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Henggart

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Henggart
Wappen von Henggart
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Andelfingenw
BFS-Nr.: 0031i1f3f4
Postleitzahl: 8444
Koordinaten: 693855 / 269031Koordinaten: 47° 33′ 55″ N,  41′ 9″ O; CH1903: 693855 / 269031
Höhe: 440 m ü. M.
Höhenbereich: 427–527 m ü. M.[1]
Fläche: 3,03 km²[2]
Einwohner: 2343 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 773 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
12,0 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindepräsident: Ignaz Reichmuth (parteilos)
Website: www.henggart.ch
Ansicht von Norden
Ansicht von Norden
Lage der Gemeinde
Karte von HenggartHusemerseeDeutschlandDeutschlandDeutschlandDeutschlandKanton SchaffhausenKanton SchaffhausenKanton ThurgauKanton SchaffhausenBezirk BülachBezirk WinterthurAndelfingen ZHBenken ZHBerg am IrchelBuch am IrchelDachsenDorf ZHFeuerthalenFlaachFlurlingenHenggartKleinandelfingenLaufen-UhwiesenMarthalenOssingenRheinau ZHStammheimThalheim an der ThurTrüllikonTruttikonVolken
Karte von Henggart
{w

Henggart ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen, im Weinland des Kantons Zürich in der Schweiz. Ihr Mundartname ist Hänggert.[5]

Blasonierung:

In Gold auf grünem, zweiblättrigem Stengel eine rote Rose mit goldenem Butzen und grünen Kelchblättern

Henggart liegt zwischen Winterthur und Schaffhausen, im Zürcher Weinland. Die Gemeinde gehört zum Agglomerationsgebiet der Stadt Winterthur.

Die Nachbargemeinden sind Dägerlen, Hettlingen, Dorf, Andelfingen und Neftenbach.


 Bevölkerungsentwicklung Henggart 
EinwohnerJahr05001000150020002500160017001800190020002100Henggart
Bundesamt für Statistik[6][7]

Gemeindepräsident ist Ignaz Reichmuth (parteilos, seit 2026, im Gemeinderat seit 2024). Weitere Mitglieder im Gemeinderat sind Christian Mullis (Schulpflegepräsident, parteilos, seit 2026), Christina Furrer (EVP, seit 2026), Werner Wepfer (SVP, seit 2026) und Philippe Baumann (parteilos, seit 2026).[8]

Bei der Nationalratswahl 2019 erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: SVP 37,30 %, glp 13,66 %, FDP 11,91 %, Grüne 10,03 %, SP 9,16 %, EVP 7,71 %, EDU 3,47 %, CVP 3,41 %, BDP 2,38 % und andere (8) 0,97 %.[9]

Die Wähleranteile bei der Nationalratswahl 2023 (in Klammern Veränderung gegenüber 2019): SVP 35,34 % (−1,96 %), SP 13,01 % (+3,85 %), glp 11,96 % (−1,70 %), Die Mitte 10,72 % (+4,92 %), FDP 9,68 % (−2,23 %), EVP 6,35 % (−1,36 %), Grüne 6,15 % (−3,88 %), EDU 3,32 % (−0,16 %), Mass-Voll! 0,95 %, Aufrecht Zürich 0,93 %, andere (10) 1,6 %.[10]

Henggart, historisches Luftbild von Walter Mittelholzer aufgenommen 1923 aus 300 Metern Höhe

