburg-Langenhorn. Einen Zweitwohnsitz hatte Schmidt am holsteinischen Brahmsee. Seine Konfession war evangelisch-lutherisch, er selbst bezeichnete sich allerdings als nicht religiös, sei aber auch kein Atheist.[14] Im Juni 2007 äußerte er in einem Fernseh-Interview in der Sendung Menschen bei Maischberger, er vertraue nicht mehr auf Gott, u. a. weil Gott Auschwitz zugelassen habe.[54] Auf die an ihn gestellte Frage, ob er das Amt des Bundeskanzlers gerne ausgeübt habe, antwortete er mit: „Eigentlich nicht sonderlich gern, nein.“ Diese Aussage begründete er damit, dass das Amt des Bundeskanzlers eine sehr große Belastung vor allem für das Privatleben sei.[55]

Knapp zwei Jahre nach Lokis Tod gab Schmidt im August 2012 bekannt, dass er eine neue Lebensgefährtin habe: Ruth Loah (* 27. September 1933), die seit Jahrzehnten zu seinen Vertrauten zählte.[56]

Freundschaften[Bearbeiten]

Schmidt und der französische Präsident Giscard d’Estaing 1977

Helmut Schmidt war ein enger Freund des Bankiers, US-Offiziers und Gründers des deutsch-amerikanischen Netzwerks Atlantik-Brücke, Eric M. Warburg.

Paul Volcker, der weltweit überaus einflussreiche Direktor des American Council on Germany, langjähriges Mitglied und ehemaliger Direktor des Council on Foreign Relations, Mitglied der Trilateralen Kommission und Vorsitzender der US-Notenbank, gehörte seit über 40 Jahren zu seinen Vertrauten. Ebenso hielt Schmidt Kontakt zu John J. McCloy, ehemals Präsident der Weltbank, Direktor des Council on Foreign Relations (CFR), Vorstandsvorsitzender der Chase Manhattan Bank sowie Initiator des deutsch-amerikanischen Netzwerks Atlantik-Brücke.[57]

Schmidt zählte den ermordeten ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat und den ehemaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing zu seinen herausragendsten politischen Freunden. Der frühere US-Außenminister Kissinger äußerte, er hoffe vor Schmidt zu sterben; er wolle in keiner Welt leben, in der es keinen Helmut Schmidt gebe.[58]

Rat holte Schmidt sich unter anderem bei dem Philosophen Karl Popper, mit dem er in engem brieflichen Kontakt stand.

Schmidt hielt am 28. Oktober 2014 während der Trauerfeier für den am 7. Oktober gestorbenen und mit ihm befreundeten Schriftsteller Siegfried Lenz eine Abschiedsrede.[59]

Kunst, Musik, Philosophie und andere Interessen[Bearbeiten]

Moores Large Two Forms vor dem BMZ (früheres Bundeskanzleramt)

Als Bundeskanzler sorgte Schmidt dafür, dass vor dem damaligen Bundeskanzleramt in Bonn die Skulptur Large Two Forms von Henry Moore aufgestellt wurde, die das Zusammengehören der Bundesrepublik und der DDR symbolisieren sollte. Schmidts Leidenschaft für Kunst führte so weit, dass er das Bundeskanzleramt mit zahlreichen Kunstleihgaben ausstatten ließ. Außerdem ließ er das Schild „Bundeskanzler“ vor seinem Büro entfernen und stattdessen ein Schild mit der Aufschrift „Nolde-Zimmer“ anbringen, das auf die Kunst in seinem Büro hinweisen sollte. Für die Galerie ehemaliger Bundeskanzler im Kanzleramt entschied Schmidt sich 1986 für den Leipziger Maler Bernhard Heisig als Porträtisten. Diese Wahl wurde zu dieser Zeit als Überraschung empfunden. In seinem 95. Lebensjahr saß Helmut Schmidt dem Hamburger Maler Manfred W. Jürgens Modell.

Beide Häuser Schmidts in Hamburg beherbergen zahlreiche Bilder und Grafiken unterschiedlicher Künstler, auch eigene, denn der Hausherr malte bis ins hohe Alter selbst.

Aber auch zur Musik hatte Schmidt ein besonderes Verhältnis. Er war es beispielsweise, der als Bundesverteidigungsminister die Big Band der Bundeswehr ins Leben rief. Er selbst spielte Orgel und Klavier und schätzte insbesondere die Musik von Johann Sebastian Bach. Als 17-Jähriger komponierte er vierstimmige Sätze zu Kirchenliedern. Schmidt litt in seinen letzten Lebensjahren darunter, wegen seines nachlassenden Gehörs Musik nicht mehr genießen zu können; auf dem rechten Ohr war Schmidt nahezu taub, im linken trug er eine Hörhilfe, die ihm das Hören von Sprache einigermaßen ermöglichte.

