Hengsberg

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der österreichischen Gemeinde, zur bayerischen Einöde siehe Egglham, zum Stadtteil von Pirmasens siehe Hengsberg (Pirmasens).
Hengsberg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Hengsberg
Hengsberg (Österreich)
Hengsberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leibnitz
Kfz-Kennzeichen: LB
Fläche: 17,7 km²
Koordinaten: 46° 52′ N, 15° 26′ OKoordinaten: 46° 52′ 10″ N, 15° 26′ 0″ O
Höhe: 351 m ü. A.
Einwohner: 1.421 (1. Jän. 2017)
Postleitzahlen: 8411, 8403, 8504
Vorwahl: 03185, 03182
Gemeindekennziffer: 6 10 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hengsberg 4
8411 Hengsberg
Website: www.hengsberg.at
Politik
Bürgermeister: Johann Mayer (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
8
3
3
1
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Hengsberg im Bezirk Leibnitz
Allerheiligen bei Wildon Arnfels Ehrenhausen an der Weinstraße Empersdorf Gabersdorf Gamlitz Gleinstätten Gralla Großklein Heiligenkreuz am Waasen Heimschuh Hengsberg Kitzeck im Sausal Lang Lebring-Sankt Margarethen Leibnitz Leutschach an der Weinstraße Oberhaag Ragnitz Sankt Andrä-Höch Sankt Georgen an der Stiefing Sankt Johann im Saggautal Sankt Nikolai im Sausal Sankt Veit in der Südsteiermark Schwarzautal Straß in Steiermark Tillmitsch Wagna Wildon SteiermarkLage der Gemeinde Hengsberg im Bezirk Leibnitz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hengsberg ist eine Gemeinde mit 1421 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) in der westlichen Südsteiermark.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hengsberg liegt südlich von Graz am Ausläufer des Buchkogel im Bezirk Leibnitz im österreichischen Bundesland Steiermark.

Katastralgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden (Fläche 2016[1]):

  • Fliessing (228,34 ha)
  • Hengsberg (136,89 ha)
  • Komberg (230,59 ha)
  • Kühberg (141,39 ha)
  • Schönberg (577,88 ha)
  • Schrötten (451,99 ha)

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaften mit weiteren Ortsteilen sind (Bevölkerung am 1. Jänner 2017 nach Ortschaften (Gebietsstand 1. Jänner 2017)[2]):

Gemeindezusammenlegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit 1. Jänner 1951 wurden Flüssing und Hengsberg zur neuen Gemeinde Hengsberg zusammengelegt.
  • Mit 1. Jänner 1970 wurden Schönberg an der Laßnitz (mit Kehlsdorf und Matzelsdorf), Schrötten an der Laßnitz (mit Leitersdorf) und Hengsberg zur neuen Gemeinde Hengsberg zusammengelegt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dobl-Zwaring
(Bezirk Graz-Umgebung)
Wildon
Preding
(Bezirk Deutschlandsberg)
Nachbargemeinden
St. Nikolai im Sausal Lang

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hengist und Hengesburgc um das Jahr 1000 auf einer Karte von 1886
Schloss Freybüchel, um 1820 (lith. J.F. Kaiser)
Pfarrhof Hengsberg

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 892 (Hengistfeldon). 1045 schenkte König Heinrich III. dem Erzbischof Balduin das königliche Kammergut Leitersdorf an der Laßnitz, gelegen in der Markgrafschaft Gottfrieds und im Forst Sausal (predium quale visi sumus Liutoldasdorf habere, in comitatu Gotefridi marchionis et foresto Susel iuxta litus Losnicae fluminis situm).[3]

Der Name „Schrötten“ wird von einer Rodung (mhd. schrôt „abgeschnittenes Stück, Klotz“, auch als Sammelbegriff verwendet für Baumstrünke; mhd. schrôten „(ab)hauen, (ab)schneiden“) abgeleitet.[4]

Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848, die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark. Ab 1939 errichtete die in Wildon stationierte Gruppe 365 des Reichsarbeitsdienstes in Leitersdorf, Schrötten, Schönberg und Lang sowie in Lichendorf Lager, deren Bewohner an der Laßnitzregulierung arbeiteten. Diese Lager wurden 1945 wieder aufgelöst, an ihren Standorten sind keine oder nur mehr sehr geringe Reste (Geländestufen, Fundamentreste) zu finden.[5]

1945 bis 1955 war das Gemeindegebiet Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Seit 2009 bildete die Gemeinde zusammen mit den Gemeinden Lang, Lebring-Sankt Margarethen, Stocking, Wildon und Weitendorf die Kleinregion Kulturpark Hengist. Bei der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurden der Großteil der Gemeinde Stocking und die Gemeinde Weitendorf ab 2015 mit der Marktgemeinde Wildon zusammengeschlossen, seither sind es statt sechs nur mehr vier Gemeinden in der Kleinregion.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Filialkirche

Hengsberg war eine Urpfarre seit etwa der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts, Mutterpfarre seit etwa dem 13. Jahrhundert mit den Pfarren Wundschuh, Wildon, Preding, Lang und St. Margarethen. Das Gebiet der Pfarre Hengsberg umfasst heute:

  • alle Ortschaften der Gemeinde Hengsberg
  • die Ortschaft Lichendorf in der Gemeinde Wildon
  • die Ortschaft Lamberg in der Gemeinde Dobl-Zwaring (Bezirk Graz-Umgebung)
  • zwei Bauernhöfe in der Gemeinde Preding (Bezirk Deutschlandsberg) die bis zur Gründung der Ortsgemeinden 1850 zur Ortschaft Leitersdorf gehörten

Nach der Schaffung des evangelischen Friedhofes und dem Bau eines Totenhauses mit Glockenturm kam es zur Errichtung des evangelischen Christus-Kirchleins und dessen Einweihung am 5. Juni 1933.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche Hl. Laurentius
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hengsberg

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1976 wurden bei der Renovierung der Pfarrkirche Reste der Burgfundamente und eine Gruft entdeckt. Diese Funde sind gemeinsam mit anderen aus der Umgebung (Römerzeit) in dem unter der Kirche befindlichen Hengistburg-Museum ausgestellt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche zum Hl. Laurentius ist ringförmig von der Mauer des einstigen Friedhofes umgeben und hat einen mächtigen, viergeschossigen Turm mit der beachtlichen Höhe von 72 Metern. Der quadratische Turm mit Spitzhelm trägt fünf Glocken, die 1924 angeschafft wurden.
  • Gemeindeamt in der ehemaligen Knaben-Volksschule
  • Volksschule im ehemaligen Klostergebäude der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul
  • Schloss Freibühel
Eine ausführliche Beschreibung der Geschichte des Schlosses und seiner Besitzer, die belgisch-österreichische Adeligenfamilie des Enffans d’Avernas ist zu finden im Artikel „Dat virtus in armis“ von Peter Wiesflecker.[6] (Die Familie zählt zum Uradel des einstigen Herzogtums Brabant und ihre Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück.)

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldgebiet am Buchkogel im Grenzbereich des Murfeldes und des Leibnitzerfeldes in den Gemeinden Wildon, Lebring-St. Margarethen, Lang und Hengsberg wurde zum „Naturschutzgebiet Wildoner Buchkogel“ erklärt. Damit sollen die naturnahen Buchenwaldbestände und die artenreichen Pflanzenvorkommen dieses Gebietes geschützt werden. Zu diesen Pflanzen gehören Rotbuche, Wolfs-Eisenhut, Breitblatt-, Schmalblatt- und Purpur-Waldvöglein, Maiglöckchen, Alpenzyklame, Illyrisch-Krokus, Seidelbast, Ständelwurz, Hundszahnlilie, Hecken-Nieswurz, Frühlings-Knotenblume, Türkenbund-Lilie, Groß-Zweiblatt, Vogelnestwurz, Weiß-Waldhyazinthe, Erd-Primel, Wald-Veilchen, Hain-Veilchen.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Jahr 2000 eröffnete Bahnhof Hengsberg der Koralmbahn

