Henk Schiffmacher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Henk Schiffmacher (2018)

Hendrikus John Everhardus Schiffmacher auch Hanky Panky (* 22. März 1952 in Harderwijk) ist ein niederländischer Tätowierer, Designer und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiffmacher ist das älteste von acht Kindern[1] und stammt aus einer katholischen Metzger-Familie, die „seit 1814 in Amsterdam residierte“.[2] Im frühen Alter hatte er bereits eine Leidenschaft für das Zeichnen und das Sammeln und wollte Maler werden. Zunächst besuchte er die Werbeschule bei Rex Frederiks in Amsterdam. Mitte der 1970er Jahre arbeitete Schiffmacher in der Werbeabteilung bei De Bijenkorf, einem Schaufenstergestalter. Er besucht oft Peter De Haan (Tattoo-Peter[3]) in der St. Olof Lane, wo seine Faszination für das Tätowieren entstand.

Schiffmacher hat während einiger internationaler Reisen verschiedenste Objekte gesammelt, die mit der Geschichte der Tätowierung zu tun haben. Er tätowierte viele bekannte Persönlichkeiten, u. a. die Mitglieder der Red Hot Chili Peppers, die Mitglieder von Pearl Jam, Kurt Cobain, Lemmy Kilmister, Barry Hay, Willy DeVille, Robbie Williams, Adam Levine, Ben Saunders, Lady Gaga, Ramones und die Stray Cats.[4]

Schiffmacher ist auch als Schriftsteller und Maler[5] bekannt sowie als Designer von Fliesen und Vasen. Im Jahr 2000 war er Teilnehmer der Fernsehsendung Big Brother VIPS und im Jahr 2007 war er an einer Reality-Show im Amsterdamer City Channel beteiligt. Er hatte auch eine kleine Rolle in dem Film Flodder 1986. Er trägt den niederländischen Verdienstorden Orden von Oranien-Nassau in der Ausprägung Offizier.[6]

Seit Juni 2010 sind er und seine Frau Louise, Botschafter der Foundation B!NK, eine Stiftung für benachteiligte Kindern in der nicht-westlichen Welt. Schiffmacher hat eine Schmucklinie namens "LOOT" aufgelegt.[7]

Im Dezember 2019 starteten Henk und Louise ihre neue Modelinie. Die Kleidungsstücke sind von der Geschichte des Tätowierens inspiriert und enthalten selbst gefertigte Designs.[8]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Great Borneo Expedition (1996)
  • Frisch aus der Presse (2004)
  • Lexikon von Tätowierungen (2008)
  • Mit Almar Seinen (Hrsg.): Encyclopedia for the Art and History of Tattooing. Carrera 2010, ISBN 9-048-80318-7.
  • Die Mingins Photo Collection (2011, Veröffentlichung Amsterdam Tattoo Museum)
  • Lexikon der Tattoos von A bis Z (2012, broschiert Nachdruck)
  • Mutter (2012, Veröffentlichung Amsterdam Tattoo Museum)
  • Signed! (2014)
  • 1000 Tattoos. TASCHEN 2014, ISBN 3-836-54992-1.[9]
  • Mit Noel Daniel (Hrsg.): TATTOO. 1730s-1970s. Henk Schiffmacher's Private Collection. Taschen 2020, ISBN 3-8365-6935-3.

Amsterdam Tattoo Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. November 2011 eröffnete Schiffmacher das Amsterdam Tattoo Museum, das größte Museum der Tattoo-Welt.[10] Die Basis ist die vermutlich einzigartige Sammlung, die Schiffmacher in mehr als dreißig Jahren zusammengetragen hat. Die Kollektion besteht aus hunderten von Tattoo-Maschinen und Handwerkzeuge, Fotografien, Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und sogar Stücke von tätowierter menschlicher Haut.[11][12] Das Museum wurde im November 2012 geschlossen, nachdem die Vermieterin Insolvenz angemeldet hatte.[13] Es wird zurzeit nach neuen Räumlichkeiten für die Sammlung gesucht.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Henk Schiffmacher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katja Iken: Tattoolegende Henk Schiffmacher »Der Rembrandt des kleinen Mannes«  DER SPIEGEL vom 3. Dezember 2020.
  2. Henk Schiffmacher. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Tätowier Magazin vom 30. Juli 2010. Archiviert vom Original am 15. September 2016; abgerufen am 7. September 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.taetowiermagazin.de
  3. Pepe & Mina Von B: Tattoo portraits: Peter De Haan – Tattoo Peter tattoolife.com
  4. Ruth Wenger: „Hanky Panky“ – Der Tattookünstler der Superstars. In: Welt.de. Abgerufen am 7. September 2016.
  5. Kunstwerken van Henk Schiffmacher in onze collectie. In: kunstcentrum.nl. Abgerufen am 7. September 2016.
  6. zu sehen in der Sendung ttt vom 31. Januar 2021 -> Min:22:13
  7. cult.tpo.nl: the post online: New label: Loot Clothing (niederländisch)
  8. door Jeffrey: PYF: crimineel coole items voor urban outlaws. In: Life After Football. 7. Januar 2020, abgerufen am 26. Juni 2020 (niederländisch).
  9. Burkhard Riemschneider, Henk Schiffmacher - 1000 Tattoos. In: BR Fernsehen. Archiviert vom Original am 10. März 2019; abgerufen am 23. Oktober 2016.
  10. Margo DeMello: Inked: Tattoos and Body Art around the World. ABC-CLIO 2014, ISBN 1-610-69076-1, S. 20 ff.
  11. tattoomuseum.wordpress.com (englisch)
  12. Die Tattoo-Legende - bei „Hanky Panky“ in Amsterdam. In: Quarks & Co vom 19. April 2016 im WDR-Fernsehen. Abgerufen am 9. September 2016.
  13. tattoomuseum.wordpress.com: Amsterdam Tattoo Museum Closure Explained
  14. Kristen de Joseph auf goamsterdam.about.com: Amsterdam Tattoo Museum