Hemkenrode

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Hemkenrode
Gemeinde Cremlingen
Wappen von Hemkenrode
Koordinaten: 52° 13′ 41″ N, 10° 42′ 22″ O
Höhe: 156 (132–256) m
Einwohner: 384 (1. Jan. 2016)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 38162
Vorwahl: 05306
Karte
Lage von Hemkenrode in Cremlingen

Hemkenrode ist ein Ortsteil der Gemeinde Cremlingen (bis 1974: Samtgemeinde Destedt) im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen gehört. Der Ort liegt am Westhang des Elms.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein zur 600-Jahr-Feier 1948

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich 1239. Das Dorf ist aber wahrscheinlich weitaus älter und soll um 800 auf einer Waldrodung südwestlich des heutigen Ortes entstanden sein. In einer Urkunde von 1348 bestätigte Herzog Magnus von Braunschweig dem Gerichtsherren die Schenkung eines jährlichen Zinses von acht Schillingen - die Grundlage für den Bau des Gotteshauses im Jahre 1448. Die Dorfbewohner waren den Herren von Veltheim zu Destedt dienstverpflichtet, doch ist Hemkenrode nie ein Gutsdorf gewesen.

Ein lebhaftes Vereinsleben (Schützenverein, Chor, Freiwillige Feuerwehr) zeichnet das Dorf aus. Seit 1963 gibt es ein Freibad; das einzige der Gemeinde Cremlingen.

Am 1. März 1974 wurde Hemkenrode in die Gemeinde Cremlingen eingegliedert.[1]

1999 wurde es Kreissieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Hemkenrode besteht aus fünf Sitzen, von denen drei von der CDU und zwei von der SPD besetzt werden.

Ortsbürgermeisterin ist Anja Hantelmann (CDU) (Stand 2008)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Hemkenrode gibt es seit 1967. Es enthält im linken heraldischen Feld ein schräg gestelltes Buchenblatt. Dies symbolisiert die Waldlage am Elm mit seiner häufigsten Baumart, der Buche. Im rechten Feld findet sich ein silberner Ammonshorn, eine der häufigsten Versteinerungen im Elmkalkstein. Der Kopffüßer, der vor etwa 200 Millionen Jahren im Meer lebte, gilt als früheste nachweisbare Art der Region.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der HeartcHor mit den Stilrichtungen Pop sowie Rock wurde 1999 bei einem Straßenfest gegründet und besteht aus 24 Sängern und Sängerinnen.
  • Oberhalb des Dorfes im Elm liegen zehn Hügelgräber, die wahrscheinlich aus dem vierten bis sechsten Jahrhundert stammen.
  • Die ursprünglich im Stil der Romanik erbaute Kirche wurde 1448 im Stil der Frühgotik umgebaut und wesentlich erweitert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche stark zerstört, die Kirchenglocke wurde gestohlen. Eine neue Glocke wurde 1717 installiert. 1878 und 1962 wurde die Kirche erneut umgebaut. 1878 wurden der heutige Eingang, die großen bleigefassten Fenster sowie eine große hölzerne Empore eingebaut. Auch die noch heute vorhandenen Kirchenbänke wurden installiert. 1962 wurde die Empore in den heutigen Zustand versetzt und eine neue Kirchenorgel eingebaut. Das 1878 eingebaute metallene Taufbecken wurde gegen das ursprüngliche Taufbecken aus Elmkalkstein ausgetauscht. Das Taufbecken wurde vermutlich von Künstlern geschaffen, die für den Bau des Kaiserdoms in Königslutter in die Gegend kamen.
Der Künstler Helmuth Uhrig schuf 1962 die nach Osten gerichteten bleigefassten Fenster und das Kruzifix sowie das kleine bleigefasste Fenster im Taufraum der Dorfkirche. 1975 wurde eine weitere Kirchenglocke gegossen, die 1978 in Hemkenrode installiert wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das stillgelegte und später abgerissene Kalkwerk (1978)

Die alten Steinbrüche im Steinkuhlenbusch zeugen davon, dass über längere Zeit Kalkstein gebrochen wurde. Seit 1904 verarbeitete das Braunschweigische Elmkalk- und Steinwerk im Süden des Dorfes den Elmkalkstein und war damit ein bedeutender Arbeitgeber. Gegründet wurde es vom Königlich Preußischen Eisenbahninspektor Mühlen. Die Produktion diente auch der Herstellung von Branntkalk zum Bauen und Düngen. 1946 wurde das Werk wieder aufgebaut vom Kalkfachmann J. Schnuch. Dabei wurde ein neuer Steinbruch im Destedter Forst erschlossen, der über eine Seilbahnverbindung zum Werk verfügte. 1954 erfolgte der Aufbau einer Zementfabrik. Dabei wurde Baukalk mit der Marke “Elmkreuz” und Portlandzement mit der Marke “Elmkreis” hergestellt. 1971 wurde das Werk geschlossen und Ende der 1970er Jahre bis auf einzelne Wohngebäude abgerissen.

Ab 1907 verfügte das Werk auch über einen Gleisanschluss an die BSE (Braunschweig-Schöninger Eisenbahn), der vom Bahnhof Lucklum ausging.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 1.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Axel Bosse, deutscher Musiker, in Hemkenrode aufgewachsen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hemkenrode – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 267.