Henkell & Co. Sektkellerei

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Henkell & Co. Sektkellerei KG
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1832
Sitz Wiesbaden, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Andreas Brokemper, Eberhard Benz, Frank van Fürden (Geschäftsführer)
Mitarbeiter 1.934 (2017)[1]
Umsatz 702 Mio. € (2017)[1]
Branche Schaumweinproduktion, Spirituosenproduktion
Website www.henkell-gruppe.de

Die Henkell & Co. Sektkellerei KG ist ein deutsches Unternehmen für Sekt, Wein und Spirituosen mit Sitz in Wiesbaden. Sie ist in 22 Ländern mit eigenen Produktions- sowie Vertriebsstandorten aktiv und vertreibt ihre Marken in mehr als 100 Staaten weltweit. Seit 1986 gehört die Gruppe zur Dr. August Oetker KG. Das heutige Stammhaus wurde in den Jahren 1907 bis 1909 vom Architekten Paul Bonatz errichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werbung aus dem Jahr 1904 mit Hinweis auf Import aus der Champagne
Henkell & Co.-Stammhaus in Wiesbaden-Biebrich
Der Marmorsaal (Eingangsbereich) des Henkell & Co.-Stammhauses in Wiesbaden-Biebrich

1832 gründete Adam Henkell die Weinhandlung Henkell & Cie in Mainz. 25 Jahre später ließ er in der Mainzer Walpodenstraße eine „Champagnerfabrik“ bauen und war damit einer der ersten in Deutschland, der die Technik beherrschte, aus Wein Sekt herzustellen. Unter der Leitung Otto Henkell wurde 1894 die Marke Henkell Trocken geprägt, 1898 als eine der ersten Marken in Deutschland amtlich geschützt. 1909 zog Henkell & Co. in das neue Kellereigebäude in Biebrich (heute Stadtteil von Wiesbaden). In den Jahren von 1900 bis 1920 wurde die Marke Henkell Trocken stark beworben. So erschienen regelmäßig großformatige Anzeigen zum Beispiel in der Jugend oder im Simplicissimus. Für die Gestaltung der Anzeigen wurden Künstler wie Thomas Theodor Heine, Lucian Bernhard, Gino von Finetti oder Adolf Münzer beauftragt. Auch das Kellereigebäude im neoklassizistischen Stil war in der für Lucian Bernhard typischen Gestaltungsweise Gegenstand etlicher ganzseitiger Reklameanzeigen.

Otto Henkell und Ludwig Stollwerck gelten als die Erfinder der Gemeinschaftswerbung, die sie ab etwa 1900 einsetzten. Damit wurden erstmals Marketingmaßnahmen von Unternehmen einer Branche gemeinschaftlich entwickelt und finanziert.

1935 entwickelte Henkell & Co. den Pikkolo und lässt auch diese Marke eintragen. Ab 1936 war der „Schwarze Herr“ im Stil eines Scherenschnitts viele Jahre das Erkennungszeichen von Henkell Trocken.

Expansion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1975 übernahm das Unternehmen die Sektkellerei Carstens KG. Es folgten weitere Übernahmen und Firmenanschlüsse. Im Jahr 1986 verkaufte Otto Henkell jun. die Kellerei an den Unternehmer Rudolf-August Oetker, der bereits 1958 die Söhnlein Rheingold Sektkellerei übernommen hatte. Nachdem sich zunächst die Sektkellerei Henkell & Co. und die Söhnlein Rheingold KG eigenständig entwickelt hatten, fusionierten die einstigen Konkurrenten 1987 zu den Henkell & Söhnlein Sektkellereien mit Sitz in Wiesbaden-Biebrich. Beide Unternehmen wurden bis 2009 weitergeführt und in der Muttergesellschaft Henkell & Söhnlein Sektkellereien konsolidiert.

