Henggart

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Henggart
Wappen von Henggart
Wappen von Henggart
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Andelfingenw
BFS-Nr.: 0031i1f3f4
Postleitzahl: 8444
Koordinaten: 693855 / 269031Koordinaten: 47° 33′ 55″ N, 8° 41′ 9″ O; CH1903: 693855 / 269031
Höhe: 440 m ü. M.
Höhenbereich: 427–527 m ü. M.[1]
Fläche: 3,03 km²[2]
Einwohner: 2257 (31. Dezember 2022)[3]
Einwohnerdichte: 745 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
9,0 %
(31. Dezember 2022)[4]
Gemeindepräsident: Andreas Wyler
Website: www.henggart.ch
Ansicht von Norden
Ansicht von Norden

Ansicht von Norden

Lage der Gemeinde
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Karte von Henggart
ww

Henggart ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen, dem Weinland des Kantons Zürich in der Schweiz. Sein Mundartname: Hänggert.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Gold auf grünem, zweiblättrigem Stengel eine rote Rose mit goldenem Butzen und grünen Kelchblättern

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henggart liegt zwischen Winterthur und Schaffhausen, im Zürcher Weinland. Die Gemeinde gehört zum Agglomerationsgebiet der Stadt Winterthur.

Die Nachbargemeinden sind Dägerlen, Hettlingen, Andelfingen und Neftenbach.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1733 1850 1910 1950 1960 1980 1990 2005 2021
Einwohner 290 279 388 464 712 970 1230 1900 2302

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Andreas Wyler (seit 2022, im Gemeinderat seit 2018, ehemals GLP). Weitere Mitglieder im Gemeinderat sind Vizepräsident Andreas Strolz (parteilos, seit 2020), Petra Lieb (Schulpflegepräsidentin, parteilos, seit 2022), Denise Grolimund (parteilos, seit 2022) und Claudia Grätzer (SVP, seit 2022) (Stand 2022).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henggart, historisches Luftbild von Walter Mittelholzer aufgenommen 1923 aus 300 Metern Höhe

«Im Hueber» und auf «Hinter Eichrüti/Loterbuck» südlich von Henggart kam bei archäologischen Sondierungen im Zusammenhang mit dem Bau der A4 spätbronze- und hallstattzeitliches Fundmaterial (ca. 800 v. Chr.) zum Vorschein. Die dahinter vermutete Besiedlung kann im Zusammenhang stehen mit einer bereits 1989 durch Luftaufnahmen entdeckten Kreisgrabenanlage «Im Schibler», östlich zwischen Dorfrand und Autobahn. Auf sie konzentrierte sich eine archäologische Sondierung 1996. Vor den einschneidenden Geländeingriffen für den Strassenbau der N4 1956 lag die Fundstelle noch erhöht im Zusammenhang mit anderen Hügeln der Landschaft. Sie wird als weitgehend abgetragene Grabanlage interpretiert, die von einem kreisförmigen Graben mit 28 m Durchmesser umgeben war; weder Gräber noch die Hügelschüttung sind erhalten, der Kreisgraben bis auf 35–100 cm eingeebnet. Form und Bemalung von Keramik im Fundmaterial liessen eine Datierung in die Spätbronzezeit zu: 875–800 v. Chr. Ähnliche Schalenmuster fanden sich im Grabhügel 12 an der Fundstelle Ossingen-Im Speck.[6]

Die ersten historischen Siedlungsspuren sind bei der Kirche festgestellt worden, sie stammen aus der Römerzeit. Im Mittelalter stand auf dem bewaldeten Schlossbuck nahe der Autobahn Winterthur–Schaffhausen eine befestigte Anlage: Den zentralen Burghügel, ein 10 × 25 m grosses Plateau, umgeben kreisförmig Wall und Graben. Die Anlage wird mit der Stammburg der Herren von Henggart in Zusammenhang gebracht, die 1222 erstmals urkundlich erwähnt werden. Frei liegende Mauerreste wurden 1985 von Luftbildflügen dokumentiert, nachdem der Baumbestand grossflächig abgeholzt worden war.[7]

Ab dem Jahr 1228 sind im Wehrturm auf dem Kirchhügel Dienstleute der Grafen von Kyburg urkundlich erwähnt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts ging die Herrschaft an Habsburg-Laufenburg über. Die Klöster Rheinau, Kappel, Kreuzlingen, Töss und Allerheiligen hatten in Henggart grossen Grundbesitz. Die Blutgerichtsbarkeit war zwischen Andelfingen und Kyburg geteilt. Nach dem Niedergang der Kyburger geriet 1452 auch der zweite Dorfteil unter die Herrschaft der Stadt Zürich.

Die Kirche von Henggart wurde 1275 erweitert. Die Kollatur lag ab 1474 beim Bistum Konstanz, bis sie mit der Reformation an Zürich gelangte. 1820 wurde die heutige klassizistische Kirche am selben Standort erbaut.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Puppentheater Bleisch, ein Tourneetheater, wurde 1970 in Henggart gegründet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938. DNB 365803030.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Henggart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Generalisierte Grenzen 2023. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 7. September 2023.
  2. Generalisierte Grenzen 2023. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 7. September 2023.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2022. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2022 zusammengefasst. Abruf am 5. September 2023
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2022. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2022 zusammengefasst. Abruf am 5. September 2023
  5. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 669.
  6. Ulrich Eberli, Beat Zollinger: Heggart-Im Schibler: Kreisgraben, bronzezeitliche Grabanlage? In: Baudirektion des Kantons Zürich, Kantonsarchäologie (Hrsg.): Berichte der Kantonsarchäologie Zürich. Nr. 15. Fotorotar AG, Zürich und Egg ZH 2000, ISBN 3-905647-28-1, S. 79–83.
  7. Patrick Nagy: Henggart Schlossbuck: Burghügel. Hrsg.: Baudirektion des Kantons Zürich, Kantonsarchäologie. Nr. 17. Fotorotar AG, Zürich und Egg ZH 2004, ISBN 3-905681-08-0, S. 22.