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Helvetic Airways

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Helvetic Airways
Logo der Helvetic Airways
Eine Embraer 190 kurz vor der Landung am Flughafen Zürich
IATA-Code: 2L
ICAO-Code: OAW
Rufzeichen: HELVETIC
Gründung: 2003
Sitz: Wilen[1], SchweizSchweiz Schweiz
Heimatflughafen:

Flughafen Zürich

Unternehmensform: Aktiengesellschaft
Leitung:

Tobias Pogorevc (CEO)
Leonardo De Luca
(Verwaltungsrat)[2]

Mitarbeiterzahl: ca. 450 (Januar 2017)[3]
Flottenstärke: 11 (+ 12 Bestellungen)
Ziele: national und international
Website: www.helvetic.com
Eine McDonnell Douglas MD-83 der Odette Airways

Helvetic Airways AG ist eine schweizerische Fluggesellschaft mit operativem Sitz in Kloten und Basis auf dem Flughafen Zürich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Fokker 100 der Helvetic Airways in der alten Bemalung im Jahr 2004
ehemaliger Airbus A319-100 der Helvetic Airways
Eine Fokker 100 im Anflug auf die Piste 14 am Flughafen Zürich

2003 – Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helvetic Airways entstand im Herbst 2003 als Erweiterung der bereits bestehenden Odette Airways, die mit einer McDonnell Douglas MD-83 der ehemaligen Crossair seit Februar 2002 Gastarbeiterflüge zu Flugzielen in Südosteuropa wie zum Beispiel Priština durchführte. Diese eine Maschine war nur zum Jahreswechsel 2002/2003 kurzzeitig durch eine von Swiss geleaste Maschine des Typs MD-82 ergänzt worden.[4] Im November 2003 nahm dann Helvetic als erste Billigfluggesellschaft der Schweiz ihren Betrieb mit einer Fokker 100 und drei Destinationen auf. 2004 wurden insgesamt sieben Maschinen vom Typ Fokker 100 betrieben und das Streckennetz erweitert.

2006 – Vollständige Übernahme durch Martin Ebner und Geburtsstunde der Helvetic Airways[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2006 übernahm Martin Ebner die finanziell angeschlagene Airline vollständig und investierte insgesamt 50 Mio. CHF zur Rettung.[5][6] Die Übernahme brachte einige Veränderungen mit sich; so wurden die Posten der Geschäftsleitung, die bis zum heutigen Tag nur aus zwei Personen besteht[7], neu besetzt. Seit der Übernahme führen Bruno Jans als CEO[8] und Tobias Pogorevc als CFO die Geschicke der Helvetic Airways, die Flotte war bis Juni 2006 auf 4 Flugzeuge reduziert worden. Zudem verabschiedete sich die Fluglinie vom Image einer Billigfluggesellschaft, was sich auch in der optischen Erscheinung der Lackierung der Aussenhaut der Flugzeuge bemerkbar machte: So wurde das grelle pink mit weissem Helvetic-Schriftzug durch einen weissen Grund mit silvergrauem Helvetic Schriftzug ersetzt und das Seitenleitwerk in rot mit Schweizerkreuz gehalten. Das neue Design wurde im Dezember 2006 der Öffentlichkeit präsentiert.[9] Zeitgleich wurden auch die Uniformen der Crew angepasst und ebenfalls das pink entfernt und die anthrazit-farbene Uniform durch rote Elemente (Halstuch) ergänzt. Als Slogan wurde Auf ganzer Linie schweizerisch gewählt.

Als neue Strategie wird ein Mix aus drei Standbeinen Linienflügen, Wet-Lease und Charterflügen gefahren, was als Erfolgsmodell bei Helvetic gilt.[10]

Martin Ebner gab in einem Interview an, dass die Airline zwei Jahre nach seinem initialen Investment profitabel sei und keine weitere Unterstützung mehr benötige.[11] Die Flotte wurde 2010 wieder um zwei Fokker 100 ergänzt.

2013 bis 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helvetic beschaffte auf ihrem Wachstumskurs im Mai 2013 einen Airbus A319[12] und 2014 sieben Embraer 190[13].

