Hengersberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Hengersberg
Hengersberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Hengersberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 46′ N, 13° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 311 m ü. NHN
Fläche: 45,81 km2
Einwohner: 7476 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94491
Vorwahl: 09901
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 125
Marktgliederung: 64 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Mimminger Str. 2
94491 Hengersberg
Webpräsenz: www.hengersberg.de
Bürgermeister: Christian Mayer (FWG)
Lage des Marktes Hengersberg im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Passau Landkreis Regen Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-Bogen Aholming Auerbach (Landkreis Deggendorf) Außernzell Bernried (Niederbayern) Buchhofen Deggendorf Grafling Grattersdorf Hengersberg Hunding (Niederbayern) Iggensbach Künzing Lalling Metten Moos (Niederbayern) Niederalteich Oberpöring Offenberg Osterhofen Otzing Plattling Schaufling Schöllnach Stephansposching Wallerfing Winzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Blick auf Hengersberg
Das Ortszentrum: Der Hengersberger Marktplatz
Die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt auf dem Frauenberg

Hengersberg ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hengersberg liegt circa zehn Kilometer südöstlich von Deggendorf und gehört zur Region Donau-Wald.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren folgende Ortsteile: Hengersberg, Altenufer, Anzenberg, Boxbach, Buch, Edermanning, Emming, Erkerding, Erlachhof, Eusching, Frohnhofen, Furth, Grubmühle, Heiming, Hinterweinberg, Holzberg, Holzerreuth, Hörgolding, Hörpling, Hub, Hubmühle, Hütting, Kading, Killersberg, Klausberg, Lapferding, Leebbergheim, Lichtenöd, Lohhof, Manzing, Matzing, Mimming, Mutzenwinkl, Neulust, Nußberg, Oberanzenberg, Oberellenbach, Oberreith, Obersimbach, Pfaffing, Ponau, Rading, Reichersdorf, Reisach, Schlott, Schwanenkirchen, Schwarzach, Sicking, Siederding, Siedersberg, Thannberg, Trainding, Unterellenbach, Unterfrohnstetten, Unterreith, Untersimbach, Viehdorf, Vorderweinberg, Walmering, Waltersdorf, Weickering, Wessenhof, Würzing, Zilling.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hengersberg wurde im Jahr 997 als Helmgeresberg durch Abt Gotthard von Niederalteich gegründet. Der Ort lag damals noch an der Donau. Auf Godehard geht auch die Kirche auf dem Frauenberg, ursprünglich eine Schlosskirche, zurück.

Im Jahr 1009 verlieh Kaiser Heinrich II. auf Bitten Godehards dem Kloster Niederaltaich das Recht, hier einen Markt zu halten sowie eine Zoll- und Mautstelle einzurichten. Im Jahr 2009 feiert Hengersberg als ältester Markt Altbayerns dieses 1000-Jahr-Jubiläum. Abt Hermann ließ 1270 ein Spital in Helingersberg errichten. Die Ableitung der Donau 1343 bis 1353 verminderte zwar die Bedeutung des Ortes als Maut- und Zollstelle, aber die Herzöge Heinrich und Otto statteten die geschlossene Hofmark mit dem Marktrecht, landesfürstlichen Freiheiten und dem Sitz eines Pflegamts aus.

Im Jahr 1430 verlieh Herzog Heinrich XVI. dem Markt Henngensperig zwei Jahrmärkte, deren Zahl später bis auf sechs anwuchs. Besonders die Hengersberger Viehmärkte hatten große Bedeutung. Das nach der Verlegung der Donau überflüssige Zollhaus wandelte Abt Paulus im 16. Jahrhundert in ein Siechenhaus um, aus dem später das Bezirkskrankenhaus entstand.

Im Jahr 1590 ließ Abt Hermann III. auf dem Rohrberg die Pfarrkirche St. Michael erbauen. Im Dreißigjährigen Krieg und Österreichischen Erbfolgekrieg kam es mehrfach zu Plünderungen. 1513, 1796 und 1823 wüteten schwere Brände.

