Henriette Gonnermann

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Henriette Gonnermann (* 8. Mai 1942 in Berlin[1]) ist eine deutsche Schauspielerin und Schauspiellehrerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gonnermann erhielt in Berlin privaten Schauspielunterricht bei Edith Hildebrandt und bei der bekannten Schauspiellehrerin Marliese Ludwig. Ihre ersten Engagements als Theaterschauspielerin hatte sie, unter der Regie von Dieter Wedel, Anfang der 1960er Jahre am Forum Theater in Berlin. Im Verlauf ihre Bühnenlaufbahn hatte Gonnermann Engagements an fast allen Berliner Bühnen, wo sie unter anderem unter der Regie von Axel von Ambesser und Viktor de Kowa spielte.

1963 übernahm sie die Rolle der jugendlichen Liebhaberin Beatrice in der Komödie Der Lügner von Carlo Goldoni an der Schaubühne Berlin. Sie spielte mehrfach am Hansa-Theater; dort trat sie unter anderem als Zofe Dorine in der Komödie Tartuffe (1971), als fesche Magd Louka in der Komödie Helden (1972) und 1974 als Komödiantin Ortensia in der Komödie Mirandolina von Carlo Goldoni auf. Mehrfach war sie auch am Renaissance-Theater zu Gast, so 1972 als Mildred Kelsey in der Komödie Unsere liebste Freundin von Samuel A. Taylor, 1974 als Eva Jackson in dem Lustspiel Frohe Feste von Alan Ayckbourn, 1977 als Karoline in dem Lustspiel Die Fee von Ferenc Molnár und 1978, unter der Regie von Boleslaw Barlog, als Dompröpstin Julia Hyltenius in dem Schauspiel Der Nobelpreis von Hjalmar Bergman. Am Theater der Freien Volksbühne Berlin spielte sie die Lady Milford in Kabale und Liebe (1979) und die Schmuggleremma in Herr Puntila und sein Knecht Matti (1985).

Zwischen 1980 und 1996 wirkte sie regelmäßig in Produktionen des Berliner Theater des Westens mit, so als Tänzerin Sheila in A Chorus Line (1980), als Zofe Stella in der Operette Frau Luna (1981), als Betty in No, No, Nanette (1982), als Tigerlilly und Mutter Darling in dem Musical Peter Pan (1984–1986, an der Seite von Ute Lemper in der Titelrolle), als Tänzerin Adelaide in Guys and Dolls und als Doris in Damn Yankees (1996).

Gastengagements hatte sie in Berlin auch am Theater am Kurfürstendamm, am Hebbel-Theater, sowie am Contra-Kreis-Theater in Bonn, an der Komödie Frankfurt (unter anderem in der Spielzeit 1982/1983 in dem Lustspiel Treppauf-Treppab von Alan Ayckbourn) und am Theater am Dom in Köln. Mehrfach interpretierte sie die Rolle der überdreht-komischen Patientin Madame Durand in dem Lustspiel Die Kaktusblüte, so 1967 am Theater am Kurfürstendamm, (Regie: Rolf Henniger), dort nochmals 1990 in einer Neuinszenierung, und in der Spielzeit 1991/1992 an der Komödie Winterhuder Fährhaus in Hamburg.

Gonnermann übernahm seit den 1960er Jahren auch Rollen im Film und Fernsehen. So spielte sie die Prinzessin in der Märchenfilmung König Drosselbart (1962) unter der Regie von Fritz Genschow.

Später folgten Episodenrollen in zahlreichen Fernsehserien. Gonnermann spielte Sekretärinnen, Verkäuferinnen, Verwaltungsangestellte, später noble, ältere Damen und Rentnerinnen, meist Nebenrollen, häufig mit skurrilem Touch, denen sie mit ihrer prägnanten, hohen Stimme individuelles Profil gab. Sie war unter anderem in den Fernsehserien Drei Damen vom Grill, Ich heirate eine Familie, Liebling Kreuzberg, Hotel Paradies, Unser Lehrer Doktor Specht, Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen, Balko und St. Angela zu sehen. 2011 übernahm sie in der ARD-Fernsehserie Rote Rosen für einige Folgen die Rolle von Felix' liebenswürdiger englischer Tante Ruby aus Cornwall.

Gonnermann war als Darstellerin auch immer wieder in den ab Anfang der 1990er Jahre entstehenden Daily Soaps beteiligt. Unter anderem spielte sie die Rolle der Henriette Spirandelli di Montalban in der Serie Gute Zeiten, schlechte Zeiten; sie war die Tante der Rollenfigur Flo Spira. Bereits 1992 hatte sie eine Gastrolle in der Serie.

Neben ihrer Tätigkeit als Darstellerin arbeitete Gonnermann intensiv als Schauspiellehrerin; von 1991 bis 2002 war sie Schauspielcoach bei der Daily Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Zahlreiche Soap-Darsteller erhielten von ihr das erste schauspielerische Rüstzeug, so unter anderem Rhea Harder, Jan Hartmann, Tokessa Martinius und Patrick Harzig. Außerdem gab sie Kurse als Dozentin für Sprechtechnik, Stimmbildung und Bühnensprache.

Gelegentlich war Gonnermann auch als Synchronsprecherin tätig.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Piet Hein Honig, Hanns-Georg Rodek: 100001. Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts. Showbiz-Data-Verlag, Villingen-Schwenningen 1992, ISBN 3-929009-01-5, S. 373.
  2. Gonnermann, Henriette (1942–) Eintrag in der Deutschen Synchronkartei