Henning Zoz

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Henning Zoz (* 1. April 1964 in Siegen) ist ein deutscher Nanotechnologe, Experte für Hochgeschwindigkeits-Mühlen und Unternehmer.

Ausbildung und akademische Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henning Zoz studierte und promovierte in Mexiko-Stadt an der Universität Instituto Politécnico Nacional[1], an deren Forschungseinrichtung „Centro de Investigación e Innovación Tecnológica“ er inzwischen eine Professur innehat.[2]

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zoz gründete ca. 1990 ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen für nanostrukturierte Werkstoffe, die Zoz GmbH mit Stammsitz in Hünsborn. Er unterhält in diesem Zusammenhang eine Reihe internationaler Kooperationen, unter anderem mit dem Instituto Politécnico Nacional in Mexiko in einem Postgraduiertenprogramm[3]

Als Erfinder hält er in den USA mehrere Patente für technische Hochleistungsgeräte, insbesondere hochenergetische Mühlen.[4]

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Forschungsunternehmen von Zoz, und betont dabei dessen internationale Vernetzung.[2] Unter anderem versucht Zoz durch Bearbeitung der Zement-Werkstoffe in Zoz-Mühlen die Partikelgröße von 40 bis 50 Mikrometern (herkömmlicher Zement) auf zwei bis drei Mikrometer zu reduzieren, und dadurch verbesserte Materialeigenschaften zu erreichen.[5] 2009 genehmigte das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Forschungsprojekt im Ausmaß von 1,1 Millionen Euro, das Henning Zoz gemeinsam mit seinem Unternehmen, der Universität Siegen und der Dyckerhoff AG durchführt. Ziel des Projektes ist die Herstellung von Hochleistungs- und Ultrahochleistungsbeton aus Portlandzement, wobei die CO2-Emission reduziert werden soll.[6]

Sonstige Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zoz ist über den Nano-Sektor hinaus an mehreren anderen Unternehmen verschiedener Branchen beteiligt.[7] Er startete eine Initiative, um im Hinblick auf neue Technologien deutsche Studenten zu einem Studium in Japan zu motivieren. Er initiierte und organisiert diesbezüglich Austauschprogramme sowie Schul- und Universitätspartnerschaften.[8] Darüber hinaus engagiert sich Henning Zoz kommunalpolitisch für die FDP.[9] Henning Zoz stammt aus einer auch Zotz geschriebenen österreichisch-deutschen Familie. Er ist verheiratet und hat vier leibliche Kinder.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der an Schulen gerichteten Einladung zum „deutsch-japanischen Nanostruktur-Symposium“ vom 7. bis 8. März 2016 der Zoz-Gruppe formulierte das Unternehmen:[10]

„Wir richten uns nicht an Menschen mit bunten Haaren, Blech im Gesicht und jene, die die Füße nicht heben und die Hose kaum auf den Hüften halten können und/oder eines ordentlichen Sprachgebrauches kaum mächtig sind. Kein Einlass für Vermummte – im Rathaus und im ZTC keine Mütze, keine Kapuzen und auch keinen Helm auf dem Kopf. Bei Teilnehmern aus mindestens 17 Ländern liefern wir ein Aushängeschild Deutschlands in die Welt und erwarten angemessene Kleidung und Auftreten.“

In der Folge äußerten sich mehrere Schuldirektoren der angeschriebenen 44 Institute des Kreises Siegen-Wittgenstein kritisch gegenüber der Formulierung, diese grenze an „Diskriminierung“ – viele gute Schüler hätten „bunte Haare und Piercings“, oder seien „hochbegabt“ aber vermummt oder sprächen schlecht Deutsch.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2011 wurde Zoz als „Manager des Jahres 2011“ für den Bereich Südwestfalen ausgezeichnet.[12]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henning Zoz hat an circa 50 Fachveröffentlichungen als Autor mitgewirkt.[13] Eine Auswahl:

  • Henning Zoz: Attritor Technology. Latest Developments. In: „Materials Science Forum“, Vol 179-181 (1995).
  • Henning Zoz: Attritor Technology. Optimized Charging and Discharging. In: John Porter u.a. (Hrsg.): Advances in Powder Metallurgy and Particulate Materials. Princeton, N.J. 1995. ISBN 9781878954565.
  • H. Zoz, D. Ernst, H. Weiss, M. Magini, C. Powell: Mechanical Alloying of Ti-24Al-11Nb (AT%) Using the Simoloyer. In: „Materials Science Forum“, Vols. 235-238 (1997).
  • H. Zoz, H. Ren: Processing of Ceramic Powder using High Energy Milling. In: „Materials Science Forum“, Vols. 343-346 (2000).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zoz-Pressemitteilung vom 15. Juni 2009 (PDF; 3,0 MB)
  2. a b „Auslandsexperte zu Gast. Kürzester Weg via Mexiko.“ Bundesministerium für Wissenschaft und Technologie: IProm. Das Innovationsmagazin 04 (2005), S. 3-4. (PDF; 4,1 MB)
  3. Instituto Politécnico Nacional
  4. US-Patentsuche
  5. Carsten Dierig: „Wir bedienen die Nische in der Nische.“ Die Welt 6. August 2006.
  6. Pressemitteilung Zoz-Gruppe ZG-0903, Wenden, 15. Juni 2009 . (PDF; 6,7 MB)
  7. Offizielle Website der Firmengruppe
  8. Besiegelung einer Partnerschaft zwischen japanischer Universität und Fürst-Johann-Moritz Gymnasium (Memento vom 11. September 2012 im Webarchiv archive.is)
  9. Kommunalwahl: Alle Kandidaten stehen fest (Memento vom 8. März 2016 im Internet Archive)
  10. Ludwig Krause: "Wir richten uns nicht an Menschen mit bunten Haaren", Rheinische Post — Website, 4. März 2016. Abgerufen am 4. März 2016.
  11. Tobias Schürmann: Firma lädt Schüler ein - aber nicht mit bunten Haaren, DerWesten — Website, 3. März 2016. Abgerufen am 4. März 2016.
  12. Der „Manager des Jahres“ Prof. Dr. Henning Zoz im Porträt (PDF; 1,0 MB) in: Südwestfalen Manager 10/11
  13. Zoz: Publikationen