Herbert Petzold (Pomologe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Herbert Petzold (* 10. Oktober 1910 in Wurzen[1]; † 25. Februar 1997)[2] war ein deutscher Pomologe und Autor von Fachbüchern.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Jahre bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbert Petzold wurde im obersächsischen Hügelland als Sohn eines Landwirts geboren. Sein Vater war Verwalter des Wurzener Stadtgutes. Petzold war der älteste Sohn der Familie und wuchs in der kleinstädtischen Umgebung von Wurzen auf. Nachdem er die Realschule absolviert hatte, besuchte er in der Zeit zwischen 1925 und 1928 die Landwirtschaftliche Fachschule in Wurzen. Hier erhielt er neben der landwirtschaftlichen auch eine obstbauliche Ausbildung. Privat engagierte er sich nach dem Schulbesuch bei der Wandervogel-Bewegung und war vielseitig, auch musisch, interessiert. Mit dem Fahrrad fuhr er bis in die Niederlande, um dort Museen zu besuchen. Besonderen Eindruck hinterließen die Landschaftsbilder und Stilleben alter flämischer Meister bei ihm. In Leipzig ließ er sich in Rhetorik und Phonetik ausbilden und arbeitete in den Folgejahren als freiberuflicher Rezitator. An Schulen und für Vereine trug er dort Werke der Weltliteratur vor. Sein Spektrum reichte von den alten Griechen über Klassiker bis zu Künstlern der damaligen Zeit wie Agnes Miegel und Rainer Maria Rilke. Um beruflich ein sichereres Standbein zu haben ließ er sich zwischen 1935 und 1937 zum Bibliothekar ausbilden und war als solcher anschließend in Wurzen tätig. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat und anschließend Kriegsgefangener.[1]

Berufsleben in der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Heimkehr aus der Gefangenschaft fand er in seinen seitherigen eher schöngeistigen Berufen keinerlei Beschäftigung. Nachdem er die Prüfung zum Baumwart erfolgreich absolviert hatte, war er anfänglich als beratender Baumwart und Verkäufer von Baumpflanzen, die er in Gärten und der Landschaft entdeckt hatte, tätig. Ab 1950 wurde er an seiner ehemaligen landwirtschaftlichen Schule in Wurzen, aus der sich mit seiner Hilfe eine Spezialschule für Obst- und Weinbau entwickelte, als Fachlehrer beschäftigt. Die hier von ihm gehaltenen Lehrgänge auch für Meister, Baumwarte und Fachberater gaben ihm den nötigen von selbst als wichtig angesehenen Bezug zur Obstbaupraxis. Nach dem Umzug der Schule nach Werder blieb Petzold in Wurzen. Der ehemalige Lehrgarten der Schule diente ab 1955 dem Obstversuchswesen der Zentralstelle für Sortenwesen der DDR mit Sitz in Nossen als Außenstelle Kernobst. Petzold war hier mitverantwortlich für die Anlage der Versuchspflanzungen und Sichtungsgärten und, nachdem die Grundlagen für die Anerkennung von Baumschul- und Erdbeerpflanzgut geschaffen waren, für die Begleitung der Sortenzulassung. Daneben war er Mitglied der Sortenkommission beim Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR. 1961 wurden die ersten neu zugelassenen Apfelsorten empfohlen und 1971 erschien erstmals sein Sortenratgeber Obst. Schon 1970 hatte eine Broschüre zum Tafeltraubenanbau publiziert in deren Folge über 100.000 Tafeltraubenpflanzen angezogen und verkauft wurden.

Die Aprikosensorten Marena, die Apfelsorten Roba (eine Mutante von Erwin Baur), Rogo, Gelber Köstlicher und Wudinia wurden von ihm benannt.[1]

Leben im Ruhestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus gesundheitlichen Gründen ging er 1973 in den vorzeitigen Ruhestand. Er begann sein reichhaltiges Wissen zu publizieren. Seine Standardwerke Apfelsorten und Birnensorten erschienen 1979 und 1982 in jeweils erster Auflage. Insgesamt wurden 180 Einzelbeiträge aus seiner Feder in Fachzeitschriften veröffentlicht.[1]

Daneben war er als anerkannter Sortenkenner und Sortenlehrer ein gefragter Fachmann. Sein Wissen war umfassend genug alle Sorten zu bestimmen und überall die Vor- und Nachteile bestimmter Sorten für einen Standort zu benennen. Auf unzähligen Ausstellungen, Lehrgängen und Schulungen hielt er dazu Vorträge und bestimmte jedes Jahr zugesandte Sortenproben.[1]

Petzold war Ehrenmitglied im Pomologen-Verein.[2]

Er war verheiratet[1] und verstarb nach kurzer Krankheit im Februar 1997.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wurzener Obstbaurundbriefe der Obst- und Weinbauschule Wurzen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Werner Schuricht: Herbert Petzold - ein Pomologe wurde 85 in Pomologenverein e.V.Pomologisches Jahresheft 1996, Aue/Sachsen, 1996, S. 7ff.
  2. a b c Werner Schuricht: Pomologe Herbert Petzold 1997 gestorben in Pomologenverein e.V.Pomologisches Jahresheft 1997/98, Aue/Sachsen, 1996, S. 6