Helmut Schmidt hat mehrere Schallplatten aufgenommen, in denen er als Interpret der Werke klassischer Komponisten zu hören ist, so zum Beispiel von Wolfgang Amadeus Mozart, Konzert für drei Klaviere und Orchester, KV 242, oder von Johann Sebastian Bach, Konzert für vier Klaviere und Streicher in A-Moll, BWV 1065, jeweils gemeinsam mit den Pianisten Christoph Eschenbach, Justus Frantz sowie Gerhard Oppitz.

Zu Schmidts „Hausphilosophen“ gehörten neben Mark Aurel und Immanuel Kant auch Max Weber und Karl Popper. Schmidts eigene Bemühungen als Politiker um pragmatisches Handeln zu sittlichen Zwecken und seine Beschäftigung mit der Philosophie werden von Fachleuten respektvoll gewürdigt. So schrieb Volker Gerhardt, Schmidt sei Philosoph im Sinne eines Moralisten, der sich darauf verpflichtet, ein moralischer Politiker zu sein. Er stehe in einer Linie mit Otto von Bismarck, Walther Rathenau und Winston Churchill.

„Alle drei waren Genies des politischen Handelns; alle waren mit einer großen intellektuellen Begabung ausgezeichnet, haben politisch Großes geleistet und überdies ein bedeutendes literarisches Werk hinterlassen. Ihnen ist Helmut Schmidt ebenbürtig, auch wenn er als Autor mehr veröffentlicht hat als alle drei zusammen […] Sein Werk steht im Zeichen der ethischen Frage. Es nimmt die weltpolitischen Lehren ernst, die aus der Wirtschaftskrise des Jahres 1928, aus den weltpolitischen Folgen der Not, aus den Weltkriegen und aus der mit der Entwicklung der Technik erstmals für alle sichtbar gewordenen Gefahr der weltweiten Selbstvernichtung der Menschheit gezogen werden müssen. Indem sich Helmut Schmidt im Laufe seines Lebens dieser Probleme mit wachsender Intensität annimmt, erkennt man, dass seine immer deutlicher zutage tretende Hinwendung zur Philosophie selbst wieder politischen Einsichten gehorcht. Darin ist er immer Politiker geblieben, aber die Philosophen täten gut daran, ihn so ernst zu nehmen, als sei er einer von ihnen.[60]

Ehrungen[Bearbeiten]

Helmut Schmidt, 2013

Helmut Schmidt erhielt im Laufe seines Lebens zahlreiche Ehrungen in Form von Preisen, Ehrendoktorwürden und Ehrenbürgerschaften. Den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Form mit Stern und Schulterband[61] lehnte er jedoch 1968 nach hanseatischer Tradition ab.

Ehrenbürgerschaften[Bearbeiten]

Ehrensenator[Bearbeiten]

Helmut Schmidt wurde 1983 zum Ehrensenator der Universität Hamburg[62] ernannt.

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten]

Im Laufe seiner Regierungszeit und auch danach wurde Helmut Schmidt mit 24 Ehrendoktorgraden geehrt, darunter unter anderem Ehrendoktorwürden der britischen Universitäten Oxford und Cambridge, der Pariser Sorbonne, der amerikanischen Harvard- und der Johns Hopkins University, sowie der Keiō-Universität in Japan. 1983 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Katholieke Universiteit Leuven.

Helmut Schmidt erhielt 2007 die Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität Marburg im Rahmen der Christian-Wolff-Vorlesungen mit der Begründung, das „der Aufklärung verpflichtete Fach Philosophie“ erkenne „in Helmut Schmidt den Philosophen im Politiker“.[63] Die Ehrung wurde von Lehrenden der Politikwissenschaft heftig kritisiert. Sie sahen darin ein symbolisches Ende der marxistischen Tradition Wolfgang Abendroths in Marburg und stellten zugleich die sachliche Verleihungswürdigkeit Schmidts in Frage.

