Herdin Radtke

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Herdin Radtke (* 5. April 1943 in Korsze (Korschen), Ostpreußen heute Polen) ist ein deutscher Maler, Malpädagoge und Sänger.

Herdin Radtke - Foto Gertrud Pietschmann

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete die Mutter Erna Korsch-Radtke mit den Söhnen Bernd und Herdin von Ostpreußen nach Westfalen, wo sie ihren Mann Klaus Radtke über das Rote Kreuz wiederfand. Herdin besuchte in Westfalen die Grundschule, sang in einem Kinderchor und zeichnete leidenschaftlich Pferde. Danach besuchte er bis 1960 das Gymnasium in Porz/Köln und machte eine Maschinenbaulehre bei Klöckner-Humboldt-Deutz. Mit 17 kaufte Radtke eine Gitarre, mit der er seine Gesangskompositionen begleitete; er zeichnete und malte begeistert mit Wasserfarben. Im Alter von 18 Jahren besuchte er die private Schauspielschule von Nora Hengstenberg in Düsseldorf und arbeitete nebenbei als Auto- und Kaffeeverkäufer, Kellner, Discjockey und Hafenarbeiter. An den Wochenenden spielte und sang er mit einer Band.

In den sechziger Jahren lernte er den Bildhauer und Maler Heinz Wilhelm Becker[1] kennen, und besuchte ihn in seinem Atelier. Daraufhin widmete sich Radtke intensiv der Ölmalerei. Mit verschiedenen Jobs hielt er sich über Wasser.

In München lernte Herdin Radtke den Sänger und Liedermacher Konstantin Wecker kennen, welcher damals am Anfang seiner Karriere stand. Mit dem Sänger und Produzenten Fred Bertelmann sang Radtke vier Songs nach Musik und Text von Konstantin Wecker, u. a. Mein Mädchen ist eine Lady …, Du wohnst nun schon seit langer Zeit ….

1972 ging Herdin Radtke nach Rom. Dort faszinierte ihn die Technik und Kunst der alten Meister. Er malte bis zu vierzehn Stunden täglich, um die Geheimnisse der klassischen Ölmalerei zu entschlüsseln. Abends verkaufte er auf der Piazza Navona seine Bilder, um sein Studium zu finanzieren.

1976 siedelte er um nach Pietrasanta in der Toscana und lebte dort bis 1979, um die Blumen- und Stilllebenmalerei der alten Holländer und Flamen zu studieren .

Von 1979 bis 1982 bereiste er verschiedene Städte in Frankreich, Holland und England. Seinen Hauptwohnsitz hatte er dabei in Cadaqués bei Figueres in Spanien, wo er Nachbar von Salvador Dalí[2] wurde und für ihn Bilder restaurierte. In dieser Zeit studierte er auch das Licht in den Bildern von William Turner. Das wurde von nun an das Wichtigste in seiner Malerei.

1983 ging Herdin Radtke nach München, um seine musikalischen Werke zu verwirklichen. Dort wurde im November 1983 die Langspielplatte Die schönsten Lieder aus meiner Ostpreussischen Heimat fertiggestellt und am 30. November 1983 in der Vertretung der Bayerischen Landesregierung in Bonn präsentiert und von der Firma Teldec vertrieben.

Anschließend widmete Radtke sich wieder vollständig der Malerei und machte Studienreisen nach Italien, Spanien, Frankreich, Österreich, Saudi-Arabien, Senegal und Marokko. 1990 siedelte er um nach Frankreich, wo er in dem kleinen Ort St. Pompon in der Dordogne die Pomponistische Bewegung der Malerei kreierte. Von dort aus machte Radtke zwischen 1993 und 1995 verschiedene Studienreisen nach Marokko. 1996 fand seine erste „pomponistische“ Ausstellung in Bordeaux in der Galerie der renommierten Buchhandlung Mollat statt.

