Henri Desgrange

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Henri Desgrange (vorne) im Jahr 1936

Henri Desgrange (* 31. Januar 1865 in Paris; † 16. August 1940 in Beauvallon) war Herausgeber der französischen Sportzeitung L’Auto und Begründer der Tour de France.

Der Bahnradfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Desgrange war ein sehr guter Bahnradfahrer und erster französischer Meister der Straßenfahrer. Er selbst konnte sich aber nicht vorstellen, dass der Straßenradsport, also „im Freien“ auf der Landstraße, ein großer Erfolg werden würde. Daher konzentrierte er sich voll und ganz auf die Bahn. Im Alter zwischen 20 und 30 stellte er elf verschiedene Rekorde auf, darunter auch den ersten Stundenweltrekord (1893).

Gründung von L’Auto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Desgrange, der auch mit Albert Champion befreundet war[1], leitete danach die Radrennbahn Parc des Princes in Paris und arbeitete bei verschiedenen Tageszeitungen als Journalist, ehe er bei der Sportzeitschrift L’Auto Velo als Chefredakteur anfing. Initiiert wurde die Zeitschrift von einer Gruppe Industrieller um den Grafen de Dion, André Michelin, Edouard Michelin und Adolphe Clément, die eine politische Parteinahme der bisher größten französischen Sportgazette Le Vélo auf Seiten des angeklagten jüdischen Hauptmanns Alfred Dreyfus nicht mit seinen Werbeaufträgen unterstützen wollte.[2] Vorgeschlagen wurde Desgrange von Clément. Die erste Ausgabe erschien am 16. Oktober 1900 und enthielt ein Versprechen Desgranges, dass in diesem neuen Blatt nie die Rede von Politik sein sollte.[1] Er hielt sein Wort bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Allerdings musste der Name der Zeitung bereits kurz nach der Gründung aufgrund einer erfolgreichen Plagiatsklage Giffards in L’Auto umbenannt werden. Später wirkte Desgrange auch als Herausgeber der Zeitung.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde daraus L’Équipe, die heute noch Frankreichs führende Sportgazette ist.

Das größte Radrennen der Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Desgrange sah sich gezwungen, in Konkurrenz zu Giffards Le Vélo eine Sensation anzupreisen. Am 19. Januar 1903 kündigte L’Auto daher mit der Tour de France das erste Etappenrennen der Welt über einen ganzen Monat an. Die „große Schleife“ wurde im Laufe der Zeit zu einem der wichtigsten Sportereignisse. Fortwährend leitete Desgrange als Organisator die Rundfahrt. Der gestrenge „Patron“ war bei den Rennfahrern respektiert und galt als fairer Sportsmann.

Radmarathon als Breitensport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1904 gründete Desgrange die Union des Audax in Frankreich und organisierte somit den Radmarathon auch als Breitensport für Amateure. Während früher das Fahren mit freier Wahl der Geschwindigkeit propagiert wurde, werden Audax-Fahrten seit 1931 im geschlossenen Verband durchgeführt. Die höchste Auszeichnung ist der Aigle d’Or (goldener Adler), den man nach erfolgreicher Teilnahme am 1200 km langen Audax Paris-Brest-Paris erlangen kann, der nur alle fünf Jahre stattfindet.

Die Tour nach Desgrange[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henri Desgrange leitete die Tour de France bis 1939. Ihm folgten:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Joffre Nye: The Fast Times of Albert Champion: From Record-Setting Racer to Dashing Tycoon, An Untold Story of Speed, Success, and Betrayal, Prometheus Books, 1. Auflage, 2014; ISBN 978-1-616-14964-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nye: The Fast Times of Albert Champion.2014, S. 214.
  2. a b Nye: The Fast Times of Albert Champion.2014, S. 215.