Hemhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hemhofen
Hemhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hemhofen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 41′ N, 10° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Höhe: 318 m ü. NHN
Fläche: 6,76 km2
Einwohner: 5298 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 784 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91334
Vorwahl: 09195
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 130
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Blumenstraße 25
91334 Hemhofen
Website: www.hemhofen.de
Bürgermeister: Ludwig Nagel (CSU)
Lage der Gemeinde Hemhofen im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Hemhofen ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa elf Kilometer nordwestlich von Erlangen. Sie ist umgeben von Wäldern, wie dem Markwald, und Weiherplatten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hemhofen besteht aus dem Hauptort Hemhofen und dem Ortsteil Zeckern.[2] Beide Ortsteile sind mittlerweile baulich verbunden.

Zeckern, Luftaufnahme (2015)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden Hemhofens sind Adelsdorf, Heroldsbach und Röttenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hemhofen wurde 1355 erstmals nachweislich urkundlich erwähnt, auf dem heutigen Gemeindegebiet entstand wohl schon um das Jahr 1000 die erste Siedlung des Ortes. Im Evangelischen Pfarrbuch, einer von Pfarrer Friedrich Konstantin Kraußold gefertigten allgemeinen Beschreibung des gesamten Kirchenwesens in der evangelisch-lutherischen Pfarrei Hemhofen, findet sich der Vermerk „Hemhofen wird schon im Jahre 1062 erwähnt“. Der Sage nach stand früher hier ein Schafhof. Die Gutsherrschaft nahm allerlei Leute in Dienst. So entstand das Dorf Hammelhof und durch Zusammenziehung der ersten Silben Hemhofen. Obwohl noch weitere Deutungen des Ortsnamens zur Auswahl stehen, wie z. B. Hemhofen von Allweyer von Heimenhofen (Familienname), von Hof des Hemo bzw. Hemmo, von Hof der Hemma und von Heimhof (Haus-Heim), halten die Einwohner noch heute an dieser Sage fest. Pfarrer Kraußold schreibt zum Thema Deutung des Ortsnamens weiter: „Zu dieser Auffassung (Hemhofen von Hammelhof) kommt man auch durch Handschuh, der im geographischen Lexikon für Franken 1800, II. Band, Seite 567, über Hemhofen schreibt: Der Ort bestand ehehin nur aus einigen Bauernhöfen und einer Schäferei“.

Hemhofen war lange Zeit ein protestantisches Pfarrdorf, wobei die Reformation des Ortes von der Nachbargemeinde Röttenbach ausging. So sollen im Schloss zu Röttenbach, das im Bauernkrieg 1525 zerstört wurde, seit 1362 die Truchsesse von und zu Pommersfelden Wohnung bezogen haben. Diese Truchsesse (Hofbeamte) nahmen im 16. Jahrhundert den evangelischen Glauben an und so wurden auch ihre Untertanen in Hemhofen und Röttenbach evangelisch. Eine Gegenreformation des Bamberger Fürstbischofs 1628 zeigte nur in Röttenbach Erfolg, Hemhofen blieb weiterhin evangelisch.

Wappen der Familie Truchseß von Pommersfelden
Schloss Hemhofen, August 2009
Schloss Hemhofen, Januar 2011

1650 ging Hemhofen als Hochzeitsgabe des Truchsess von Pommersfelden an seine Tochter bei ihrer Vermählung mit Philipp Graf zu Pappenheim in dessen Besitz über. Nach dem Tod des Grafen und durch Wiedervermählung kam Hemhofen 1660 zunächst in den Besitz des Freiherrn von Töstelberg. Dieser begann 1715 mit der Erbauung des Schlosses von Hemhofen, das er am 11. Juli 1722 zusammen mit den dazugehörenden Ländereien an die Familie Winkler von Mohrenfels verkaufte. Wolfgang Christoph Winkler von Mohrenfels (1659–1729) wurde durch Kaiser Joseph I. im Jahre 1709 in den Adelsstand erhoben. Er hatte es durch Energie und Wissen zu bedeutendem Wohlstand gebracht.

Den von dem Freiherrn von Jöbstelberg [auch Jöbstelsberg] erworbenen Grundbesitz gestaltete er zu einem Familienfideikommiss, dessen Urkunde aus dem Jahre 1723 datiert. Diese Urkunde erfuhr 1731 die Bestätigung der kaiserlichen Kanzlei in Wien. Wolfgang Christoph von Mohrenfels beendete den Bau des Schlosses, aber erst unter seinem Sohn Georg Christoph (1709–1748) gediehen das Schloss und seine Nebengebäude zu ansehnlicher Größe und Schönheit. Das Hemhofener Schloss diente auch lange Zeit der evangelischen Gemeinde als Gotteshaus, denn die Freiherren Winkler von Mohrenfels stellten sofort nach Übernahme des Schlosses Schlossprediger in ihre Dienste, die zugleich Hauslehrer der adeligen Familie waren.