Benennungen zu Schmidts Ehren[Bearbeiten]

Rosensorte Helmut Schmidt, Kordes, 1979

Preise[Bearbeiten]

Glückwünsche des HVV zum 95. Geburtstag

Sonstige Ehrungen[Bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Der Hamburger Helmut Schmidt war für viele […] der Hanseat par excellence.[78][79] 2005 wurde er in einer Umfrage von dem Meinungsforschungsinstitut Emnid als beliebtester Politiker der jüngeren deutschen Geschichte ermittelt.[80]

Schmidt war öffentlichkeitswirksamer Raucher. Seine Kolumne bei der Wochenzeitung Die Zeit hieß Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt. Im öffentlichen Raum – etwa in der Hamburgischen Bürgerschaft – verbot man ihm das Rauchen auch nach Verschärfung der Rauchverbote in den Bundesländern nicht, was er für eine vorübergehende gesellschaftliche Erscheinung hielt. Selbst während Fernsehreportagen oder in Fernsehstudios rauchte Schmidt. Im Plenarsaal des Bundestages, in dem bereits früh ein Rauchverbot herrschte, stieg er während der Sitzungen auf Schnupftabak um. Er wurde regelmäßig in der WDR-Sendung Mitternachtsspitzen parodiert und dabei als Kettenraucher „Smoky“ dargestellt.

Senate und Kabinette[Bearbeiten]

Werke (Auszug)[Bearbeiten]

Helmut Schmidt, 2014

1960–1969

1970–1979

  • Die Opposition in der modernen Demokratie. In: Rudolf Schnabel, Die Opposition in der modernen Demokratie. Stuttgart 1972, S. 51–60.
  • Als Christ in der politischen Entscheidung. (Gütersloher Taschenbücher Siebenstern 206). Gütersloher Verlagshaus Mohn, Gütersloh 1976, ISBN 3-579-03966-0.
  • Zur Lage der Nation: Erklärung der Bundesregierung vor dem Deutschen Bundestag am 17. Mai 1979 (154. Sitzung des Deutschen Bundestages). Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Bonn 1979, DNB 790627868 (= Reihe Berichte und Dokumentationen, Band 18).

1980–1989

1990–1994

  • Die Deutschen und ihre Nachbarn. Menschen und Mächte, Teil 2. Siedler, Berlin 1990, ISBN 3-88680-289-2.
  • Politischer Rückblick auf eine unpolitische Jugend. In: Helmut Schmidt, Hannelore Schmidt u. a.: Kindheit und Jugend unter Hitler. Goldmann TB, 1994, ISBN 3-442-12851-X, S. 209–282.
  • Handeln für Deutschland. Berlin 1993.
  • Zur Lage der Nation. 1994.

1995–1999

2000–2004

2005–2009

2010–2015

Literatur[Bearbeiten]

Biografische Gesamtdarstellungen

Bildbiografien und Fotodokumentationen

  • Stefan Aust, Robert Fleck (Hrsg.): Helmut Schmidt – Ein Leben in Bildern des Spiegel-Archivs. Deutsche Verlags-Anstalt, München, und SPIEGEL-Buchverlag, Hamburg 2005, ISBN 3-421-05888-1. (Bildbiografie unter Verwendung persönlicher und privater Aufnahmen)
  • Dieter Dowe, Michael Schneider (Hrsg.), Josef Heinrich Darchinger (Fotograf): Helmut Schmidt – Fotografiert von Jupp Darchinger. J.H.W. Dietz Verlag (Nachf.), Bonn 2008, ISBN 978-3-8012-0389-4.
  • Jens Meyer-Odewald: Ein Leben. Helmut und Hannelore Schmidt. Hrsg.: Lars Haider. Hamburger Abendblatt, Hamburg 2011, ISBN 978-3-939716-98-3. (Bild-Doppelbiografie unter Verwendung von Aufnahmen öffentlicher Archive und privater Aufnahmen aus dem Archiv Helmut Schmidt)

Lebensabschnitte

  • Sabine Pamperrien: Helmut Schmidt und der Scheißkrieg. Die Biografie von 1918 bis 1945. Piper Verlag, München 2014, ISBN 978-3-492-05677-9.
  • Uwe Rohwedder: Helmut Schmidt und der SDS. Die Anfänge des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes nach dem Zweiten Weltkrieg. Edition Temmen, Bremen 2007, ISBN 978-3-86108-880-6.
  • Detlef Bald: Politik der Verantwortung. Das Beispiel Helmut Schmidt: Das Primat des Politischen über das Militärische 1965–1975. Aufbauverlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-351-02674-5.
  • Sabine Schneider: Die Kunst des Kompromisses, Helmut Schmidt und die Große Koalition 1966–1969. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1999, ISBN 3-506-77957-5.
  • Matthias Waechter: Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing. Auf der Suche nach Stabilität in der Krise der 70er Jahre, Edition Temmen, Bremen 2011, ISBN 978-3-8378-2010-2.
  • Klaus Bölling: Die letzten 30 Tage des Kanzlers Helmut Schmidt. Ein Tagebuch. Rowohlt, Reinbek 1982, ISBN 3-499-33038-5.
  • Jochen Thies: Helmut Schmidts Rückzug von der Macht. Das Ende der Ära Schmidt aus nächster Nähe. 2. Auflage. Verlag Bonn Aktuell, Stuttgart 1988, ISBN 3-87959-376-0.

Prinzipien, Werte und Stil, Handlungsmotive

Einzelaspekte

  • Jörg Magenau: Schmidt – Lenz. Geschichte einer Freundschaft. Hoffmann und Campe, Hamburg 2014, ISBN 978-3-455-50314-2.
  • Gunter Hofmann: Willy Brandt und Helmut Schmidt. Geschichte einer schwierigen Freundschaft. Verlag C. H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63977-7.
  • Henning Albrecht: Pragmatisches Handeln zu sittlichen Zwecken. Helmut Schmidt und die Philosophie. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-635-2.
  • Johannes von Karczewski: „Weltwirtschaft ist unser Schicksal“. Helmut Schmidt und die Schaffung der Weltwirtschaftsgipfel. Dietz, Bonn 2008, ISBN 978-3-8012-4186-5.
  • Heinz-Norbert Jocks: Das Reale und das vorgestellte China. Interview mit Helmut Schmidt. In: Kunstforum International. Bd. 193, September-Oktober 2008, S. 64–77.
  • Guido Thiemeyer: Helmut Schmidt und die Gründung des Europäischen Währungssystems 1973–1979. In: Franz Knipping, Matthias Schönwald (Hrsg.): Aufbruch zum Europa der zweiten Generation. Wissenschaftlicher Verlag Trier, Trier 2004, ISBN 3-88476-652-X, S. 245–268.
  • Kunst im Kanzleramt – Helmut Schmidt und die Künste. Wilhelm Goldmann Verlag, München 1982, ISBN 3-442-10192-1.
  • Rainer Hering: Helmut Schmidt – Der Protestantismus, die Kirchen und die Religion, in: Zeitschrift für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Band 2, 2015, Seite 269-287.

Würdigungen

  •  Wolfgang Mielke; Helmut Marrat: Helmut Schmidt zum 95. Geburtstag; Helmut Schmidt, Poetische Strenge / Eine Skizze. In: Perinique. Magazin Weltkulturerbe. Nr. 18, Perinique Verlag, Hamburg, Berlin Mai 2014, ISSN 1869-9952, S. 7–23, DNB 1000901297, ZDB-ID 2544795-6.

Film- und Fernsehauftritte[Bearbeiten]

