Henneberg (Thüringen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Henneberg
Henneberg (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Henneberg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 30′ N, 10° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Erfüllende Gemeinde: Meiningen
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 13,2 km2
Einwohner: 613 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km2
Postleitzahl: 98617
Vorwahl: 036945
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 028
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 103
98617 Henneberg
Bürgermeister: Reiner Hoßfeld (SPD)
Lage der Gemeinde Henneberg im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
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Über dieses Bild

Henneberg ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen. Mit seiner gleichnamigen Burg war Henneberg Stammsitz der Grafschaft Henneberg.

Franken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor mehr als 1300 Jahren wurde die Grabfeld-, Rhön- und Werraregion, somit auch Henneberg, nachweislich von Franken (Volk) besiedelt. Ab 1500 gehörte die Grafschaft, und somit der Ort, dem fränkischen Reichskreis an, verließ diesen allerdings 1660 gemäß dem Kahlaer Vertrag. Politisch zählte der Ort schon ab 531 und noch fortwährend, trotz ernestinischer Verwaltung, bis 1806 (1275 Jahre lang) zu Franken. Bis heute sind Henneberg und die Grafschaft sehr stark von der fränkischen Kultur geprägt. Nicht zuletzt spricht man als Dialekt Henneberg-Itzgrund-Fränkisch.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold auf einem grünen Dreiberg stehend eine rot bewehrte schwarze Henne mit rotem Kamm und rotem Lappen.“[2]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henneberg liegt zehn Kilometer südlich der Kreisstadt Meiningen am Fuße der Henneburg, dem Stammsitz der Henneberger, direkt an der Landesgrenze zu Bayern unweit der Stadt Mellrichstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort am Fuße der gleichnamigen Burg Henneberg war der älteste Allodbesitz der Grafen von Henneberg. Nach der 1274 erfolgten Hauptteilung der Grafschaft Henneberg in drei Linien verloren der Ort und die Burg an Bedeutung. Henneberg gehörte fortan zur Linie Henneberg-Schleusingen. Die Verpfändung der halben Burg Henneberg von der Schleusinger an die Römhilder Linie 1393 hatte wohl die Verlegung der Vogtei Henneberg nach der an einem wichtigen Straßenkreuzungspunkt um 1350 erbauten Burg Maßfeld zur Folge. Nach dem Aussterben der Grafen von Henneberg kam der Ort 1583 mit dem Amt Maßfeld unter gemeinsame sächsische Verwaltung. Ab 1680 gehörte er zum Herzogtum Sachsen-Meiningen.

Henneberg war 1599–1683 von Hexenverfolgungen betroffen: Zehn Personen wurden in Hexenprozessen angeklagt, mindestens sechs hingerichtet, von einem Prozess ist der Ausgang unbekannt. Letztes Opfer 1683 war Anna, Hans Gerlichs Frau.[3]

Der Ortsteil Einödhausen war 1617 von Hexenverfolgung betroffen: Margaretha Gans wurde in einem Hexenprozess in Haft genommen, der Prozessausgang ist unbekannt.[4]

Die Zeit von 1945 bis 1989 war durch die deutsch-deutsche Teilung geprägt, die Burg Henneberg befand sich im Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze. Vom Bergfried aus wurde der Grenzübergang Eußenhausen–Meiningen überwacht. Für die Forschung war die Henneburg nicht mehr existent. Im Ort Henneberg waren in dieser Zeit Grenztruppen stationiert. Für Ortsfremde war der Zugang zu den Grenzdörfern nur in seltenen Ausnahmefällen möglich. Jahrzehntelang war Henneberg für die Bürger der Region eine der wenigen Grenzübergangsstellen für Südthüringen und war genau wie die anderen streng bewacht. Von dem Gebäudekomplex der Kontroll- und Sicherungseinrichtungen auf der Schanz sind nur die Rohbauruine des kurz vor der Wende begonnenen Zollgebäudes und die Reste eines Wachturms übrig. Einige Bestandteile der DDR-Sicherungsanlagen sind jetzt unmittelbar hinter der Grenze im benachbarten Eußenhausen zu besichtigen. Außerdem erinnert eine Station des Friedenswegs, der entlang des ehemaligen Todesstreifens verläuft, an diese Zeit.[5]