2015 beförderte Helvetic Airways insgesamt 1.75 Mio. Passagiere bei einer Auslastungsquote der Flotte von 85 %. Als Wachstumshindernisse wurde die Rekrutierung von genügend Piloten und Flugbegleitern genannt.[14]

2016 – 10-jähriges Bestehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2016 feiert die Helvetic Airways das 10-jährige Bestehen.[10] Die beständige Geschäftsleitung bestehend aus Bruno Jans und Tobias Pogorevc als CFO wurde laut Medienberichten als Zeichen des gesicherten Engagements des Eigners Martin Ebner gewertet.[15]

Ab 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentümer Martin Ebner beabsichtigte, die Helvetic Airways zu Europas führender Fluggesellschaft für Spezialflüge für Fussball- und Sportclubs, sowie Firmen zu entwickeln.[6] Im Dezember 2016 hatte Helvetic Airways passend dazu den Spengler Cup gesponsert.[16]

Die Flotte wurde im April 2017 mit der Retournierung der Airbus A319 an den Leasinggeber auf 12 Maschinen verkleinert. Helvetic wollte sich damit auf Maschinen mit gut 100 Plätzen im Kurzstreckensegment konzentrieren und mit einer Flotte mit nur noch zwei Flugzeugtypen Wartungskosten sparen.[17] An der Farnborough Airshow 2018 gab Helvetic eine Bestellung von 12 Embraer 190-E2 plus Optionen auf 12 weitere E190-E2/E195-E2 bekannt zum Ersatz der bestehenden Flugzeuge der Typen E190 sowie Fokker 100.[18] Am 14. 2019 absolvierte die Fokker HB-JVG ihren letzten Flug für Helvetic als Rundflug über den Alpen, der letzte reguläre Passagierflug hatte eine Woche zuvor statt gefunden.[19]

Besitzverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge einer finanziellen Sanierung übernahm im März 2006 Finanzier Martin Ebner über seine zusammen mit seiner Frau betriebene Beteiligungsgesellschaft Patinex AG die kompletten Anteile an Helvetic Airways, nachdem er zuvor Mehrheitsaktionär gewesen war. Zur Verhinderung des drohenden Konkurses der Fluggesellschaft, die seit ihrer Gründung 2003 insgesamt 40 Mio. Schweizer Franken an Schulden angehäuft hatte, wurde das Aktienkapital von 40 Mio. CHF auf Null herabgesetzt und eine Kapitalerhöhung von Null auf 10 Mio. CHF vorgenommen. Das Geld für diese Kapitalerhöhung stammte komplett von der Patinex AG[5].

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Liniendienst werden von Helvetic Airways gegenwärtig Bordeaux, Kittilä, Olbia, Palma de Mallorca, Shannon und Tromsø von Zürich oder Bern angeflogen.[20] Für verschiedene Reiseveranstalter fliegt Helvetic Airways zudem weitere Ziele im Charterbetrieb an.

Ab Sommer 2018 werden von Zürich aus Calvi und Rostock angeflogen. Außerdem werden von Bern ebenfalls Calvi und zusätzlich Jerez bedient.[21]

Seit 2010 standen im Rahmen eines Wet-Lease-Abkommens drei der sechs Fokker 100 für Swiss im Einsatz,[22] seit dem Winterflugplan 2013/14 setzt Helvetic bis mindestens 2017 total vier Fokker 100 für Swiss ein.[23] Im August 2014 wurde bekannt, dass Helvetic sieben neue Flugzeuge des Typs Embraer 190 beschafft. Vier dieser neuen Flugzeuge sollten ab Ende 2014 im Dienste der Swiss fliegen und dort alternde Maschinen des Typs Avro RJ-100 ersetzen.[24]

Seit Ende März 2016 bestand auch ein Wet-Lease-Abkommen mit der deutschen Lufthansa für die Strecke ZürichMünchen.[25] Lufthansa betreibt die Strecke mittlerweile wieder mit eigenen Flugzeugen.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Embraer 190 am Flughafen Zürich

Mit Stand Juni 2019 besteht die Flotte der Helvetic Airways aus 11 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 10 Jahren:[26]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[18] Anmerkungen Sitzplätze Durchschnittsalter
Embraer 190 11 kamen zwischen Dezember 2014 und Juni 2015 von der Niki[27] 104 / 112 010 Jahre
Embraer 190-E2 12 ersetzen die Embraer 190 – offen –
Gesamt 11 12 10 Jahre

