Herbert Read

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Dieser Artikel behandelt den Kunsthistoriker, für den Geologen siehe Herbert H. Read
Herbert Read (1966)

Sir Herbert Edward Read DSO, MC (* 4. Dezember 1893 auf dem Gut Muscoats in der Nähe von Stonegrave (Yorkshire); † 12. Juni 1968 in Stonegrave) war ein britischer Dichter sowie ein Schriftsteller und Philosoph auf dem Gebiet der Kunst.[1] Er wirkte am Institute of Contemporary Arts (ICA) in London mit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbert Read wurde in der Grafschaft Yorkshire als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Er studierte an der University of Leeds Kunstwissenschaften und Literatur. Im Ersten Weltkrieg war er Frontoffizier in Belgien und Frankreich. Nach seiner Rückkehr fand er schnell Zugang zur Londoner Literaturszene, u. a. zu T. S. Eliot und Ezra Pound.

Read war dann als Ministerialbeamter am Victoria and Albert Museum in London tätig. In den 1930er Jahren etablierte er sich als Schriftsteller und Kunsthistoriker und führte das Leben sowohl eines Gelehrten als auch eines libertären Intellektuellen. Künstlerisch machte er sich einen Namen als führender Kenner des Surrealismus und organisierte 1936 zusammen mit Roland Penrose, David Gascoyne und anderen die erste große – und später legendäre – englische Surrealismus-Ausstellung „International Surrealist Exhibition“ in den New Burlington Galleries vom 11. Juni bis zum 4. Juli des Jahres in London. Herbert Read war Herausgeber der Kunstzeitschrift Burlington Magazine (1933–1939) sowie der ersten Ausgabe von The Thames und Hudson Dictionary of Arts and Artists (1966). 1966 wurde er mit dem Erasmuspreis ausgezeichnet.

Read war Präsident der Britischen Gesellschaft für Kunsterziehung, des Instituts für zeitgenössische Kunst und der Philosophischen Gesellschaft von Yorkshire.

Position[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch trat Read mit seinem Bekenntnis zum Anarchismus hervor. Max Stirners Schrift Der Einzige und sein Eigentum war für ihn „ein Buch, das ich nie aus den Augen verloren habe.“[2] Der Gedanke der Gegenseitigen Hilfe als eine tragende soziale Kategorie der Evolution wurde für ihn zur Maxime politischen Handelns und Denkens auf der Grundlage der Lehren Kropotkins. Read engagierte sich, auch durch Teilnahme an Straßendemonstrationen, für die Kampagne gegen die nukleare Aufrüstung. Nachdem er 1953 die Verleihung der Ritterwürde akzeptiert hatte, distanzierten sich viele seiner anarchistischen Weggefährten von ihm. In seinen letzten Jahren zog er sich, bedingt durch eine Krebserkrankung, mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wordsworth. Cape, London 1932.
  • Die Kunst der Kunstkritik. Sigbert Mohn Verlag, o. O. 1957
  • To Hell with Culture. Routledge & Kegan Paul, London 1963. Neuauflage 2002. ISBN 978-0-415-28993-1.
  • Erziehung durch Kunst. Droemer Knaur, München 1968.
  • A Coat of Many Colours. Occasional Essays. Routledge, London 1945.
  • Kunst, Kultur und Anarchie. Politische Essays wider den Zeitgeist. Hrsg. von Ulrich Klemm. Trotzdem Verlag, Grafenau-Döffingen 1991. ISBN 3-922209-36-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DTV-Lexikon: Lemma Herbert Read. München 2006.
  2. Herbert Read: Max Stirner. In: ders.: Die Kunst der Kunstkritik und andere Essays zur Philosophie. Gütersloh: Sigbert Mohn 1960, S. 87-94 (88)