Als das ehemalige Grenzgebiet der Öffentlichkeit zugänglich wurde, engagierten sich Bewohner des Ortes Henneberg in einem Burgclub für die Henneburg. Am 12. September 1995 ging die Burg an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten über.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Gemeinderatswahlen von 1994 bis 2009 führten zu folgenden Ergebnissen:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2009
[6]
Sitze
2009
[6]
%
2004
[7]
Sitze
2004
[7]
%
1999
[8]
Sitze
1999
[8]
%
1994
[9]
Sitze
1994
[9]
Kommunalwahl 2009[6][7]
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,9 %
25,0 %
19,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-30
+17,1 %p
+8,4 %p
-25,6 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 55,9 5 38,8 3 24,1 2
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 25,0 2 16,6 1 34,2 3 77,4 6
FDP Freie Demokratische Partei 19,1 1 44,7 4 27,6 2 22,6 2
DRK 14,2 1
gesamt 100,0 8 100,0 8 100,0 8 100,0 8
Wahlbeteiligung in % 65,4 78,2 74,8 86,2

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehört der Ortsteil Einödhausen, Unterharles sowie die Wüstung der Ziegelei. Die erfüllende Gemeinde für Henneberg ist die Stadt Meiningen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henneberg mit Schlossberg

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am zweiten Oktoberwochenende wird traditionell die Kirmes ausgetragen. Zudem veranstaltet der Sportverein jedes Jahr Anfang Juli das Sportfest.

Alle zwei Jahre wurde damals ein mittelalterliches Spektakel auf der Hausburg in Henneberg ausgetragen. Dieses Fest pausiert seit Jahren.

Grenze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Henneberg führt als Umgehungsstraße die Landesstraße 3019 vorbei. Sie verbindet auf diesem Abschnitt das thüringische Meiningen mit dem unterfränkischen Mellrichstadt. Direkt nach dem Ort Henneberg wird dabei an der sogenannten Schanz die ehemalige innerdeutsche Grenze überquert. Hier wurde nach der Deutschen Wiedervereinigung als Denkmal die Güldene Brücke errichtet. Des Weiteren werden in einem kleinen abgezäunten Bereich ehemalige Grenzsicherungsanlagen zur Schau gestellt; der alte Grenz-Wachturm wurde ebenfalls als Mahnmal stehengelassen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henneberg liegt an der L3019 (ehemals B 19), die als Umgehungsstraße um den Ort herum führt. Im Ort zweigt die L 2626 nach Bauerbach (3 km östlich) und Ritschenhausen (6 km östlich) ab. Weiterhin führt die K 62 in den Ortsteil Einödhausen und in die Gemeinde Grabfeld. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse an die A 71 sind:

  • Anschlussstelle 22 Meiningen-Süd (ca. 11 km nordöstlich)
  • Anschlussstelle 23 Rentwertshausen (ca. 11 km südwestlich)
  • Anschlussstelle 24 Mellrichstadt (ca. 11 km südlich)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Henneberg (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Henneberg.
  3. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes. Über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wehry-Verlag, Untermaßfeld 2012, ISBN 978-3-9813902-8-5, S. 128 f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“. Bereich Henneberg, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Bd. 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 240–244, (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000).
  4. Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“. Bereich Einödhausen, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Bd. 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 240–244, (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000).
  5. Der Ort Henneberg im Rhönlexikon
  6. a b c http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=066&gemnr=66028
  7. a b c http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2004&zeigeErg=GEM&wknr=066&gemnr=66028
  8. a b http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=1999&zeigeErg=GEM&wknr=066&gemnr=66028
  9. a b http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=1994&zeigeErg=GEM&wknr=066&gemnr=66028