Hemimetabole Insekten

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Roesels Beißschrecke gehört als Vertreter der Langfühlerschrecken zu den hemimetabolen Insekten

Die Hemimetabola oder Exopterygota stellen eine informelle Gruppe innerhalb der Insekten, bei denen sich das Jungtier oft nur anhand seiner Größe vom erwachsenen Tier, der Imago, unterscheidet. Es findet daher im Gegensatz zu den holometabolen Insekten (Holometabola) keine Verwandlung über ein Puppenstadium statt. Der auffälligste Unterschied zwischen Larve und Adult sind dabei die erst nach der Häutung zur Imago erscheinenden Flügel. Nomenklatorisch korrekt wird das Jugendstadium der Hemimetabolen Nymphe genannt, wenn es keine eigenständigen Bildungen besitzt, die der Imago fehlen (z. B. Kiemen). Besitzt es hingegen solche „Larvalorgane“, sollte man es Larve nennen, genauso wie die Jugendstadien der holometabolen Insekten. Im tatsächlichen Sprachgebrauch wird dieser Unterschied kaum jemals so streng beachtet, auch in wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird z. B. von „Heuschreckenlarven“ gesprochen.

Die Hemimetabolen Insekten bilden ein sogenanntes paraphyletisches Taxon. Das bedeutet, dass die holometabolen Insekten nicht die Schwestergruppe der hemimetabolen Insekten sind, sondern aus diesen hervorgegangen sind. Nach der gängigen Systematik sind die sogenannten Paraneoptera (das sind die Schnabelkerfe und die Fransenflügler innerhalb der Hemimetabolen) enger mit den Holometabolen verwandt, als es die Hemimetabolen untereinander wären (vgl. Phylogenetische Systematik der Insekten). Außerdem ist auch die Verwandtschaftsgruppe der sogenannten Polyneoptera ebenfalls enger mit ihnen verwandt als mit den Libellen oder den Eintagsfliegen.

Paraphyletische Taxa waren in der klassischen Taxonomie nicht unüblich, das zeigen weitere Beispiele wie die „Reptilien“. Nach der heute in der Taxonomie und Systematik vorherrschenden Methode der phylogenetischen Systematik (oder Kladistik), die auf den Insektenkundler Willi Hennig zurückgeht, sind paraphyletische Taxa zu vermeiden, weil sie die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse verschleiern. Genau wie beim Ausdruck „Reptilien“ wird in der Forschung auch weiterhin von „Hemimetabolen“ gesprochen, wobei sich die Verwender über die Verhältnisse durchaus im Klaren sind. Es handelt sich um einen praktischen, abkürzenden Begriff, der beim Einsortieren hilfreich ist.

Gelegentlich wird auch der Begriff Heterometabola (oder heterometabole Insekten) als weitgehendes Synonym verwendet (unter Ausklammerung der Urinsekten).

Tiere, die keine sichtbare Verwandlung durchmachen, werden manchmal auch als ametabol bezeichnet, wie z. B. die Fischchen.

Die folgenden Gruppen lassen sich als hemimetabol bezeichnen:

Weblinks[Bearbeiten]