Hepberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hepberg
Hepberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hepberg hervorgehoben

Koordinaten: 48° 49′ N, 11° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Höhe: 441 m ü. NHN
Fläche: 4,16 km2
Einwohner: 2936 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 706 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85120
Vorwahl: 08456
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 131
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 5
85120 Hepberg
Website: www.hepberg.de
Erster Bürgermeister: Raimund Lindner
Lage der Gemeinde Hepberg im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-RiesLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis RegensburgLandkreis KelheimLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis Neuburg-SchrobenhausenIngolstadtHaunstetter ForstAdelschlagAltmannsteinBeilngriesBöhmfeldBuxheim (Oberbayern)Denkendorf (Oberbayern)DollnsteinEgweilEichstättEitensheimGaimersheimGroßmehringHepbergHitzhofenKindingKipfenbergKöschingLentingMindelstettenMörnsheimNassenfelsOberdollingPollenfeldPförringSchernfeldStammham (bei Ingolstadt)TittingWaltingWellheimWettstettenKarte
Über dieses Bild

Hepberg ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Ingolstadt im südlichen Landkreis Eichstätt und gehört zum Regierungsbezirk Oberbayern. Es gibt nur die Gemarkung und den Gemeindeteil Hepberg.[2] Es handelt sich um eine der flächenmäßig kleinsten Gemeinden Deutschlands.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammham
Lenting Kompass Kösching
Lenting

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hepberg gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Vohburg des Kurfürstentums Bayern. Die Freiherren Müller von Gnadenegg besaßen hier die seit dem 15. Jahrhundert bestehende offene Hofmark. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Während der Gebietsreform in Bayern sollte die Gemeinde Hepberg nach Lenting eingemeindet werden. In einer Abstimmung am 28. Dezember 1971 entschied sich aber die Bevölkerung von Hepberg mit 77,1 % gegen eine Eingemeindung. In der Folge gründete sich 1978 die Verwaltungsgemeinschaft Lenting mit den Gemeinden Hepberg, Lenting, Stammham und Wettstetten. Bis zum Tag vor dem Austritt Hepbergs am 1. Januar 1994 bestand die Verwaltungsgemeinschaft nur noch aus Hepberg und Lenting.[3]

Romanische St.-Oswald-Kirche

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1814 auf 2881 um 1067 Einwohner bzw. um 58,8 %.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 0994 1118 1760 1913 2192 2441 2449 2450 2859

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern und dem Ersten Bürgermeister.

(Stand: Gemeinderatswahl am 15. März 2020)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2020 Raimund Lindner (FHB).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hepberg
Blasonierung:Gespalten von Blau und Silber; vorne ein halbes goldenes Mühlrad, hinten ein Rabe.“[5]

Dieses Wappen wird seit 1972 geführt.[5]

Wappenbegründung: Das halbe Mühlrad ist aus dem für den Namen redenden Wappen der Freiherren Müller von Gnadenegg entnommen, die von etwa 1730 bis 1770 die zum alten bayerischen Landgericht Vohburg gehörende kleine offene Hofmark Hepberg besaßen. Der Rabe ist Attribut des Heiligen Oswald, nach dem die Hepberger Pfarrkirche benannt wurde.[5]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1,144 Millionen Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 191.000 €. Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 82 und im Bereich Handel und Verkehr 13 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 110 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 854. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 sechs landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 274 ha, davon waren 260 ha Ackerfläche und 14 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anschlussstelle Lenting der A 9

Hepberg liegt in unmittelbarer Nähe zur Anschlussstelle Lenting (60) der Bundesautobahn 9. Außerdem ist der Ort an das Verkehrsnetz der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft (INVG) angebunden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2008):

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze
  • Volksschule Hepberg (Grundschule)

Standortübungsplatz Ingolstadt-Hepberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der rund 311 ha[6] große Standortübungsplatz Ingolstadt-Hepberg (auch als Pionierübungsplatz Hepberg bezeichnet) liegt nordwestlich der Gemeinde und befindet sich ebenfalls auf den Gemarkungen von Lenting, Stammham und Wettstetten. Er dient zur Ausbildung der in und um Ingolstadt beheimateten Verbände. Der militärische Sicherheitsbereich darf, Stand 2021, von der Öffentlichkeit weder betreten noch befahren werden[7] . Im nördlichen Teil des Übungsplatzes befindet sich eine Schießanlage (Sammelstandortschießanlage) der Bundeswehr (Lage). Südlich der Schießanlage folgt eine ehemalige Standortmunitionsniederlage[8] der Bundeswehr (Lage). Diese besteht, wie auf Lidar-Daten erkannt werden kann, aus 18 erdüberdeckten Munitionslagerhäusern[9]. Wiederum südlich besteht ein ehemaliges, als PSP 35 bezeichnetes[10][11], Depot der amerikanischen Armee (Lage). Das amerikanische Depot (PSP = Pre-Stock Point, Übersetzt: vorbereiteter Lagerpunkt) umfasst 10 erdüberdeckte Munitionslagerhäuser[12] und wurde Anfang der 1990`er Jahre aufgegeben[8]. Allgemein dienten PSP zur Lagerung vorgehaltener Materialbestände der Kriegsreserve. Dies waren Munition, Material und Betriebsstoff, wobei der vorhandene Löschwasserteich auf die Lagerung von Munition hindeutet. Auf dem eigentlichen Standortübungsplatz Ingolstadt-Hepberg gibt es unter anderem einen Sprengplatz, ein Übungshaus und eine Anlage zum Fliegerabwehrschießen[13]. Am südlichen Rand des Übungsplatzes befindet sich die ehemaligen HAWK-Stellung Wettstetten (Lage) und östlich daran anschließend die Überreste des Fort V Orff[14] (Lage) als Teil des äußeren Rings der Landesfestung Ingolstadt. Die HAWK-Stellung diente der amerikanischen Luftverteidigung in Deutschland und wurde von 1961 bis 1968 von einer amerikanischen Einheit, von 1968 bis 1987 von der 4. Batterie/Staffel der FlaRakGrp 34 und von 1989 bis 1991 von der 1. und 2. Staffel der FlaRakGrp 23 mit dem Waffensystem Patriot genutzt[15], wobei keine scharfen Patriot Lenkflugkörper präsent waren[8]. Die Stellung wurde 1991 aufgegeben.

Der 2003 für den Schienenverkehr fertiggestellte Geisbergtunnel der Schnellfahrstrecke Ingolstadt-Nürnberg verläuft direkt unter dem Übungsgelände.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Mattes (* 1949), Domkapitular und Caritasdirektor des Bistums Eichstätts, in Hepberg geboren
  • Serkan Atak (* 1984), Fußballspieler, spielte beim FC Hepberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hepberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Hepberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 14. September 2019.
  3. Schicksalstag für Hepberg: Im Dezember 1971 sprachen sich die Bürger gegen eine Eingemeindung aus, auf www.donaukurier.de, abgerufen am 3. Januar 2017
  4. Verwaltung/Ämter. Gemeinde Hepberg, abgerufen am 15. August 2020.
  5. a b c Eintrag zum Wappen von Hepberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Deutscher Bundestag: Drucksache 17/9367. 20. April 2012, abgerufen am 14. Januar 2015.
  7. Gemeinde Hepberg: Unterrichtung der Bevölkerung über Gefahren auf den Übungsplätzen. 13. November 2017, abgerufen am 16. März 2021.
  8. a b c Deutscher Bundestag: Drucksache 11/8460. (PDF) 20. November 1990, abgerufen am 16. März 2021.
  9. BayernAtlas: Reliefkarte. Abgerufen am 16. März 2021.
  10. U.S. Army in Germany.com: Conventional Class V Ammuntion Storage. Abgerufen am 16. März 2021.
  11. cold-war.de Forum: Munitionslager für konventionelle Munition der US Army in Deutschland. Abgerufen am 16. März 2021.
  12. BayernAtlas: Reliefkarte. Abgerufen am 16. März 2021.
  13. Hartziel.de: Hartziele auf dem Standortübungsplatz Ingolstadt. Abgerufen am 16. März 2021.
  14. Förderverein Bayerische Landesfestung Ingolstadt e.V.: Werke des Fortgürtels. Abgerufen am 16. März 2021.
  15. Geschichtsspuren.de Forum: Hawk/Patriot Stellung Wettstetten FlaRak 23 und 24. Abgerufen am 16. März 2021.