  • 1997: Todesspiel. TV-Doku-Drama, Deutschland 1997, 177 Min., Buch und Regie: Heinrich Breloer, Produktion: WDR, mit Interview von Schmidt und seiner filmischen Darstellung
  • 2005: Die Nacht der großen Flut. TV-Doku-Drama, Deutschland 2005, 90 Min., Buch und Regie: Raymond Ley, Produktion: Cinecentrum, Erstsendung: 28. Oktober 2005, TV-Dokudrama zur Sturmflut von 1962 in Hamburg. (Filmausschnitte)
  • 2005: Helmut Schmidt – Mein Leben. Dokumentation, Deutschland, 43 Min., Regie: Felix Schmidt, Produktion: macroscope, ZDF, Inhaltsangabe von arte
  • 2006: Helmut Schmidt im Gespräch mit Reinhold Beckmann. Erstsendung: 25. September 2006, Inhaltsangabe der ARD, mit Video (ca. 70 Min.)
  • 2007: Helmut Schmidt außer Dienst. Fernsehfeature, 90 Min., 2001–2006, ein Film von Sandra Maischberger und Jan Kerhart, Produktion: NDR, Erstsendung: 4. Juli 2007, ausgezeichnet mit der Goldenen Kamera 2008 in der Kategorie „Beste Information“, als YouTube Video in 9 Teilen: Teil 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, auch als Die Zeit-Dokumentation
  • 2008: Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, („Menschen bei Maischberger“, 75 Min.)vom 20. Mai 2008, Video der ARD
  • 2008: Buchvorstellung „Außer Dienst“ – Helmut Schmidt im Gespräch mit Claus Kleber, Erstsendung: 21. September 2008, 13 Uhr (Phoenix) Video in der PHOENIX Bibliothek
  • 2008: Helmut Schmidt im Gespräch mit Reinhold Beckmann. Erstsendung: 22. September 2008, Inhaltsangabe (Memento vom 5. März 2009 im Internet Archive) der ARD (ca. 72 Min.)
  • 2008: Mogadischu. TV-Drama über die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut, Deutschland 2008, 108 Minuten, Regie: Roland Suso Richter
  • 2008: Helmut Schmidt – Der deutsche Kanzler. Dokumentation, ZDF vom 16. Dezember 2008, 20:15–21:15, Dauer 58 Minuten.
  • 2008: Schmidt (Bergedorf) – Eigenschaften. Biografie, Die Zeit, vom 11. Dezember 2008, DVD, Dauer 9 Minuten.
  • 2008: Helmut Schmidt – Mein Jahrhundert. Ein Film von Reinhold Beckmann und Christoph Weinert, ARD (60 Min.) vom 23. Dezember 2008
  • 2009: Zur Lage der Nation. Helmut Schmidt im Gespräch mit Sigmund Gottlieb, BR („Münchner Runde“, 45 Min.) vom 3. Februar 2009
  • 2009: Wir Schmidts. Helmut und Loki Schmidt im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo, Erstsendung: 25. Februar 2009, (ARD), Inhaltsangabe der ARD
  • 2009: Erfahrungen und Einsichten. Helmut Schmidt im Gespräch mit Markus Spillmann und Marco Färber, NZZ online (53 Min.) vom 6. Dezember 2009 (Helmut Schmidt – Erfahrungen und Einsichten – Video)
  • 2010: Helmut Schmidt und Fritz Stern im Gespräch mit Reinhold Beckmann, ARD (75 Min.), 22. Februar 2010
  • 2010: Was meinen Sie, Helmut Schmidt? im Gespräch mit Sigmund Gottlieb, BR („Münchner Runde“, 45 Min.) vom 2. März 2010
  • 2010: Mehr Verantwortung! Helmut Schmidt im Gespräch mit Christhard Läpple, ZDF, aspekte, 26. Juni 2010
  • 2010: Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, ARD („Maischberger“, 75 Min.) vom 14. Dezember 2010
  • 2011: Helmut Schmidt und Peter Scholl-Latour im Gespräch mit Reinhold Beckmann, ARD (75 Min.) vom 2. Mai 2011
  • 2011: Helmut Schmidt und Peer Steinbrück im Gespräch mit Günther Jauch, ARD (60 Min.) vom 23. Oktober 2011
  • 2011: Helmut Schmidt – Sein Jahrhundert, sein Leben; Studio Hamburg / NDRfernsehen / Die Zeit-Dokumentation; DVD-Zusammenstellung mit fünf DVDs: 1. Im GesprächDas politische StudioEin Porträt des Bundeskanzlers, 2. Ein Mann und seine Stadt, 3. Ein Mann namens Schmidt, 4. Helmut Schmidt – Mein Jahrhundert, 5. Staatsmann und Hanseat.
  • 2012: Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, ARD (75 Min.) vom 7. August 2012.
  • 2012: Warum noch an Europa glauben? – Bundespräsident Joachim Gauck und Alt-Kanzler Helmut Schmidt bei Maybrit Illner, ZDF (60 Min.) vom 27. September 2012.
  • 2012: Helmut Schmidt im Gespräch mit Wolfgang Schäuble, Phoenix (Wirtschaftsforum des Zeitverlages, 44 Min.) vom 10.  November 2012
  • 2012: Helmut Schmidt im Gespräch mit Siegmund Gottlieb, BR („Münchner Runde“, 45 Min.) vom 20. November 2012.
  • 2013: Helmut Schmidt und Yu-chien Kuan im Gespräch mit Reinhold Beckmann, ARD (75 Min.) vom 2. Mai 2013
  • 2013: Helmut Schmidt – Lebensfragen, ARD (88 Min.) vom 23. Dezember 2013.
  • 2015: Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, ARD (75 Min.) vom 28. April 2015.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helmut Schmidt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Falsches mit Falschem vermischt. In: Der Spiegel. Nr. 20, 1981 (Interview mit Helmut Schmidt, online).
  2. Michael Wolffsohn: Vom Oberleutnant zum Soldatenkanzler? Helmut Schmidt, das Schicksal der Juden im „Dritten Reich“ und der deutsche Widerstand gegen Hitler. In: FAZ, 16. Dezember 2014, S. 6.
  3. Jonathan Carr: Helmut Schmidt. Econ, Düsseldorf/Wien 1985, S. 29. Zwei Bilder von 1942 belegen zudem das Eiserne Kreuz: Hartmut Soell: Helmut Schmidt: 1918–1969. Vernunft und Leidenschaft. DVA, München 2004, zwischen S. 272–273. Jonathan Carr: Helmut Schmidt. Econ, Düsseldorf/Wien 1985, zwischen S. 136–137 (Hochzeitsfoto). Zur Leningrader Blockade siehe Alex J. Kay: Hungertod nach Plan. In: der Freitag, 23. Januar 2009, S. 11.
  4. Wibke Bruhns: Eine deutsche Familiengeschichte. klangkontext.de, Biografie.
  5. Hartmut Soell: Helmut Schmidt: 1918–1969. Vernunft und Leidenschaft. DVA, München 2004.
  6. a b Heinrich August Winkler: Das Holz, aus dem Kanzler geschnitzt werden. In: Die Zeit, Nr. 42/2003.
  7. Helmut Schmidt. whoswho.de, rasscass Medien und Content Verlag.
  8. Sabine Pamperrien: Helmut Schmidt und der Scheißkrieg. Die Biografie von 1918 bis 1945. Piper Verlag, München 2014.
  9.  Klaus Wiegrefe: Zum Vergessen. In: Der Spiegel. Nr. 49, 2014, S. 48–49 (online).
  10. Hans-Joachim Noack: Helmut Schmidt. Die Biographie. Rowohlt, Berlin 2008 (4. Auflage 2009), ISBN 978-3-87134-566-1.
  11. Beitrag auf cosmopolis.ch.
  12. Interview im Zeit-Magazin, Nr. 17/2008, „Leben“.
  13. Helmut Schmidt – Verteidigungsminister von 1969 bis 1972, Bundesministerium der Verteidigung
  14. a b Eigenaussagen im Interview in der Sendung Beckmann vom 25. September 2006 (Memento vom 12. April 2009 im Internet Archive)
  15. Jochen Wiemken: Ein bewegtes Leben, abgerufen am 11. November 2015.
  16. Unsere Soldaten hatten keine kollektive Ehre. In: Die Welt, 20. Dezember 2008; Gespräch mit Ulrich Wickert.
  17.  Klaus Wiegrefe, Georg Bönisch, Georg Mascolo: Umtaufen in Strauß-Affäre. In: Der Spiegel. Nr. 39, 2012, S. 74, 75 (Interview, online).
  18. bundestag.de
  19. a b Giovanni di Lorenzo: »Ich bin in Schuld verstrickt« In: Die Zeit, 30. August 2007 (Interview).
  20. Joachim Scholtyseck: Die FDP in der Wende. In: Historisch-Politische Mitteilungen, Band 19, Heft 1, Januar 2013, S. 197ff, ISSN (Online) 2194-4040, ISSN (Print) 0943-691X (PDF).
  21. Informationen zu allen deutschen Bundeskanzlern Deutsche-Bundeskanzler.de, abgerufen am 28. September 2013.
  22. Abschiedsrede im Bundestag, 10. Sep. 1986 youtube.de, nur audio, abgerufen am 28. September 2013.
  23. Briefwechsel Helmut Schmidt mit den Abgeordneten des Seeheimer Kreises vom 8. Dezember 1987 seeheimer-kreis.de
  24. siehe:
    • Helmut Schmidt: Außer Dienst. Siedler Verlag, München, 2008, S. 165.
    • Theo Sommer, Essay zum 90. Geburtstag Helmut Schmidts. Zeit Online, 21. April 2009
    • Wolfgang Lienemann: Frieden: vom „gerechten Krieg“ zum „gerechten Frieden“. In: Bensheimer Hefte, Heft 92, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, S. 52.
    • Christian Hacke, Manfred Knapp, Christoph Bertram: Friedenssicherung und Rüstungskontrolle in Europa. Verlag Wissenschaft und Politik, 1989, S. 58.
    • Michael Salewski: Das nukleare Jahrhundert: eine Zwischenbilanz. In: Historische Mitteilungen, Beiheft, Franz Steiner Verlag, 1998, S. 258.
  25. Susanne Miller: Die SPD vor und nach Godesberg. In: Susanne Miller, Heinrich Potthoff: Kleine Geschichte der SPD, Darstellung und Dokumentation 1848–1983. Verlag Neue Gesellschaft, Bonn, 5. überarb. Aufl. 1983, ISBN 3-87831-350-0, S. 228.
  26. Politik braucht eher Vernunft als Religion. In: Katholisches Sonntagsblatt, 20. Mai 2007, S. 2.
  27. Staatsakt für Helmut Schmidt: Hamburg und die Welt verneigen sich bei tagesschau.de, 23. November 2015 (abgerufen am 23. November 2015).
  28. knerger.de: Das Grab von Helmut und Loki Schmidt
  29. Das Kanzler-Museum von Langenhorn (HTML) Hamburger Abendblatt, abendblatt.de. 13. November 2015. Abgerufen am 26. November 2015.
  30. Die Bibliothek als Exponat: Helmut Schmidts Haus wird zum Museum (HTML) n-tv.de. 13. November 2015. Abgerufen am 26. November 2015.
  31. „Kommen Sie uns nicht mit 1945!“. In: Die Zeit, Nr. 38/2005; Interview mit Schmidt und Biedenkopf.
  32. Björn Hengst: Helmut Schmidt preist Schröders Agenda. In: Spiegel Online – Politik, 27. Oktober 2007.
  33. Die Thesen: Helmut Schmidt: Wer Arbeitslosigkeit wirksam bekämpfen will, muß deregulieren. In: Die Zeit, Nr. 15/1997.
  34. Helmut Schmidt: Außer Dienst. 2008, S. 213–269.
  35. Helmut Schmidt: SPD wird Atomausstieg kippen. In: Hamburger Abendblatt, 24. Juli 2008.
  36. „Das Euro-Krisengerede ist leichtfertiges Geschwätz“ In: Handelsblatt, 19. Oktober 2011.
  37. Helmut Schmidt: Multikulturelle Gesellschaft „Illusion von Intellektuellen“. NA-Presseportal, 20. April 2004.
  38. Holger Dohmen: Schmidt: Multikulti ist kaum möglich. In: Hamburger Abendblatt, 24. November 2004.
  39. Volljährig mit 18? Helmut Schmidt hält nichts davon. In: Jetzt, 11. November 2007.
  40. Patrick Bahners, Frank Schirrmacher: So sicher waren die Verhältnisse gar nicht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Dezember 2008 (Interview).
  41. Helmut Schmidt: Türkei passt nicht in die EU. In: Hamburger Abendblatt, 13. Dezember 2002.
  42. Kai Diekmann, Hans-Jörg Vehlewald: „Der G8-Gipfel ist nur noch ein Spektakel“ In: Bild, 3. Juni 2007 (Interview).
  43. Klimadebatte „reine Hysterie“ In: Rheinische Post, 4. Juni 2007.
  44. Verantwortung der Forschung im 21. Jahrhundert. Max-Planck-Gesellschaft. 11. Januar 2011. Archiviert vom Original am 7. Juli 2011. Abgerufen am 27. September 2012.
  45. a b c Der „coolste Kerl“ der Republik. Gabriele Gillen im Gespräch mit Helmut Schmidt. WDR5, 5. Oktober 2011.
  46. Harald Steffahn: Helmut Schmidt. rowohlts monographien, Rowohlt, Reinbek 1990 (2. Auflage Mai 1993), ISBN 3-499-50444-8.
  47. Craig R. Whitney: Der Exkanzler spricht über seine Erfahrungen mit amerikanischen und sowjetischen Staatsmännern, über deutsche Zeitgeschichte und ein lang gehütetes Geheimnis. Rückblick. Ein Interview mit Helmut Schmidt. In: Das Beste aus Reader’s Digest. Februar 1985, S. 58 f.
  48. Helmut Schmidt: Politischer Rückblick auf eine unpolitische Jugend. In: Helmut Schmidt, Hannelore Schmidt u. a.: Kindheit und Jugend unter Hitler. Siedler, Berlin 1992, Goldmann TB 1994, ISBN 3-442-12851-X, S. 209–282.
  49. Loki Schmidt über ihre kirchliche Trauung auf der Webseite der Kirchengemeinde Hambergen. Abgerufen am 2. Mai 2011.
  50. „Jammern ist bei uns nicht angesagt“ In: Stern, 16. Dezember 2008 ( Interview mit Susanne Schmidt).
  51. Die Deutschen bleiben ein gefährdetes Volk. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. April 2005. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  52.  „Dann rumpelt es in der Brust …". In: Der Spiegel. Nr. 43, 1981 (online).