«Im Hueber» und auf «Hinderi Eichrüti/Lotterbuck» südlich von Henggart kam bei archäologischen Sondierungen im Zusammenhang mit dem Bau der A4 spätbronze- und hallstattzeitliches Fundmaterial (ca. 800 v. Chr.) zum Vorschein. Die dahinter vermutete Besiedlung kann im Zusammenhang stehen mit einer bereits 1989 durch Luftaufnahmen entdeckten Kreisgrabenanlage «Im Schibler», östlich zwischen Dorfrand und Autobahn. Auf sie konzentrierte sich eine archäologische Sondierung 1996. Vor den einschneidenden Geländeeingriffen für den Strassenbau der N4 1956 lag die Fundstelle noch erhöht im Zusammenhang mit anderen Hügeln der Landschaft. Sie wird als weitgehend abgetragene Grabanlage interpretiert, die von einem kreisförmigen Graben mit 28 m Durchmesser umgeben war; weder Gräber noch die Hügelschüttung sind erhalten, der Kreisgraben bis auf 35–100 cm eingeebnet. Form und Bemalung von Keramik im Fundmaterial liessen eine Datierung in die Spätbronzezeit zu: 875–800 v. Chr. Ähnliche Schalenmuster fanden sich im Grabhügel 12 an der Fundstelle Ossingen-Im Speck.[11]

Die ersten historischen Siedlungsspuren sind bei der Kirche festgestellt worden, sie stammen aus der Römerzeit. Im Mittelalter stand auf dem bewaldeten Schlossbuck nahe der Autobahn Winterthur–Schaffhausen eine befestigte Anlage: Den zentralen Burghügel, ein 10 × 25 m grosses Plateau, umgeben kreisförmig Wall und Graben. Die Anlage wird mit der Stammburg der Herren von Henggart in Zusammenhang gebracht, die 1222 erstmals urkundlich erwähnt werden. Frei liegende Mauerreste wurden 1985 von Luftbildflügen dokumentiert, nachdem der Baumbestand grossflächig abgeholzt worden war.[12]

Ab dem Jahr 1228 sind im Wehrturm auf dem Kirchhügel Dienstleute der Grafen von Kyburg urkundlich erwähnt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts ging die Herrschaft an Habsburg-Laufenburg über. Die Klöster Rheinau, Kappel, Kreuzlingen, Töss und Allerheiligen hatten in Henggart grossen Grundbesitz. Die Blutgerichtsbarkeit war zwischen Andelfingen und Kyburg geteilt. Nach dem Niedergang der Kyburger geriet 1452 auch der zweite Dorfteil unter die Herrschaft der Stadt Zürich.

Die Kirche von Henggart wurde 1275 erweitert. Die Kollatur lag ab 1474 beim Bistum Konstanz, bis sie mit der Reformation an Zürich gelangte. 1820 wurde die heutige klassizistische Kirche am selben Standort erbaut.

Das Puppentheater Bleisch, ein Tourneetheater, wurde 1970 in Henggart gegründet.

Sehenswürdigkeiten

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Persönlichkeiten

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Commons: Henggart – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
  5. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch (= Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen in allg. verständl. Darstellung, begleitet vom Verein Schweizerdeutsch. Band III). 1. Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 669.
  6. Martin Schuler: Kanton Zürich – Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 25 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 9. Juli 2026.
  7. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 9. Juli 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  8. Gemeinderat. Website der Gemeinde Henggart.
  9. Nationalratswahl 2019. Kanton Zürich, abgerufen am 1. Oktober 2023.
  10. Nationalratswahl 2023. Kanton Zürich. 25. Oktober 2023.
  11. Ulrich Eberli, Beat Zollinger: Heggart-Im Schibler: Kreisgraben, bronzezeitliche Grabanlage? Hrsg.: Baudirektion des Kantons Zürich, Kantonsarchäologie (= Berichte der Kantonsarchäologie Zürich. Nr. 15). Fotorotar, Zürich/Egg ZH 2000, ISBN 3-905647-28-1, S. 7983.
  12. Patrick Nagy: Henggart Schlossbuck: Burghügel. Hrsg.: Baudirektion des Kantons Zürich, Kantonsarchäologie (= Berichte der Kantonsarchäologie Zürich. Nr. 17). Fotorotar, Zürich/Egg ZH 2004, ISBN 3-905681-08-0, S. 22.