Ehemalige Flugzeugtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darüber hinaus setzte Helvetic Airways bzw. Odette Airways in der Vergangenheit noch folgende Flugzeugtypen ein:[27][28]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bei jedem Helvetic-Airways-Linienflug (ohne Wet-Lease) erhalten die Passagiere einen Zürcher Hüppen und zur Verabschiedung ein Sugus[29].
  • Martin Ebners Frau Rosmarie soll ihn durch eine Anmerkung während eines gemeinsamen Fluges mit der Helvetic Airways indirekt zu dem Investment bewogen haben.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Helvetic Airways – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auszug "Helvetic Airways AG" des Handel-Registers des Kantons Schwyz@1@2Vorlage:Toter Link/sz.powernet.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 4. Juli 2016
  2. Helvetic Airways - Organisation (Memento vom 2. Oktober 2013 im Internet Archive)
  3. Helvetic Airways (Hrsg.): Relax Bordmagazin (Printausgabe). Zürich 2017, S. 82.
  4. MD-82 HB-INR, planespotters.net, abgerufen am 1. Januar 2018
  5. a b Martin Ebner verhindert Pleite, Printausgabe SonntagsZeitung (CH), 1. Oktober 2006
  6. a b c Stefan Eiselin: Der gelockerte Ebner. tagesanzeiger.ch, 27. April 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  7. Helvetic Airways Organisation. Abgerufen am 8. Januar 2017.
  8. Bericht in den SkyNews (Memento vom 22. November 2015 im Internet Archive) (PDF; 1,9 MB)
  9. Helvetic Airways Group. Abgerufen am 8. Januar 2017.
  10. a b Hanspeter Bürgin: Helvetic Airways feiert den 10. Geburtstag. travelnews.ch, 23. April 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  11. Adrian Müller: Helvetic Airways verdient mit Flügen ab Bern gutes Geld. derbund.ch, 27. April 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  12. Laura Frommberg: Helvetic Airways hat ihren A319. aerotelegram.com, 8. Mai 2013, abgerufen am 8. Januar 2017.
  13. Helvetic Airways erweitert Flugzeugflotte um sieben Embraer 190. aargauerzeitung.ch, 19. Dezember 2014, abgerufen am 8. Januar 2017.
  14. Helvetic Airways auf Rekordkurs - und Personalsuche. travelnews.ch, 11. Februar 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  15. Das andere Investment von Martin Ebner. finews.ch, 27. April 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  16. Silver Sponsor Spengler Cup. Abgerufen am 8. Januar 2017.
  17. Helvetic Airways verabschiedet sich vom Airbus A319. abouttravel.ch, 7. November 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  18. a b Fluggesellschaft Helvetic mit Riesenbestellung von neuen Fliegern | Luzerner Zeitung. In: Luzerner Zeitung. (luzernerzeitung.ch [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  19. Letzter Flug: Helvetic sagt bye-bye zur Fokker 100, Handelszeitung, 14. Juni 2019
  20. Helvetic Flugplan. Abgerufen am 8. Januar 2017.
  21. {Internetquelle |url=https://abouttravel.ch/reisebranche/transport-luft-land/helvetic-airways-im-sommer-2018-mit-neuen-zielen-und-comebacks/ |Helvetic Airways im Sommer 2018 mit neuen Zielen und Comebacks |hrsg=abouttravel.ch |zugriff=2018-03-09}
  22. helvetic.com: Wet-Lease Abkommen (Memento vom 22. November 2015 im Internet Archive) 27. Juli 2010
  23. aerotelegraph.com - Swiss und Helvetic weiten Partnerschaft aus 27. September 2013
  24. http://www.travelinside.ch/travelinside/de/index.php?we_objectID=31720
  25. Abouttravel Wet-Lease Lufthansa, abgerufen am 3. Juli 2016
  26. Helvetic Airways Fleet Details and History. In: planespotters.net. 1. März 2019, abgerufen am 30. Juni 2019 (englisch).
  27. a b airfleets.net - Fleet Helvetic (englisch), abgerufen am 7. April 2017
  28. airfleets.net - Fleet Odette Airways (englisch), abgerufen am 7. April 2017
  29. Helvetic Airways: Und nach appenzell mineral freut sich nun auch SUGUS, zusammen mit Helvetic Airways die Gäste an Bord zu begrüssen!pic.twitter.com/hzkZGy5TfQ. In: @helvetic_de. 3. Juni 2016, abgerufen am 7. März 2019.