  53. „Die Macht und die Ohnmacht“ In: Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010.
  54. Das Großkapital sehen wir mit Abscheu. FAZ.net, 13. Juni 2007.
  55. Hand aufs Herz. Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, 2002.
  56. Helmut Schmidts Neue sieht Loki zum Verwechseln ähnlich. In: Focus, 2. August 2012.
  57. Dankesrede von Helmut Schmidt für Eric-M.-Warburg-Preis (PDF; 183 kB)
  58. Helmut Schmidt – der deutsche Kanzler. Dokumentation, ZDF 2008.
  59. Renate Pinzke: Große Trauerfeier im Michel für Siegfried Lenz. In: Hamburger Morgenpost, 27. Oktober 2014; vgl. ferner: Jörg Magenau: Schmidt-Lenz – Geschichte einer Freundschaft. ISBN 978-3-455-50314-2, Buchtipp auf hoffmann-und-campe.de.
  60. Volker Gerhardt: Ethik des Handelns. In: Die Welt, 23. Dezember 2008.
  61. Die Macht der Orden – wie sie motivieren und manipulieren. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 6. Februar 2015.
  62. Ehrensenatorinnen und Ehrensenatoren der Universität Hamburg (Memento vom 8. Juni 2012 im Internet Archive)
  63. koerkel: Helmut Schmidt erhielt Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität. Im Rahmen der traditionellen Christian-Wolff-Vorlesung sprach Schmidt über „Gewissen und Verantwortung des Politikers“ – Den Festvortrag hielt C. F. Gethmann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie. Philipps-Universität Marburg, 7. März 2007, abgerufen am 24. Februar 2011.
  64. Charles Maier wins Helmut Schmidt Prize in German-American Economic History. (englisch)
  65. Edgar S. Hasse: Helmut Schmidt und der Vogel, der nicht fliegen kann. In: Die Welt. 6. November 2012, abgerufen am 19. Mai 2015.
  66. Hamburger Pressehaus in Helmut-Schmidt-Haus umbenannt, www.zeit.de, abgerufen am 14. Januar 2016
  67. Süddeutsche Zeitung, 11. Dezember 2015: Hamburg bekommt den Helmut-Schmidt-Flughafen (abgerufen am 28. Januar 2016)
  68. Nell-Breuning-Preis „große Ehre“ für Helmut Schmidt, Website der Stadt Trier.
  69. Liste der bisherigen Preisträger des Adenauer-de (…) – France-Allemagne.fr. In: deutschland-frankreich.diplo.de. Abgerufen am 10. November 2015.
  70. Pressemitteilung der American Academy. American Academy in Berlin, 30. Mai 2007, archiviert vom Original am 28. Juni 2007, abgerufen am 24. Februar 2011 (PDF, englisch): „As a publisher, he remains a pre-eminent catalyst of transatlantic dialogue and debate.“
  71. Weltwirtschaftlicher Preis 2007 (Memento vom 23. Februar 2008 im Internet Archive), Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel.
  72. Mendelssohn-Preis 2009. Abgerufen am 10. Februar 2009.
  73. Point-Alpha-Preis : Altkanzler Schmidt für politische Verdienste geehrt. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 17. Juni 2010.
  74. Helmut Schmidt erhält Point-Alpha-Preis 2010. In: Frankfurter Rundschau. 3. Januar 2010.
  75. Reaktionen auf Helmut Schmidt. In: Westfälische Nachrichten, 22. September 2012.
  76. Ulrich Clauß: Schmidt ist „zutiefst gerührt“ von Familie Schleyer. In: Die Welt, 26. April 2013.
  77. Freimaurer vergeben Stresemann-Preis an Helmut Schmidt. In: Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, 27. Januar 2015.
  78. Pressemeldungen vom 6. Januar 1999. Pressestelle der Hansestadt Hamburg. 6. Januar 1999. Archiviert vom Original am 23. September 2004. Abgerufen am 24. September 2012.
  79. Helmut Schmidt soll ein Schwabe sein. In: Hamburger Abendblatt, 18. Mai 2007.
  80. Helmut Schmidt ist beliebtester Politiker der jüngeren deutschen Geschichte. Discovery Geschichte. 17. August 2005. Archiviert vom Original am 6. Oktober 2008. Abgerufen am 27. September 2012.
  81. Inhaltsverzeichnis (PDF; 50 kB)
  82. a b c Daniela Münkel: Sammelrezension Helmut Schmidt. In: H-Soz-u-Kult. 9. November 2009 (PDF, 93 kB).