1996 gründete Herdin das „Atelier Pompon“ in dem er die Grundlagen der klassischen Ölmalerei unterrichtete. Er leitete Masterclass-Kurse in Korsika, in Deutschland, in Österreich und in Frankreich. 1997 strahlte France 3, das dritte französische Fernsehen, eine Sendung aus über die Philosophie des Pomponismus. Weitere Fernsehsendungen folgten 1998 und 1999.

In 2001 eröffnete er ein weiteres Atelier in Rocamadour (Frankreich). Ab 2005 schuf Radtke 11 neue Malkurse auf DVD, die mit dem Malkoffer Atelier Herdin eine komplette Malschule in einem Koffer repräsentierten. 2007 begann er eine 5-teilige DVD Serie Wie male ich einen Dali in der er zeigt, wie Salvador Dali eines seiner bekanntesten Bilder, La persistence de la memoire (das Bild mit den umgeklappten Uhren) gemalt hat.

2008 erschien Herdins Buch Die Magie der Ölmalerei beim Frechverlag. 2009 eröffnete das Atelier Herdin in Pézenas, Südfrankreich mit einer Dauerausstellung seiner Bilder und der Möglichkeit in Malkursen nach seiner von ihm selbst entwickelten Methode die Malweise zu erlernen. Ebenfalls 2009 eröffnete er das „Atelier Herdin“ in München und arbeitete an seinem zweiten Buch Ölmalerei Landschaften. Daneben fand in Brüssel (Belgien) unter dem Titel Von der flämischen Malerei bis zum Pomponismus eine große Retrospektive mit ca. 50 Gemälden statt.

2010 erschien das Buch Ölmalerei Landschaften beim Frechverlag. Im selben Jahr erfolgte der Umzug des Ateliers von München nach Bad Salzschlirf. 2014 und 2015 hielt er Sommerkurse in Malerei auf Burg Hochosterwitz in Kärnten.[3]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Licht dirigieren – die Magie der Ölmalerei. Grundkurs Ölmalerei Anleitung, Buch und DVD-Video. Frechverlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7724-6254-2.
  • Die Magie des Lichts – Ölmalerei Landschaften. Überarbeitete Neuausgabe, Grundkurs Ölmalerei Anleitung, Buch mit Videos zum Download. Frechverlag, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-7724-6219-1.

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die schönsten Lieder aus meiner Ostpreussischen Heimat. LP. Teldec, 1983.[4]

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Jahr 2000 produzierte Herdin zwei Malkurse auf Video: Die Grundlagen der klassischen Ölmalerei – Stillleben. 4 Videos mit 8 Stunden Unterricht und Die Grundlagen der klassischen Ölmalerei – Blumen. 4 Videos mit 7,5 Stunden Unterricht. Ab 2010 produzierte Herdin weitere Lehrfilme in Eigenregie unter Mitwirkung von Gertrud Pietschmann (Kamera, Design und Fotografie). Bisher umfasst sein Filmprogramm ca. 30 Lehrfilme zum methodischen Erlernen der realistischen Ölmalerei und das „Dirigieren“ des Lichtes im Bild.

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995: Der Pomponismus. Galerie Mollat, Bordeaux
  • 2013: Von der Klassik über den Surrealismus bis hin zum Pomponismus. Schloss Hallenburg, Schlitz, Hessen
  • 2014: Von der Klassik bis zum Pomponismus. Hohausmuseum im Schloss Hohhaus Lauterbach, Hessen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ölbild von Herdin Radtke - Erinnerung an die wilden Zeiten mit Rainer Ostendorf in Cadaques

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Wilhelm Becker (Gerolstein 1929)
  2. Foto zu Salvador Dali mit Herdin Radtke 1979
  3. Maler Herdin Radtke Sommerkurs Malerei 2015. In: Kleine Zeitung, 8. April 2015.
  4. Pressestimmen zum Sänger Herdin Radtke 1983 (Memento des Originals vom 25. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ostpreussenlieder.com