Henkell & Söhnlein Sektkellereien tat den ersten Schritt hin zu einer europäischen Getränkegruppe, als im Jahr 1988 die Akquisition von Scharlachberg, Österreich, unter Ausklammerung des gleichnamigen Weinbrandes erfolgte. Henkell & Söhnlein, Österreich, wurde mit nunmehr eigener Sektherstellung in Wien und eigener Spirituosenabfüllung in Salzburg gegründet. 1992 übernahm man die Hungarovin, Budapest, den ungarischen Marktführer für Sekt; 1995 erwarb das Unternehmen die Aktienmehrheit an der Kurpfalz Sektkellerei in Speyer. 1996 wurde die Henkell & Söhnlein Polska, Warschau gegründet, 1997 die Deinhard Sektkellerei KG in Koblenz übernommen und die qualifizierte Mehrheit an der Vinpol in Toruń, Polen erworben. 1999 übernahm die Gruppe die qualifizierte Aktienmehrheit an der Bohemia Sekt Českomoravská vinařská, Starý Plzenec, Tschechien, 2000 die Aktienmehrheit an der slowakischen Schaumweinfirma Hubert J.E. in Sereď. Im gleichen Jahr wurde Gratien & Meyer in Saumur, Frankreich gekauft. 2003 übernahm Henkell & Söhnlein Vertrieb und Markenrechte für die Sektmanufaktur Menger-Krug in Deidesheim und die S.C. Astese Production, Bukarest, Rumänien. 2004 kamen die Marken Kupferberg Gold und Scharlachberg Meisterbrand hinzu. 2006 erfolgte die Übernahme der Spirituosenmarken Der Gute Pott und Stern-Marke von der A. Racke GmbH & Co, Bingen. Im Oktober 2007 expandierte das Unternehmen weiter mit der Übernahme der in Kiew ansässigen Sektkellerei Kijewskij Sawod Schampanskich Win Stolitschnij. Im Mai 2008 übernahm Henkell & Söhnlein Sektkellereien das italienische Traditionsunternehmen Mionetto. Die Spumante und Frizzante aus dem Hause Mionetto wurden schon mehrfach auf internationalen Weinmessen ausgezeichnet. Zum 1. Januar 2009 wurde die Henkell & Söhnlein Sektkellereien nach mehreren Verschmelzungen zur Henkell & Co. Sektkellerei umfirmiert.[2]

Im März 2018 wurde die Mehrheit an dem spanischen Sekthersteller Freixenet erworben.[3]

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochterunternehmen der Henkell & Co.-Gruppe im In- und Ausland sind: Champagne Alfred Gratien S.A.S. (Frankreich), S.C. Angelli Spumante & Aperitive S.R.L. (Rumänien), Bohemia Sekt, S.R.O. (Tschechische Republik), Budampex AS (Estland), Cavas J. Hill S.L. (Spanien), Copestick Murray Wine Solutions Ltd. (Vereinigtes Königreich), Filipopolis (Litauen), Henkell & Co. Baltic SIA (Lettland), Henkell & Co. Benelux B.V. (Niederlande), Henkell & Co. Global (Deutschland), Henkell & Co. Norge AS (Norwegen), Henkell & Co. Sektkellerei Ges. m. b. H. (Österreich), Henkell & Co. Schweiz GmbH (Schweiz), Henkell & Co. Suomi OY (Finnland), Henkell & Co. Sverige AB (Schweden), Henkell & Co. Polska SP. Z O.O. (Polen), Hubert J.E., S.R.O. (Slowakei), Kiewer Sektkellerei Stolichniy PAT (Ukraine), Mionetto S.P.A. (Italien), Mionetto USA Inc. (USA), Törley Sektkellerei Kft. (Ungarn), Schloss Johannisberg (Deutschland)

Unternehmensdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Henkell & Co.-Gruppe schloss ihr Geschäftsjahr 2017 mit einem Umsatz von 526,5 Mio. Euro (702,0 Mio. Euro inkl. Verbrauchssteuern) ab. Das entspricht einem Umsatzzuwachs von 5,0 Prozent. Kursbereinigt lag das Wachstum bei 5,6 Prozent. In Deutschland wurde ein Plus von 4,2 Prozent auf 156,9 Mio. Euro erwirtschaftet. Der Anteil des Inlandsgeschäfts am Gruppenumsatz belief sich auf 29,8 Prozent. Das Auslandsgeschäft wuchs um plus 5,4 Prozent (kursbereinigt plus 6,3 Prozent) auf 369,6 Mio. Euro.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marken: Henkell-Sekt und Fürst von Metternich Sekt
  • Sekt: Henkell, Adam Henkell, Menger-Krug, Fürst von Metternich, Deinhard, Kupferberg, Lutter & Wegner, Söhnlein Brillant, Schloss Rheinberg, Schloss Biebrich, Bohemia, Hubert, Törley, Angelli u. a.
  • Champagner: Champagne Alfred Gratien, Champagne Veuve Emille
  • Prosecco: Mionetto
  • Crémant: Gratien & Meyer
  • Cava: Cavas Hill, Freixenet
  • Wein: Schloss Johannisberg, i heart WINES, Víno Mikulov, Hábanské Sklepy, Deinhard, Chapel Hill u. a.
  • Spirituosen: Mangaroca Batida de Côco, Wodka Gorbatschow, Kuemmerling, Karpatské Brandy, Lubuski Gin, Scharlachberg, Cardenal Mendoza, POTT u. a.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b henkell-gruppe.de: HENKELL & CO.-GRUPPE WÄCHST IM IN- UND AUSLAND
  2. Firmen-Chronik
  3. Ein spanischer Exportschlager wird deutsch Bericht der Tageszeitung Hannoversche Allgemeine vom 16. März 2018, abgerufen am 17. März 2018

Koordinaten: 50° 3′ 13″ N, 8° 14′ 39″ O