Henning Melber

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Henning Melber (* 22. August 1950 in Stuttgart) ist ein deutsch-namibischer Afrikanist und politischer Aktivist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Melber wuchs in Eßlingen am Neckar und Leutkirch in Baden-Württemberg auf. Er kam 1967 als Jugendlicher und Sohn deutscher Einwanderer nach Namibia und machte Abitur an der Deutschen Höheren Privatschule Windhoek. 1974 trat er der Befreiungsbewegung SWAPO bei. Von 1975 bis 1990 bestand für ihn ein Einreiseverbot nach Namibia. Melber studierte in den 1970er Jahren Politik und Soziologie an der FU Berlin und machte 1977 seinen Abschluss zum Diplompolitologen. Er promovierte 1980 an der Universität Bremen mit einer Arbeit "Schule und Kolonialismus". Von 1982 bis 1992 war er Assistent am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel. 1993 habilitierte er sich an der Universität Bremen. Von 1992 bis 2000 war er Leiter der Namibian Economic Policy Research Unit (NEPRU) in Windhoek. Von 1994 bis 2000 war er Vorsitzender der Namibisch-Deutschen Stiftung für kulturelle Zusammenarbeit in Windhoek. Von 1996 bis 1998 war er zudem Vorsitzender der Association of Namibian Publishers (ANP). Im Jahre 2000 wechselte er als Forschungsdirektor an das Nordiska Afrikainstitutet in Uppsala in Schweden. Danach leitete er von 2006 bis 2012 die schwedische Dag Hammarskjöld Stiftung, der er auch gegenwärtig noch in beratender Funktion angehört.[1]

Seit 2012 ist Melber außerordentlicher Professor am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Pretoria in Südafrika. Seit 2013 ist er zudem außerordentlicher Professor am Center for Africa Studies der Universität des Freistaates in Südafrika.

Henning Melber ist verheiratet und hat eine Tochter.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Melber hat zahlreiche Bücher und mehrere Hundert Beiträge über Probleme und die Geschichte Namibias veröffentlicht, sowie zu weiteren Themen wie Internationalismus und Rassismus:

  • Schule und Kolonialismus: Das formale Erziehungswesen Namibias, Hamburg 1979.
  • Der Weißheit letzter Schluß: Rassismus und kolonialer Blick. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-86099-102-7.
  • Chancen internationaler Zivilgesellschaft. (mit Reinhart Kößler) Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-11797-1.
  • A New Scramble for Africa? Imperialism, Investment and Development. (Hg. gemeinsam mit Roger Southall) Scottsville, University of KwaZulu-Natal Press 2009, ISBN 978-1-86914-171-4.
  • The United Nations and Regional Challenges in Africa - 50 Years after Dag Hammarskjöld. (Hg. mit Maxi Schoeman) = Development Dialogue, no.57, december 2011, ISBN 978-91-85214-63-1.
  • Understanding Namibia. Jacana Media, Kapstadt 2014, ISBN 978-1-4314-2133-6. (auch Oxford University Press, London 2015, ISBN 978-0190241568.)
  • Namibia – Gesellschaftspolitische Erkundungen seit der Unabhängigkeit. Brandes & Apsel, Frankfurt a. M. 2015, ISBN 978-3-95558-109-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vita von Henning Melber, Kulturwissenschaftliches Kolleg Universität Konstanz.