Herdflächenlösung

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Eine Herdflächenlösung ist eine in der Geophysik genutzte Darstellung der Messungen von Erdbebenmessstationen bezüglich eines bestimmten Erdbebens. Die Herdflächenlösung dient dem besseren Verständnis der zugrundeliegenden Mechanik eines Erdbebens und hilft bei der Identifizierung der Ursache des Bebens.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstellung der Herdflächenlösung mit Hilfe der Projektion von Azimut (a), Inzidenzwinkel (i) und Bebentyp (hier „+“ für Kompression) für eine einzelne Messstation.

Die Darstellung der Herdflächenlösung benötigt von jeder beteiligten Messstation sowohl das dem Beben zugeordnete Azimut als auch den jeweiligen Inzidenzwinkel und die Schwingungsrichtung des ersten Einsatzes der gemessenen Welle (Kompression oder Dilatation). Diese Daten werden in einem Kreis aufgetragen: vom Nordpunkt des Kreises wird ein Lot bis auf den Mittelpunkt gefällt. Von diesem Lot aus wird im Uhrzeigersinn das Azimut der jeweiligen Station als Winkelabstand und der Inzidenzwinkel als Länge vom Mittelpunkt genommen. Am Ende der so entstandenen Strecke wird die Art der Welle durch ein Plus oder Minus gekennzeichnet.

Wird dies für mehrere Stationen durchgeführt, so dass abgegrenzte Flächen auf dem Kreis entstehen, gibt das resultierende Diagramm, das wegen der typischen Muster auch „Beach Ball“ genannt wird, Aufschluss über die Ursache des Bebens, d. h. ob es sich um Aufschiebung, Abschiebung oder Blattverschiebung handelt.

Die folgenden Bilder zeigen die Beach-Ball-Diagramme idealer Herdflächenlösungen mit den drei möglichen Ursachen. Schwarz (positiv) markierte Gebiete bezeichnen dabei Stationen, die eine Kompression gemessen haben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]