Die Zuständigkeit über das bambergische Rittermannslehen Hemhofen der Winkler von Mohrenfels wurde im preußisch-bayerischen Hauptlandesvergleich 1803 an das seit 1792 preußische Fürstentum Bayreuth abgetreten, mit dem es im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich fiel und 1810 Bayern überlassen wurde.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden Vertriebene und ältere Leute eine Bleibe im Schloss. Das vor wenigen Jahren weitgehend renovierte Gebäude wird heute für Festivitäten, wie Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, oder Messen wie Gartenlust und Rosenmesse genutzt.

Im Oktober 1984 wurde Hemhofen im Landkreis-Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden als schönste Ortschaft im Landkreis Erlangen-Höchstadt ausgezeichnet.

Im Jahre 2005 feierten Hemhofen und Zeckern gemeinsam den 650. Geburtstag (1355–2005).

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Zeckern eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hemhöfner Gemeinderat hat 21 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters.

Wahlergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parteien / Wählergemeinschaften %
2014
[4]
Sitze
2014
%
2008
[5]
Sitze
2009
%
2002
[6]
Sitze
2002
CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 38,1 8 31,7 6 30,9 6
SPD SPD Bayern 23,1 5 27,6 6 34,1 7
FW Freie Wähler Bayern 16,3 3 28,7 6 22,1 5
Grüne Bündnis 90/Die Grünen Bayern 11,9 2
AW Allgemeine Wählerschaft 10,6 2 11,9 2 9,6 2
gesamt 100,0 20 100,0 20 100,0 20
Wahlbeteiligung in % 65,4 71,5 73,8

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber auf goldenem Dreiberg ein unbekleideter Mohr, im linken oberen Eck in rotem Schildchen eine silberne Saufeder.

Das im Jahre 1977 von den Hemhofener Gemeindevätern beschlossene Ortswappen erinnert mit dem im Mittelfeld stehenden Mohren an die Freiherren Winkler von Mohrenfels, der Spieß, die sogenannte Schweinsfeder, weist auf die Herren von Stiebar hin, der Mitte des 17. Jahrhunderts die Herren von Zeckern, des heutigen Ortsteils von Hemhofen waren.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hemhofen unterhält seit dem 4. Juli 2009 eine Gemeindepartnerschaft mit der rumänischen Gemeinde Obereidisch (Ideciu de Sus).[7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist ein bevorzugtes Wohngebiet für Pendler nach Erlangen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdischer Friedhof in Zeckern, Januar 2011
  • Jüdischer Friedhof: Im Ortsteil Zeckern befindet sich ein Jüdischer Friedhof. Mit 15.169 m² ist er einer der größten und ältesten Friedhöfe Bayerns – ein Kulturdenkmal. Bei Dokumentationen in den Jahren 1970 und 1979 wurden 1.522 Gräber gezählt, auf denen noch etwa 800 Grabsteine standen. Geschätzt wird, dass auf dem Friedhof etwa 6.000 Juden beerdigt wurden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide Ortsteile werden von der Staatsstraße St 2259 durchquert, die von der Bundesstraße 470 im Norden nach Erlangen verläuft.

In den 2000er Jahren wurde diskutiert, die RB 24 (Hirtenbachtalbahn) von Forchheim nach Zeckern zu reaktivieren. Seit 2006 steht fest, dass die Bahnstrecke nicht mehr in Betrieb genommen wird. Die Bahn hat im Jahr 2008 mit dem Abbau der eingleisigen Strecke von Höchstadt/Aisch bis Forchheim begonnen und sie bis zum Jahreswechsel 2009 vollständig entfernt. Damit erübrigt sich auch bis auf weiteres eine Anbindung Hemhofens an die Stadt-Umland-Bahn Erlangen wie in den 1990ern verschiedentlich geplant.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111027/175020&attr=OBJ&val=1386
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 484.
  4. Ergebnis der Kommunalwahl 2014
  5. Ergebnis der Kommunalwahl 2008
  6. Ergebnis der Kommunalwahl 2002
  7. Gemeinde Hemhofen – Partnergemeinde. Abgerufen am 26. Mai 2018 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hemhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien