Helmuth Gmelin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Helmuth Gmelin, eigentlich Hellmuth Gmelin, in Besetzungslisten manchmal auch Helmut Gmelin (* 21. März 1891 in Karlsruhe; † 18. Oktober 1959 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur, Theaterleiter, Schauspiellehrer, Hörspiel- und Synchronsprecher.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helmuth Gmelin entstammte einer badischen Gelehrtenfamilie. Sein älterer Bruder war der Schriftsteller Otto Gmelin. Schon früh nahm er an der Reicherschen Hochschule für dramatische Kunst in Berlin Schauspielunterricht. Seine ersten Engagements erhielt er in der Schweiz und in Weimar. Um 1919 ging er an das Staatstheater Braunschweig, wo er auch als Regisseur tätig war.

Verheiratet war Gmelin in erster Ehe mit Thekla Mathilde Lina Christine, geb. Diekmann, die am 27. Juli 1919 an den Folgen der Geburt der gemeinsamen Tochter Gerda Gmelin im Kindbett starb. Einige Jahre später heiratete er in zweiter Ehe Charlotte Wilke, Tochter des Braunschweiger Künstlers Rudolf Wilke und dessen Ehefrau Amalie, geb. Brandes. Beide hatte die gemeinsame Tochter Alexandra.[1]

Nachdem sein Vertrag in Braunschweig 1934 ausgelaufen war zog es ihn nach Hamburg. Bis 1946 sah man den Charakterschauspieler dort in zahlreichen Rollen am Deutschen Schauspielhaus. Im März 1948 verwirklichte sich er einen lang gehegten Traum: Gmelin eröffnete im vierten Stockwerk des Hauses Alsterchaussee 5 in seiner Drei-Zimmer-Wohnung das Theater unterm Dach, das später den Namen Theater im Zimmer erhielt. Er wollte damit Zuschauer an die Schauspielkunst heranführen, indem er aufgrund einer fehlenden Rampe Barrierefreiheit schaffte. In diesem Theater konnten fünfzig Personen Platz finden. Die inoffizielle Eröffnung des Theaters erfolgte mit dem Stück Gespenster von Henrik Ibsen. In der Rolle des Oswald trat Boy Gobert auf, der wie viele andere Schüler Gmelins an diesem Theater zu sehen war. Die Aufführung fand in Hamburg so viel Anklang, dass das Theater zu einer festen Einrichtung wurde.

Da sich bald herausstellte, dass die Wohnung im Stadtteil Harvestehude für viele Aufführungen wegen der räumlichen Enge ungeeignet war, zog man im Mai 1952 in eine Villa an der Alsterchaussee 30. Dort fanden 120 Zuschauer Platz. Sehr bald machte sich die Bühne auch außerhalb der Hansestadt einen Namen. 1957 erkrankte Gmelin so schwer, dass seine Tochter, die Schauspielerin Gerda Gmelin, die später seine Nachfolgerin wurde, einen Großteil seiner Arbeit übernehmen musste.

Helmuth Gmelin fand neben der Theaterarbeit aber auch Zeit für Arbeiten bei Film, Fernsehen und vor allem beim Hörfunk. Während er auf der Leinwand meist in Nebenrollen auftrat, wie in Der Hauptmann von Köpenick, trat er in zahlreichen Hörspielen des NWDR Hamburg zwischen 1949 und 1958 auch als Hauptdarsteller in Erscheinung.

Hauptrollen hatte er u. a. in dem Science-Fiction-Hörspiel Das Hopkins-Manuskript nach Robert Cedric Sherriff, in Die Herzogin von Langeais, Moselfahrt, Professor Singers letztes Experiment, Die Gattin des Ministers und in Der König von Albanien. Auch als Synchronsprecher trat er gelegentlich in Erscheinung, so beispielsweise als die deutsche Stimme von Wilfrid Lawson in Duell am Steuer.

Gmelin, der sich vorübergehend von seiner Krankheit erholt hatte, erlitt einen Rückfall und starb am Nachmittag des 18. Oktober 1959 im Allgemeinen Krankenhaus Barmbek. Sein Grab befand sich auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf, Planquadrat BX 66, Grabnummer 248. Mittlerweile ist das Grab aufgehoben (aufgelassen) worden.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsches Bühnenjahrbuch, 1961, Jg. 69
  • Glenzdorfs Internationales Filmlexikon, 1960, Bd. 1
  • Deutsches Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main (Hörspielübersicht)
  • Verwaltung des Hamburger Friedhofes Ohlsdorf (Korrektes Geburtsdatum und Angaben zur Grabstelle)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Isabel Rohloff: Gerda Gmelin. In: Reinhard Bein (Hrsg.): Braunschweiger Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Band 2, döringDruck, Braunschweig 2012, S. 58.