Heraklith

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Heraklith
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Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Gründung 1908
Sitz Fürnitz, OsterreichÖsterreich Österreich
Branche Baustoffindustrie
Website www.heraklith.de

Heraklith ist die führende Marke von sogenannten Holzwolle-Leichtbauplatten (abgekürzt HWL-Platten) des österreichischen Herstellers Knauf Insulation GmbH (ehemals Heraklith GmbH).

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Fürnitz in Kärnten gehört seit 2006 zur deutschen Firma Knauf und tritt seit Dezember 2007 in Deutschland und Österreich unter dem einheitlichen Namen Knauf Insulation GmbH auf.

Der Name Heraklith wird jedoch weiterhin für die vom Unternehmen hergestellten Holzwolle-Dämmplatten verwendet. Rund 70 Prozent der in Deutschland verwendeten HWL-Platten werden von ihr hergestellt.

Heraklith Holzwolleplatten bestehen hauptsächlich aus dem Dämmstoff Holzwolle und den mineralischen Bindemitteln Zement oder Magnesit. Sie werden seit Jahrzehnten in den Bereichen Wärmedämmung, Brandschutz und Schalldämmung eingesetzt und zählen zu den hochwertigsten, natürlichen Dämmstoffen.

Scherzhaft werden Heraklith-Platten wegen ihres Aussehens auch Sauerkrautplatten genannt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Heraklith wurde abgeleitet aus den Wörtern Herkules und lithos (altgriechisch Stein‘), was die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit des Materials vermitteln sollte.[2]

Der Wiener Robert Scherer meldete 1907 beim Kaiserlich-Königlichen Patentamt das österreichische Patent für ein Verfahren zur Herstellung eines feuersicheren, leichten, porösen Materiales an.[3] Bald nach den ersten Einsätzen 1914 wurde die Mischung durch industriell hergestellte Fertigmauerteile ersetzt, welche unter dem Namen Heraklith produziert wurden. Mit der Einführung der Heißgas-Härtung von Materialschiefer wurde die Produktpalette erweitert und das Unternehmen expandierte weltweit.

Die Produktionskapazität von Heraklith und die kommerzielle Präsenz stiegen in den 1950er Jahren gemeinsam mit dem Wachstum der Bautätigkeit in Europa signifikant an. So verkaufte Heraklith Mitte der 60er Jahre rund 17 Millionen Quadratmeter HWL-Platten in Deutschland. Heraklith ist es gelungen, eine globale Präsenz aufzubauen und die Holzwolleplatten international einzusetzen, welche sich durch die besonderen Produkteigenschaften in allen Klimazonen bewährt haben.

Im Jahr 2006 wurde die Heraklith GmbH von der Knauf Insulation GmbH übernommen. Heraklith bleibt als Handelsname für die HWL-Platten bestehen, die Produktpalette wird erweitert und gestärkt.[4][5]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzwolle-Leichtbauplatten sind formstabil und sehr fest. Sie haben eine mäßige Wärmedämmfähigkeiten, dafür aber eine gute Wärmespeicherkapazität. Auch sind Holzwolle-Leichtbauplatte sehr gut einsetzbar in der Schalldämmung (verputzt) bzw. Schallabsorption (unverputzt). Sie haben eine gute Feuchte-Regulierungsfähigkeit und gelten als schwer entflammbar (Brandschutzklasse B1). Anwendung finden HWL-Platten vor allem als Putzträger bei Decken- oder Dachuntersichten, zur Brand- und Schalldämmung. Da es sie in verschiedenen Farbausführungen gibt, werden sie gerne auch als Designelemente eingesetzt. Einige Zeit wurde vermutet, dass Heraklithplatten Asbest enthalten und somit gesundheitsschädlich sein könnten und gesondert entsorgt werden müssen. Asbest wurde bei der Produktion von Heraklithplatten jedoch niemals hinzugefügt.[6]

Typen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heraklith
Die Heraklith-Platte besteht aus Holzwolle und mineralischen Bindemitteln, vor allem Zement oder Magnesit. Sie dient der Wärmedämmung bei Gebäuden sowie industrieller Anwendung, als Putzgrund sowie als Deckenplatte zur Schalldämpfung. Stärkere Platten gibt es auch mit Nut und Feder, dünnere mit Stufenfalz.
Tektalan
Holzwolle-Mehrschichtplatte mit Steinwollekern zur Schall- und Wärmedämmung.
Heratekta
Nicht brennbare Holzwolle-Mehrschichtplatte mit Polystyrolkern zur Wärmedämmung.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Baustoffhändlerwebsite, abgerufen am 2. Mai 2017
  2. [2] PDF der Zeitschrift Wärmeschutz * Kälteschutz * Schallschutz * Brandschutz. Heft 65/2011 S. 17-19
  3. Patent AT37223B: Verfahren zur Herstellung eines feuersicheren, leichten, porösen Materiales. Angemeldet am 20. Juli 1907, veröffentlicht am 10. Mai 1909, Anmelder: Robert Scherer.
  4. [3] Presseseite von Heraklith, abgerufen am 2. Mai 2017
  5. [4] Geschichtlicher Überblick auf der Website Heraklith, abgerufen am 2. Mai 2017
  6. [5] Experten- und Fachinformationsportal zu den Themen Bauen, Wohnen und Energie, abgerufen am 9. Mai 2017
  7. [6] Website Heraklith Produktübersicht, abgerufen am 2. Mai 2017