Das Pfleggericht, später Landgericht genannt, wurde mit dem von Winzer und 1803 mit dem von Deggendorf vereinigt. Stattdessen erhielt Hengersberg ein Rentamt, das etwa 1809 nach Niederalteich verlegt und etwa 1823 mit dem von Deggendorf vereinigt wurde.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1838 erfolgte die Neuerrichtung eines Landgerichts, das 1879 in ein Amtsgericht umgewandelt und 1969 aufgelöst wurde. 1852 erhielt Hengersberg eine königliche Postexpedition. 1843 entstand die steinerne Brücke bei Schwarzach über die Hengersberger Ohe.

Am 26. November 1913 erhielt Hengersberg mit der Eröffnung des Abschnitts Deggendorf–Hengersberg der Bahnstrecke Deggendorf–Kalteneck einen Eisenbahnanschluss. Heute bildet dieser Abschnitt, auf dem noch Güterverkehr stattfindet, den Rest der ansonsten ab- und zum Donau-Ilz-Radweg umgebauten Bahnstrecke.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Altenufer[2] 368 1. Januar 1971
Schwanenkirchen[2] 961 1. April 1971 Eingliederung von 688 der 961 Einwohner, Umgliederung von 230 Einwohnern nach Schöllnach und von 43 Einwohnern nach Winzer
Schwarzach[2] 806 1. Januar 1972
Seebach[3] 1067 1. April 1976 Eingliederung von 236 der 1067 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Deggendorf
Waltersdorf[2] 400 1. April 1971

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 4.825 Einwohner
  • 1970: 5.245 Einwohner
  • 1987: 6.150 Einwohner
  • 1991: 6.474 Einwohner
  • 1995: 7.131 Einwohner
  • 2000: 7.373 Einwohner
  • 2005: 7.634 Einwohner
  • 2010: 7.583 Einwohner
  • 2015: 7.476 Einwohner
Der Hengersberger Marktplatz früher (genaues Datum unbekannt)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen vom 16. März 2014 ergaben bei einer Wahlbeteiligung von 55,6 % folgendes Ergebnis:

CSU 6 Sitze (30,6 %)

  • Berger Mathias
  • Bernreiter Roland
  • Lallinger Willi
  • Mittermüller Ursula
  • Preisinger Roland
  • Wirth Bernhard

FW Hengersberg-Altenufer 5 Sitze (22,5 %)

  • Domani-Bauer Andrea
  • Donaubauer Anton
  • Dr. Einhellig Josef
  • Hielscher Walter
  • Seidl Karl-Heinz

SPD 3 Sitze (16,2 %)

  • Luksch Daniel
  • Nadolny Raimund
  • Straßer Ewald

FW Schwanenkirchen-Waltersdorf 2 Sitze (10,1 %)

  • Grill Johann
  • Maier Xaver

FW Schwarzach-Frohnstetten 2 Sitze (9,2 %)

  • Maiwald Gerhild
  • Schlederer Stefan

Hengersberger Bürgerblock 1 Sitz (6,0 %)

  • Schuster-Grill Alexandra

Junge Liste 1 Sitz (5,4 %)

  • Lang Michael
Das Rathaus am Hengersberger Marktplatz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 16. Februar 2003 ist Christian Mayer (Freie Wähler) erster Bürgermeister. Er wurde bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 für weitere 6 Jahre mit 59,8 % wiedergewählt.

Bei der konstituierenden Sitzung des Marktgemeinderates am 8. Mai 2014 wurde Karl-Heinz Seidl (Freie Wähler) zum 2. Bürgermeister und Raimund Nadolny (SPD) zum 3. Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber auf grünem Dreiberg stehend eine blaue Blume mit goldenem Butzen auf einem von vier grünen Blättern besetzten grünen Stängel; darüber am oberen Schildrand eine silberne Wolke, aus der goldene Strahlen hervorbrechen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1990 wurde die Gemeindepartnerschaft mit Gunskirchen in Oberösterreich geschlossen. Bereits seit 1968 pflegten die beiden Kommunen freundschaftliche Beziehungen.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater und Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spital Hengersberg mit Kunstsammlung Ostbayern

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soweit nicht anders angegeben, befinden sich die folgenden Bauwerke in Hengersberg:

  • Marienkirche auf dem Frauenberg
  • Pfarrkirche auf dem Rohrberg
  • Kunst-Museum im ehemaligen Spital
  • Rathaus, ehemaliges Amtsgerichtsgebäude
  • neugotische St.-Josephskapelle
  • neugotische Gotthardkapelle in Reichersdorf
  • St.-Gotthard-Gedächtnis-Raum (sog. Geburtszimmer) im Godlhof in Reichersdorf
  • gotische bzw. neugotische Pfarrkirche St. Laurentius und Gotthard in Schwanenkirchen
  • neugotische Kapelle der Unbefleckten Empfängnis Mariä in Schwanenkirchen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 25, im Produzierenden Gewerbe 2529 und im Bereich Handel und Verkehr 320 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 573 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2523. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 12 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 152 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2690 ha. Davon waren 1722 ha Ackerfläche und 954 ha Dauergrünfläche. Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 4403 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1697 T€.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt liegt an der Bahnstrecke Deggendorf–Kalteneck, die heute in Hengersberg endet und nur noch im Güterverkehr betrieben wird. Außerdem besitzt der Ort eine eigene Anschlussstelle an der A3. Hengersberg liegt auch am Anfang der Bundesstraße 533 Richtung Bundesstraße 85 und Freyung.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 3 mit 225 Kindergartenplätzen und 222 Kindern
  • Volksschulen: 2 mit 35 Lehrern und 661 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Hauer (ca. 1438 in Schwanenkirchen –?); Student in Ingolstadt im Gründungsjahr der dortigen Universität (1472), Mönch des Klosters Niederaltaich, 1485–1490 Administrator des Abtes Friedrich II., Verfasser einer Chronik der Bayerischen Herzöge („Gesta illustrium ducum Bavariae“, nur teilweise gedruckt)
  • Franz Xaver Schmid (* 17. August 1800 in Hengersberg; † 28. Juni 1871 in Traunstein), Pfarrer und Abgeordneter
  • Ludwig Muckenthaler (* 1872 in Holzberg; † 1909 in München), 1896–1900 Domorganist in Passau, 1900–1909 Stiftskapellmeister in Altötting, Komponist eines „Altöttinger Wallfahrtslied(s)“
  • Max Hebecker (1882–1948), Bergbauingenieur und Initiator des sog. Wära-Wunders von Schwanenkirchen
  • Harald Grill (* 20. Juli 1951 in Hengersberg), Schriftsteller
  • Monika Drasch (* 14. November 1965 in Hengersberg), Musikerin
  • Martin Großmann (* 8. Januar 1971 in Marl), Kabarettist, aufgewachsen in Hengersberg
  • Django Asül (* 19. April 1972 in Deggendorf), Kabarettist, aufgewachsen in Hengersberg
  • Siegfried Leffler (* 21. November 1900 in Azendorf, Ortsteil von Kasendorf; † 10. November 1983 in Hengersberg), war ein bekennender Nationalsozialist, protestantischer Theologe und ein Hauptvertreter des radikalen Thüringer Flügels der Deutschen Christen in der Zeit des Nationalsozialismus. Er ist trotz dieser nationalsozialistischen Vergangenheit bis heute Ehrenbürger des Marktes.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine kleine Besonderheit ist, dass es in Hengersberg drei Kirchen gibt: zwei katholische Kirchen (Rohrberg- und Frauenbergkirche) und die evangelische Friedenskirche.

Das zur Gemeinde gehörende Schwanenkirchen gilt mit 1150 Jahren, im Jahr 857 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als eine der ältesten Ortschaften links der Donau.

Auch kam es in Schwanenkirchen zur Zeit der Weltwirtschaftskrise zu einem Wirtschaftswunder, da der damalige Bergwerksbesitzer das Notgeld „WÄRA“ einführte. Die Zeitungen in ganz Deutschland schrieben damals von der „WÄRA-Insel im Bayerischen Wald“. Nach dem Vorbild Schwanenkirchens führte dann auch Hengersberg (Schwanenkirchen war bis zur Gebietsreform 1971 eine eigene Gemeinde) die WÄRA ein, dieses Notgeld wurde jedoch im Jahre 1931 von der Regierung verboten.

Der Vater von Papst Benedikt XVI., Josef Ratzinger, stammt aus Rickering (Pfarrei Schwanenkirchen); er wurde dort im Jahr 1877 geboren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 445.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 605.
  4. Partnergemeinde. Markt Hengersberg, abgerufen am 29. Juni 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hengersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien