Hendrik Bicknäse

Hendrik Bicknäse (* 10. März 1947 in Nienburg/Weser) ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Kunstvermittler. Er lebt in Göttingen.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hendrik Bicknäse wuchs bei Nienburg/Weser sowie in Hannover und Wolfsburg auf. Nach der Schulzeit heuerte er bei der Reederei Hamburg-Süd an und unternahm 1965/66 auf den Spuren von B. Traven seine erste Weltreise (Kanada, USA, Panama, Tahiti, Fidschi-Inseln, Australien, Ägypten). Nach dem Abitur studierte er in Göttingen an der Georg-August-Universität Philosophie, Germanistik und Politik und schrieb 1982 seine publizistische Magisterarbeit über „Die Zeitschrift die horen“ mit Unterstützung der Horst Kliemann Stiftung beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt.[1]
Als Autor erschien Bicknäse seit Mitte der 1970er Jahre mit eigenen Gedichtbänden und einem Roman, Funkarbeiten und in einer Vielzahl von Literaturzeitschriften, Stadtzeitungen und Anthologien.
Bicknäse gründete 1985 die Gesellschaft für Kulturaustausch e. V. (GfK), das gemeinnützige Kulturinstitut für Völkerverständigung und Kunst International gemeinsam mit kulturpolitisch tätigen Künstlern, Schriftstellern und Publizisten (AG Göttingen, VR 1723) in Göttingen und Berlin. Bis 2007 kuratierte Bicknäse als Vorsitzender des Instituts eine Vielzahl großer Kunst-Ausstellungen. Zusammenarbeit bestand mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart, dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin, den Kunstakademien in Polen, dem Verband Bildender Künstler der DDR sowie mit der Akademie der Künste der DDR.[2]
Gesellschaftspolitisches Engagement
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Er gründete 1962 bereits als 15-jähriger Schüler eine Gruppe Junge Europäische Föderalisten (JEF) in Wolfsburg. Es wurden internationale Seminare, vor allem im Austausch mit Frankreich, organisiert.[3][4] In Wolfsburg und in Braunschweig gründete er 1967 zwei Amnesty-International-Arbeitsgruppen, die zu den Ältesten in Deutschland zählen. Gemeinsam mit Göttinger Schriftstellern wurde 1980 und in den Folgejahren eine Patienten-Literaturgruppe im LKH Moringen betreut.[5]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das „Göttinger Tageblatt“ meinte: „In seinem neuen Briefroman geht es Bicknäse um die Aufhebung des Mythos von privat und öffentlich.“[6] – In der „Deutschen Volkszeitung“ vom 11. August 1977 meint Peter Baumöller: „(…)Texte zeichnen sich (…) durch ihre unbedingte Ehrlichkeit, ihre persönliche Glaubwürdigkeit aus.“ und die Monatszeitschrift „Kultur & Gesellschaft“ (Juli/August 1977) beurteilte das Engagement des Autors: „Er bringt es zur Sprache, bleibt dabei aber nicht stehen, sondern führt darüber hinaus. Immer wieder die Aufforderung, nicht am Rubikon zu hocken und Fische zu fangen; immer wieder das Wissen darum, dass sich das ICH nur in gemeinsamer Tat mit dem DU behaupten kann.“[7]
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Belletristik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Spinnfäden für brechende Köpfe. Gedichte zum Sicherheit & Ordnungs-Syndrom. Hann. Münden 2. Auflage 1977, ISBN 3-87998-015-2
- Leben in Fallen, Gedichte, Szenen, Dokumente. neue szene nr. 10. Zürich 1979, ISBN 3-85637-023-4
- Die Verunsicherung. Über die Abgründe. Gedichte. Göttingen 2017, ISBN 978-3-932210-15-0
- Himmel, Hölle und andere Reiseziele. Essays & Gedichte. Fischerhude 2021, ISBN 978-3-96045-255-3; als E-Book ISBN 978-3-96045-119-8
- Deutscharbeit – Mein Leben als Sohn. Roman, Hamburg 2025, ISBN 978-3-8192-4447-6, als E-Book ISBN 978-3-8192-5512-0
Sachliteratur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Zeitschrift ‚DIE HOREN‘. Untersuchungen zur Charakteristik ihrer Anfänge (1955–1957), Göttingen 1982
Als Herausgeber
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Brennende Liebe, Die schönsten Gedichte von Käte Decker. Fischerhude 2020, 2. Auflage, ISBN 978-3-96045-077-1.
Kunstausstellungen (in Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gruppenausstellungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1988: Ausstellungskatalog: Hommage à Bertolt Brecht. Das Werk Brecht‘s in der bildenden Kunst der DDR. In Zusammenarbeit mit dem Verband Bildender Künstler der DDR, der Akademie der Künste der DDR, dem BBK Bayern und der Gesellschaft für Kulturaustausch in Augsburg.
- 1988: Über 180 Werke der Malerei, Grafik, Plastik sowie Plakate umfasst die Hommage à Bertolt Brecht. Das Werk Brechts in der bildenden Kunst der DDR, im Alten Rathaus der Stadt Göttingen. Katalog mit Vorwort von Richard Hiepe. Veranstalter: Gesellschaft für Kulturaustausch Göttingen. In: tendenzen Nr. 163, Pahl-Rugenstein Verlag Köln, 1988. ISSN 0495-0887.
- 1989: Sonderausstellung östliches Europa. Kunst aus polnischen Akademien in der ART Nürnberg 4, Messezentrum Nürnberg. Katalog Hg. Verein zur Förderung von Kunst u. Kommunikation.
- 1990: Prof. Rudolf Grüttner, Rektor der Kunsthochschule Berlin: Kultur- u. Theaterplakate, Museum Villa Stahmer, Georgsmarienhütte.
- 1990: Sonderausstellung Junges Thailand. Förderung des Auswärtigen Amtes. ART Nürnberg 5, Messezentrum Nürnberg. Katalog Hg. ART Nürnberg Verlag. ISBN 3-9802337-0-7.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Hendrik Bicknäse im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
- Literatur von und über Hendrik Bicknaese im Katalog der Schweizerischen Nationalbibliothek
- Literatur von und über Hendrik Bicknaese im Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek
- Website Hendrik Bicknäse
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Brief von Prof. Goepfert an Bicknäse, 7. Juni 1982
- ↑ HNA, 04.07.1988: „DDR-Ausstellung‚ Hommage an Brecht“
- ↑ Wolfsburger Allgemeine Zeitung, Pfingsten 1964
- ↑ Wolfsburger Nachrichten, 25. Juli 1964
- ↑ Niedersachsen literarisch, S. 176–177
- ↑ Göttinger Tageblatt (3. November 1977).
- ↑ Kultur & Gesellschaft, Juli/August 1977
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bicknäse, Hendrik |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller, Journalist und Kunstvermittler |
| GEBURTSDATUM | 10. März 1947 |
| GEBURTSORT | Nienburg/Weser |