Hergensweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Hergensweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hergensweiler hervorgehoben

Koordinaten: 47° 37′ N, 9° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Verwaltungs­gemeinschaft: Sigmarszell
Höhe: 526 m ü. NHN
Fläche: 12,09 km2
Einwohner: 1888 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 156 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88138
Vorwahl: 08388
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 115
Gemeindegliederung: 15 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Friedhofweg 7
88138 Hergensweiler
Website: www.hergensweiler.de
Bürgermeister: Wolfgang Strohmaier
Lage der Gemeinde Hergensweiler im Landkreis Lindau (Bodensee)
Baden-WürttembergÖsterreichSchweizLandkreis OberallgäuBodolzGestratzGrünenbachHeimenkirchHergatzHergensweilerLindau (Bodensee)Lindenberg im AllgäuMaierhöfenNonnenhornOberreuteOpfenbachRöthenbach (Allgäu)ScheideggSigmarszellStiefenhofenWasserburg (Bodensee)Weiler-SimmerbergWeißensbergBodenseeKarte
Über dieses Bild
Hergensweiler von Südwesten
Hergensweiler von Nordosten mit Glarner und Appenzeller Alpen

Hergensweiler (mundartlich Hergenschwilar) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Allgäu bzw. Westallgäu am bayerischen Nadelöhr zwischen Baden-Württemberg und Österreich.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 15 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt nur die Gemarkung Hergensweiler.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hergatz
Wangen im Allgäu Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Opfenbach
Weißensberg Sigmarszell

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hergensweiler wurde, wie einige benachbarte Gemeinden, um das Jahr 800 gegründet. Den ersten steinernen Kirchbau weihte der Konstanzer Bischof Gebhard III. am 5. Oktober 1108.[4]

Der Ort war ein Amt der Freien Reichsstadt Lindau und wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Bretzenheim als ein Teil des neugebildeten Fürstentums Lindau zugesprochen. Diese vertauschten es 1804 an Österreich, welches es 1805 an Bayern abtreten musste. Kirchlich gehörte das Dorf bis zur Säkularisation zum Kloster Weingarten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 1098 Einwohner
  • 1987: 1391 Einwohner
  • 1991: 1466 Einwohner
  • 1995: 1499 Einwohner
  • 2000: 1660 Einwohner
  • 2005: 1757 Einwohner
  • 2010: 1759 Einwohner
  • 2015: 1860 Einwohner

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1393 auf 1886 um 493 Einwohner bzw. um 35,4 % – der zweithöchste prozentuale Anstieg im Landkreis im genannten Zeitraum.

Politik und Öffentliche Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Sigmarszell.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2020 gehörten alle Ratsmitglieder der Gemeinschaftsliste Hergensweiler an.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2014 Wolfgang Strohmaier (Gemeinschaftsliste), er wurde im März 2014 mit 74,9 % der Stimmen gewählt[6] und 2020 im Amt bestätigt.[7]

Im Januar 2011 erlebte Hergensweiler eine „Regierungskrise“, die mehrere Monate schwelte. Die Mehrheit der Gemeinderäte forderte Strohmaiers Vorgänger Betz zum Rücktritt auf, Betz jedoch lehnte auf Anraten des Landratsamtes öffentlich ab.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hergensweiler
Blasonierung: „In Silber eine breite, dreilatzige rote Fahne mit goldenen Fransen, darüber nebeneinander zwei grüne Lindenblätter, darunter eine rote heraldische Lilie.“[9]

Dieses Wappen wird seit 1966 geführt.

Wappenbegründung: Die rote dreilatzige Fahne mit den goldenen Fransen erinnert an die Grafen Montfort, die in Hergensweiler bis 1780 die Hochgerichtsrechte innehatten. Die grünen Lindenblätter weisen auf die Landeshoheit der Reichsstadt Lindau hin. Der Ort gehörte seit dem Vertrag Lindaus mit den Grafen Montfort im Jahr 1476 zur Hauptmannschaft Hergensweiler und entwickelte sich dadurch zu einem Zentrum. Die Lilie stammt aus dem Wappen des Dichters Herrmann von Lingg, der 1820 in Lindau geboren wurde und 1905 in München starb. Lingg war Mitglied des Münchner Dichterkreises um Emanuel Geibel und mit dem Ort Hergensweiler eng verbunden. 1890 wurde ihm der Kronorden des persönlichen Adels und ein eigenes Wappen verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Ambrosius
Pfarrkirche St. Ambrosius
  • Antoniuskapelle
  • Heimatmuseum mit einer umfangreichen Sammlung zur religiösen Volkskunst[10]
  • Katholische Pfarrkirche St. Ambrosius mit einem Altar des Wessobrunners Franz Schmuzer sowie Deckengemälde und Ölbergszene an der Außenfassade von Gebhard Fugel
  • Naturschutzgebiet Stockenweiler Weiher
  • Wanderwege rund um die Leiblach
  • Hergensweiler Fest (alljährlich am ersten Augustwochenende); entstammend dem Bruderschaftsfest, das seit Jahrhunderten in Hergensweiler (erste Hinweise darauf 1712) gefeiert wird. Diese Rosenkranzbruderschaft besteht bis heute.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Arbeitgeber in der Gemeinde ist mit ca. 400 Beschäftigten der Verpackungshersteller Rose Plastic AG.

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 16, im produzierenden Gewerbe 310 und im Bereich Handel und Verkehr 19 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 37 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 517. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 40 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 640 ha, davon waren 629 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 49 Kindern und ein Verein im „Netz für Kinder“ mit Kinderbetreuung von drei bis sechs Jahren mit 15 Kindern (Elterninitiative)
  • Eine Volksschule mit fünf Lehrern und 103 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hergensweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Hergensweiler in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 18. August 2019.
  3. Gemeinde Hergensweiler, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  4. Schwäbische.de (Memento des Originals vom 7. November 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwaebische.de, 1. Oktober 2010
  5. Gemeinderat von Hergensweiler (alphabetisch sortiert) - Verwaltungsgemeinschaft Sigmarszell. Abgerufen am 23. November 2020.
  6. wahlen.bayern.de
  7. Landkreis Lindau: Kommunalwahl 2020 / Landkreis Lindau. Abgerufen am 23. November 2020.
  8. Gemeinderäte legen Betz Rücktritt nahe@1@2Vorlage:Toter Link/www.all-in.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Eintrag zum Wappen von Hergensweiler in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Heimatmuseum Hergensweiler
  11. PDF