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird von der Schröttenstraße L 601 durchzogen, wegen der starken Frequenz wird diese von einem Rad-/Gehweg begleitet. Die Pyhrn Autobahn A 9 tangiert die Gemeinde im Nordosten, eine Halbanschlussstelle von und nach Richtung Graz am Kehlsberg ist im Bau.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Bau der der Koralmbahn ist Hengsberg an die Eisenbahn angeschlossen. Im Dezember 2010 wurde der Bahnhof Hengsberg am bereits eröffneten Teilabschnitt eröffnet. Richtung Graz oder Wies-Eibiswald (über Deutschlandsberg) bestehen dadurch mit den Zügen der S-Bahn Steiermark Schnellbahnverbindungen, die bis zur Aufnahme des Vollbetriebes der Koralmbahn mit Dieseltriebwagen der Graz-Köflacher-Bahn (GKB) durchgeführt werden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Johann Mayer (ÖVP) wurde in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats im April 2015 für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[8] Mayer steht der Gemeinde seit 15. Februar 2007 als Bürgermeister vor. Er ist Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Robert Baumann (ÖVP).

Dem Gemeindevorstand gehören weiters die Vizebürgermeisterin Heidemarie Rechberger (ÖVP) und der Gemeindekassier Johann Stangl (FPÖ) an.[8]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse:
Partei 2015 2010 2005 2000
Stimmen  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M.
ÖVP 455 51 8 500 55 9 460 52 8 486 57 9
SPÖ 172 19 3 302 33 5 300 34 5 256 30 4
FPÖ 203 23 3 109 12 1 120 14 2 112 13 2
Bürgerliste für Hengsberg 061 07 1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 1.182 1.135 1.119 1.032
Wahlbeteiligung 77 % 82 % 81 % 84 %

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern. Nach dem Ergebnis der Gemeinderatswahl 2015 setzt sich dieser wie folgt zusammen:[9]

  • 8 Mandate ÖVP
  • 3 Mandate SPÖ
  • 3 Mandate FPÖ
  • 1 Mandat Bürgerliste für Hengsberg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Hengsberg COA.jpg

Das Wappen, ein in goldenem Schild auf grünem Dreiberg steigender Rappenhengst, wurde der Gemeinde am 11. September 1961 verliehen.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Lienhart (* 1939), Altbürgermeister

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hengsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen 19. Februar 2017
  2. Bevölkerung am 1.1.2017 nach Ortschaften (Excel-Datei, 835 KB); abgerufen am 15. Juni 2017
  3. Chronik Preding
  4. Fritz Lochner von Hüttenbach: Die Rodungsnamen der Steiermark. In: Michaela Ofitsch, Christian Zinko: 125 Jahre Indogermanistik in Graz. Festband anläßlich des 125jährigen Bestehens der Forschungseinrichtung „Indogermanistik“ an der Karl-Franzens-Universität Graz. Verlag Leykam, Graz 2000. ISBN 3-7011-0026-8. S. 251.
  5. Gernot Peter Obersteiner: Baracken in der Landschaft., abgerufen 23. August 2016.
  6. Hengist-Magazin 1/2004: „Geschichte der Grafen des Enffans 'd Avernas“, S. 21–27 (PDF; 3,3 MB)
  7. Bezirkshauptmannschaft Leibnitz: Verordnung des Bezirkshauptmannes von Leibnitz vom 16. Dezember 2013 über die Erklärung des Waldbestandes am Wildoner Buchkogel zum Pflanzenschutzgebiet. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 20. Dezember 2013. Jahrgang 2013, 51./52. Stück. ZDB-ID 1291268-2 S. 722–723.
  8. a b Gemeinde Hengsberg: Gemeindevorstand, abgerufen am 10. Juni 2015.
  9. http://orf.at/wahl/steiermark-gemeinderat15/#ergebnisse/61017