Henning Boëtius

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Henning Boëtius (Pseudonym Uwe Bastiansen; * 11. Mai 1939 in Langen, Hessen) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henning Boëtius wuchs als Sohn von Eduard Boëtius auf Föhr und in Rendsburg auf. Er studierte Germanistik und Philosophie und promovierte 1967 mit einer Arbeit über Hans Henny Jahnn, deren Ergebnisse nicht unwidersprochen blieben,[1] zum Doktor der Philosophie.

Anschließend war er bis 1973 am Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am Main Mitarbeiter an der historisch-kritischen Ausgabe der Werke Clemens Brentanos. In den 1970er Jahren geriet Boëtius nach Aufgabe seiner Arbeit als Germanist in eine tiefe Lebenskrise, die ihn zeitweise ins gesellschaftliche Abseits führte. Er versuchte sich in verschiedenen Berufen, u. a. als Musiker, Maler und Goldschmied, war Hausmann, lebte dann aber auch zeitweise ohne festen Wohnsitz. In den 1980ern begann er unter dem Einfluss des Verlegers Vito von Eichborn belletristische Texte zu verfassen, die in Eichborns Verlag erschienen und Boëtius eine Existenz als freier Schriftsteller ermöglichten. Der Autor lebt heute in Berlin. Er ist Vater der deutschen Meeresbiologin Antje Boetius.

Henning Boëtius ist Verfasser eines umfangreichen Werkes, das in erster Linie Romane, aber auch Essays, Lyrik, Kinderbücher, Dramen und Hörspiele umfasst. Boëtius entnimmt die Thematik zahlreicher seiner Werke der deutschen Literaturgeschichte des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts. Daneben entstand eine Reihe von Kriminalromanen um die Figur des niederländischen Kommissars Piet Hieronymus. Endgültige Anerkennung als literarischer Autor fand Boëtius mit dem Roman „Phönix aus Asche“, der vom Brand des Zeppelins LZ 129 in Lakehurst handelt, dessen Zeuge Boëtius’ Vater Eduard als einer der überlebenden Offiziere im Jahre 1937 geworden war.

Neben seinen belletristischen Werken hat Boëtius auch mehrere Sachbücher zu ökologischen Themen verfasst und Werke aus dem Norwegischen übersetzt. Außerdem ist er Autor der Romantrilogie Troll Minigoll von Trollba, die seit 2005 in aktualisierter Neuauflage wieder erscheint.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Phönix aus Asche (2000), ungekürzte Lesung von Philipp Schepmann, Hörbuch auf 4 MCs bzw. 6 CDs.

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur zum Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antje Büssgen: Leben als Probe aufs Exempel der Poesie. Ästhetizismus-Kritik in Henning Boëtius’ fiktionaler Dichter(auto)biographie „Ich ist ein anderer. Das Leben des Arthur Rimbaud“. In: Fakten und Fiktionen. Strategien fiktionalbiographischer Dichterdarstellungen in Roman, Drama und Film seit 1970. Hrsg. von Christian von Zimmermann. Narr, Tübingen 2000, S. 207–250 (Voransicht bei Google Books).
  • Christian von Zimmermann: Individuen, Dichter, Sonderlinge. Henning Boëtius’ biographische Annäherungen an Brentano, Lenz, Günther und Lichtenberg. In: Fakten und Fiktionen. Strategien fiktionalbiographischer Dichterdarstellungen in Roman, Drama und Film seit 1970. Hrsg. von Christian von Zimmermann. Narr, Tübingen 2000, S. 101–118 (Voransicht bei Google Books).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Studie „Die Ordnung der Unterwelt“. Zum Verhältnis von Autor, Text und Leser am Beispiel von Hans Henny Jahnns „Fluss ohne Ufer“ und den Interpretationen seiner Deuter setzt sich kritisch mit den Forschungsergebnissen von Boëtius’ Dissertation auseinander und demonstriert anhand umfassender vergleichender Textanalysen die subjektive Befangenheit der Arbeitsweise Boëtius’ als Literaturwissenschaftler.