Hemme

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Wappen Deutschlandkarte
Hemme
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hemme hervorgehoben

Koordinaten: 54° 17′ N, 9° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Dithmarschen
Amt: Kirchspielslandgemeinden Eider
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 16,53 km2
Einwohner: 487 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25774
Vorwahlen: 04837, 04882
Kfz-Kennzeichen: HEI, MED
Gemeindeschlüssel: 01 0 51 047
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchspielsschreiber-Schmidt-Straße 1
25779 Hennstedt
Website: www.amt-eider.de
Bürgermeister: Hans-Peter Witt (WGH)
Lage der Gemeinde Hemme im Kreis Dithmarschen

Hemme ist eine Gemeinde im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Hemme erstreckt sich im Naturraum Dithmarscher Marsch nordnordwestlich von Heide.[2][3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Kirchdorf gleichen Namens befinden sich auch die Wohnplätze Hemmerfeld, eine Streusiedlung, sowie die weiteren Dörfer Hemmerwurth und Zennhusen im Gemeindegebiet.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn im Norden beginnend die Gemeinden Groven, Rehm-Flehde-Bargen, Stelle-Wittenwurth, Neuenkirchen, Strübbel und Karolinenkoog (alle im Kreis Dithmarschen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Marienkirche mit davor errichtetem Glockenstapel

Die St. Marien-Kirche aus dem 14. Jahrhundert ist eine gotische Kirche aus Ziegelmauersteinen. Als eigenständiges Kirchspiel wird Hemme 1323 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche mit Saal und durch einen flachrunden Chorbogen abgeteilten dreiseitigen Chor befinden sich auf einer Wurt. Ein Großteil der Innengestaltung stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Einzigartig ist die Darstellung von 121 Szenen aus der Bibel, die entlang der Kirche als Wandvertäfelung beginnen. Sie entstanden um 1650, beginnen mit der Erschaffung Adams und enden mit einer Darstellung von Jesus Christus als Heiland der Welt. Der zur Kirche gehörende hölzerne Glockenturm besteht seit Gründung der Kirche.

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Hemme aufgelöst. Sie wurde ohne gebietliche Veränderungen in die Gemeinde Hemme übergeführt.[5]

Bis 1965 bildeten die Gemeinden Hemme und Karolinenkoog das Kirchspiel Hemme.

Vom 22. August 1877 bis 1958 hatte die Gemeinde einen Bahnanschluss an der Bahnstrecke Heide–Karolinenkoog. Der Bahnhof befand sich an der Dorfstraße westlich von der heutigen Unterführung der B 5.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2013 hat die Wählergemeinschaft WGH alle neun Sitze in der Gemeindevertretung.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau, auf einer lehnenlosen goldenen Bank sitzend, die golden nimbierte und bekrönte silberne Gottesmutter mit goldenem Haar, die in der rechten Hand einen goldenen Rosenstengel hält; mit der linken Hand umfängt sie den auf der Bank stehenden, golden nimbierten silbernen Jesusknaben, der in der linken Hand einen goldenen Lilienstengel hält.“[7]

Die Vorlage für das Gemeindewappen war das historische Siegel des Kirchspiels Hemme aus dem 13. Jahrhundert, welches nur wenig verändert wurde. Die aus einer älteren Kapelle hervorgegangene Kirche des Ortes war „unserer lieben Frauen“ geweiht. Schutzpatronin war also die Jungfrau Maria. Wie schon im Kirchspielsiegel wird die mit der Krone der Himmelskönigin gekrönte Gottesmutter mit dem stehenden Jesusknaben neben sich dargestellt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine und Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden mitgliederstärksten Organisationen in Hemme sind der Sportverein Hemme und die Freiwillige Feuerwehr Hemme. Beide prägen das Dorfleben durch regelmäßige Veranstaltungen. Weiterhin bestehen am Ort der SSC Hemme (Schießsportclub), ein Ortsverband vom Sozialverband Deutschland.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wirtschaftsleben in der Gemeinde ist sehr ländlich strukturiert. Im Außenbereich dominieren heute, neben der landwirtschaftlichen Urproduktion, aufgrund Windhöffigkeit in der flachen, küstennahen Landschaft die erneuerbare Energie­produktion durch Windkraftanlagen. Sie bilden in Teilen zusammen den Windpark Hemme. Er zählt zu den größten Windparks in Schleswig-Holstein.[9]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hemme gibt es einige Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen, dazu gehören ein Stickereibetrieb, ein Betrieb für Verkauf und Reparatur von Land- und Baumaschinen sowie Forst- und Gartengeräten, ein Maler, eine Heizungs- und Sanitärfirma, eine Tankstelle mit Shop, eine weitere Tankstelle mit Kartenbetrieb und ein Wohnmobil-Service.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 5 im Abschnitt zwischen Tönning und Heide. Sie bildet die Verlängerung der Bundesautobahn 23 nach Nordfriesland und führt bis zur dänischen Grenze bei Tondern. In ihrer Funktion als Hauptverkehrsachse an der schleswig-holsteinischen Westküste zu verschiedenen dort liegenden Tourismuszentren (beispielsweise die Nordfriesischen Inseln oder an der dänischen Nordseeküste) herrscht hier, vor allem in Ferienzeiten, ein starkes Verkehrsaufkommen.

An der höhenfrei ausgebauten Anschlussstelle beim Hauptort, kreuzt die schleswig-holsteinische Landesstraße 156 auf der Strecke von Friedrichstadt über Lunden nach Wesselburen und in den Bereich Büsum.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Hemme verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Frenssen (* 1863 in Barlt ; † 1945 ebenda), Schriftsteller und Theologe, wurde 1892 Pastor in Hemme.
  • Andrea Krehky (* 1960 in ? ; † 2004 in Hemme), Sängerin der Gruppe Godewind, lebte hier bis zu ihrem Tod.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hemme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2021 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 17, abgerufen am 9. Juni 2021.
  3. Relation: Hemme (949289) bei OpenStreetMap. Abgerufen am 9. Juni 2021.
  4. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (PDF) Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, 1992, S. 21, abgerufen am 9. Juni 2021.
  5. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  6. Endergebnis der Kommunalwahl 2013@1@2Vorlage:Toter Link/www.amt-eider.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  8. Vereine auf der Website der Gemeinde Hemme. Abgerufen am 10. Juni 2021.
  9. siehe Angaben in Liste der Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein