Henry Lot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Morgendämmerung am Rhein, um 1850/60: Kleve, B. C. Koekkoek-Haus

Henry (Hendrik) Lot (* 22. Mai 1822 in Gendringen bei Arnheim; † 12. Mai 1878 in Düsseldorf) war ein niederländischer Tier- und Landschaftsmaler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Barend Cornelis Koekkoek in Kleve erlernte er die Landschaftsmalerei. 1840 zog er nach Alkmaar. 1846 bzw. 1851 wirkte Lot als Zeichenlehrer am Gymnasium in Wesel, wo er u. a. die späteren Maler Ernst Bosch, Ernst von Bernuth und Ludwig Hugo Becker unterrichtete. Letzterer wurde anschließend sein Privatschüler.[1] Der Künstler war verheiratet und hatte drei Kinder. Von 1853 bis zu seinem Tod lebte er in Düsseldorf, zuletzt wohnhaft im Stadtteil Pempelfort, Nordstraße 26.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde sein Werk Die Waldszene, das im Düsseldorfer Rathaus hängt. Lot spezialisierte sich insbesondere auf die Darstellung von Fluss- und Waldlandschaften am Niederrhein, in denen in der Ferne gelegentlich identifizierbare Stadtsilhouetten, u.a. die von Kleve und Xanten, erscheinen. Arbeiten des Künstlers zeigten die Kunsthandlungen Eduard Schulte und Bismeyer & Kraus in Düsseldorf sowie die Jahresausstellungen in Düsseldorf, Berlin, Hannover, Bremen und in den Niederlanden, darunter Abendlandschaft mit Vieh (Kunstverein-Ausstellung, Düsseldorf 1854; Ankauf), Eichenwald mit Künstlern und Bauern (Kunstverein Hannover 1856), Der Wald bei Neuenburg (Permanente Kunstausstellung Eduard Schulte, Düsseldorf 1868; Ankauf durch den Großherzog von Oldenburg),[2] Überschwemmte Niederrheinlandschaft mit Tieren (Akademische Kunstausstellung, Berlin 1868), Ansicht von Kleve (Permanente Kunstausstellung Bismeyer & Kraus, Düsseldorf 1869), Landschaft mit Schafen (Kunstverein, Düsseldorf 1873) und Waldlandschaft (Akademische Kunstausstellung, Berlin 1876). Die zeitgenössische Kritik lobte seine Fähigkeit der Bildgestaltung mit einfachsten Mitteln und eine „ungesuchte Natürlichkeit“ in seinen Werken. Gelegentlich wurde seine Malerei als „nach der Art der alten Holländer“ charakterisiert.[3] Von 1854 bis 1860 war er Mitglied des Düsseldorfer Künstlervereins Malkasten.[4][5]

Ein fotografisches Porträt des Künstlers befindet sich im Malkasten-Archiv in Düsseldorf.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eichbaum, um 1869: Düsseldorf, Kunstmuseum
  • Landschaft mit Eichenwald und Kühen: Köln, Stadtbücherei Chorweiler
  • Morgenrot am Rhein, B.C. Koekkoek-Haus, Kleve[6]
  • Abenddämmerung
  • Die Waldszene
  • Überschwemmte Gemeindewiese (1868)[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. Seubert: Allgemeines Künstlerlexicon oder Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Zweiter Band G–N, Stuttgart: Verlag von Ebner & Seubert 1878.
  • Lot, Henry. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band I-2, Dresden 1891–1901. S. 897.
  • Hans Wolfgang Singer (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler, vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Literarische Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt / Main, Bd. 2, 1921.
  • Lot, Hendrik. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 23: Leitenstorfer–Mander. E. A. Seemann, Leipzig 1929.
  • Pieter Arie Scheen: Lexicon Nederlandse Beeldende Kunstenaars 1750–1950. Band 1, Den Haag 1969, ISBN 90-6522-014-3, S. 726.
  • Emanuel Bénézit (Hrsg.): Dictionnaire Critique et Documentaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs de tous les temps et de tous les pays, Bd. V, 1976.
  • Hans Paffrath/Kunstmuseum Düsseldorf (Hrsg.): Lexikon der Düsseldorfer Malerschule. Bd. 2, Bruckmann, München 1998, ISBN 3-7654-3010-2, S. 358–359 (Abb.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Bosch: Lebenserinnerungen (1917), in: Beilage zum Generalanzeiger für Wesel, Kreis Rees und den Niederrhein, Wesel 1952
  2. ein Gemälde Wald bei Neuenburg wurde 1996 in einer Auktion in Montreal, Kanada, mit 22500 Can$ zugeschlagen; vgl. Art Sales Index 1997
  3. Korrespondenzen. In: Deutsche Kunst-Zeitung. Hauptorgan der Deutschen Kunstvereine. Nr. 13 vom 26. März 1865, S. 108 (online)
  4. Bettina Baumgärtel, Sabine Schroyen, Lydia Immerheiser, Sabine Teichgröb: Verzeichnis der ausländischen Künstler und Künstlerinnen. Nationalität, Aufenthalt und Studium in Düsseldorf. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Band 1, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 435
  5. Bestandsliste im Portal malkasten.org (Künstlerverein Malkasten), abgerufen am 22. Mai 2014
  6. Werke unterstreichen die Qualität. Artikel vom 24. Mai 2016 im Portal derwesten.de, abgerufen am 15. Juni 2016
  7. Provisorischer Katalog der I. Internationalen Kunstausstellung im Königlichen Glaspalaste in München. Kgl. Hofdruckerei Dr. C. Wolf & Sohn, München 1869, S. 7 (Loge IV., Nr. 142), online