Henschel Hs 124

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Henschel Hs 124
Henschel Hs 124 (15270032565).jpg
Typ: Mehrzweckflugzeug
Entwurfsland:

Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich

Hersteller: Henschel Flugzeug-Werke AG
Erstflug: 10. Oktober 1935
Indienststellung:
Produktionszeit:

1935–1937

Stückzahl: 3

Die Henschel Hs 124 war ein zweimotoriges militärisches Mehrzweckflugzeug der Henschel Flugzeug-Werke AG. Nachdem drei Prototypen hergestellt waren, wurden die Arbeiten an diesem Flugzeug aufgegeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die in den 1930er-Jahren betriebene Neuaufrüstung der Luftwaffe forderte das Technische Amt von der Luftfahrtindustrie ein Mehrzweckflugzeug. Den Entwicklungsauftrag erhielt die Firmen Henschel, BFW und Focke-Wulf. Bei Henschel begannen die Projektierungsarbeiten am 6. Juli 1934 unter dem Chefkonstrukteur Friedrich Nicolaus. Als erstes wurde eine Attrappe fertiggestellt, die am 9. November von Vertretern des RLM besichtigt wurde. 1935 wurde mit dem Bau von drei Musterflugzeugen begonnen.

Die Hs 124 V1 hatte einen glatten Blechbug, in dem ein Drehturm eingebaut war. Der Turm sollte mit einer 2-cm-Kanone ausgerüstet werden, die Maschine flog jedoch die Erprobung ohne Waffe. Als Triebwerke kamen zwei flüssigkeitsgekühlte 12-Zylinder-Motoren vom Typ Junkers Jumo 210C mit je 449 kW (610 PS) Startleistung zum Einsatz. Sie führte am 10. Oktober 1935 ihren Erstflug durch. Das Flugzeug stürzte am 10. April 1937 ab, wobei der Henschel-Werkspilot Friedrich-Ernst von Heynitz ums Leben kam.

Die Hs 124 V2 hatte einen komplett verglasten Rumpf und eine in einer Spaltlafette eingebaute 2-cm-Kanone. Die Triebwerke waren zwei BMW-132Dc-9-Zylinder-Sternmotoren mit je 640 kW (870 PS) Startleistung. Zum Abwurf von kleinen Splitterbomben wurde ein Bombenzielgerät eingebaut. Auch dieses Flugzeug wurde am 25. Februar 1938 bei einem Absturz zerstört.

Die Hs 124 V3 wurde nur als Attrappe geplant.

Die Hs 124 V4 wurde als Zerstörer gebaut. Sie besaß deshalb eine Zweimann-Kanzel und eine starr im Rumpfvorderteil eingebaute Bewaffnung von vier MG 17. Die Triebwerksanlage wurde von den ursprünglichen zwei Jumo 210C später auf zwei BMW-132-Dc-Motoren geändert.

Bauteile im Überblick:

  • Flügel: Freitragender Mitteldecker; Ganzmetallflügel in dreiteiligem Aufbau, Mittelteil dreiholmig, Außenteile in Schalenbauweise; komplette Hinterkante aus stoffbespannten Klappen, außen Querruder, innen Landeklappen.
  • Rumpf: Ovaler Ganzmetallrumpf in Schalenbauweise, Bug und Haube verglast.
  • Leitwerk: mit doppeltem Seitenleitwerk ohne Verstrebungen, Ganzmetall, Ruder stoffbespannt.
  • Fahrwerk: Einziehbares Spornfahrwerk; Hauptfahrwerk zieht nach hinten in die Triebwerksgondeln ein, hydraulische Bremsen; nicht einziehbares Spornrad.
  • Triebwerk: siehe oben, mit Dreiblatt-Verstell-Propeller.
  • Bewaffnung: (Hs 124 V2) 1 × 2-cm-Kanone im Bug, 1 × 7,9-mm-MG 15 im B-Stand und bis zu 600 kg Bomben.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiseitenriss
Kenngröße Hs 124 V1 Hs 124 V2
Besatzung 3 (Pilot, Funker/Schütze und Bombenschütze/Schütze)
Länge 14,50 m
Spannweite 18,20 m
Höhe 4,89 m 3,75 m
Tragflügelfläche 54,60 m²
Flächenbelastung 132,42 kg/m² k. A.
Antrieb 2 × Jumo 210C mit je 471 kW (640 PS) 2 × BMW 132 Dc mit je 640 kW (870 PS)
Höchstgeschwindigkeit 435 km/h 435 km/h in 3000 m Höhe
Marschgeschwindigkeit 320 km/h k. A.
Landegeschwindigkeit 110 km/h k. A.
Steigzeit 11,7 min auf 4000 m k. A.
Reichweite 4200 km k. A.
Dienstgipfelhöhe 6500 m k. A.
Leermasse 4145 kg 4250 kg
Startmasse 7230 kg
Bewaffnung 2 × 7,9-mm-MG 15 sowie bis zu 600 kg Bomben

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Materna: Die Geschichte der Henschel Flugzeug-Werke A. G. in Schönefeld bei Berlin 1933–1944. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-049-1.
  • Karl R. Pawlas: Luftfahrt-Lexikon, Beitragskennung: 3120-100-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Henschel Hs 124 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien