Henri Étienne Sainte-Claire Deville

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Henri Étienne Sainte-Claire Deville

Henri Étienne Sainte-Claire Deville (* 11. März 1818 in Saint Thomas, Westindien; † 1. Juli 1881 in Boulogne-sur-Seine, heute: Boulogne-Billancourt) war ein französischer Chemiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sainte-Claire Deville war Professor in Besançon und Paris und stellte 1854 erstmals technisch Aluminium her. Er erforschte die Platin-Metalle und entdeckte zusammen mit Friedrich Wöhler das kristallisierte Bor und Silicium. Sein Bruder war der Geologe Charles Joseph Sainte-Claire Deville (1814–1876).

Seit dem 28 Dezember 1857 war er Mitglied der Académie des sciences in Paris.[1] 1856 wurde Deville zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften,[2] 1863 der Preußischen Akademie der Wissenschaften[3] und 1869 der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg gewählt.[4] Seit 1860 war er gewähltes Mitglied der American Philosophical Society.

Mitte der 1850er Jahre entwickelte Deville ein nach ihm benanntes Verfahren zur Herstellung von Aluminium, es war noch „mühsam und aufwendig – die Ausgangsmaterialien [waren] teuer und die Ausbeute karg. Entsprechend rar und kostspielig [… war] auch das Endprodukt.“[5] Dennoch verbesserte es den seit 1827 bekannten Wöhler-Prozess erheblich – nach Devilles Veröffentlichung 1859 und darauf basierender Produktion fiel der Preis von Aluminium auf ein Zehntel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verzeichnis der Mitglieder seit 1666: Buchstabe S. Académie des sciences, abgerufen am 24. Februar 2020 (französisch).
  2. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Band 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Band 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 209.
  3. Mitglieder der Vorgängarakademien. Henri Étienne Sainte-Claire Deville. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 8. Juni 2015.
  4. Henri Étienne Sainte-Claire Deville. In: Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724. Russische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 22. Oktober 2015 (russisch).
  5. Luitgard Marschall: Aluminium – Material der Modern, oekom verlag, München 2008, S. 159.