Hergiswil bei Willisau

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Hergiswil bei Willisau
Wappen von Hergiswil bei Willisau
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1132i1f3f4
Postleitzahl: 6133
Koordinaten: 639380 / 214987Koordinaten: 47° 5′ 5″ N, 7° 57′ 26″ O; CH1903: 639380 / 214987
Höhe: 646 m ü. M.
Fläche: 31,30 km²
Einwohner: 1887 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 60 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
7,0 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.hergiswil-lu.ch
Die Enziwigger im Zentrum von Hergiswil b. Willisau

Die Enziwigger im Zentrum von Hergiswil b. Willisau

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Hergiswil bei Willisau ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist auch unter den Namen Hergiswil am Napf und Hergiswil LU bekannt, um sie von dem am Fuss des Pilatus liegenden Hergiswil NW zu unterscheiden. Die weitflächige Gemeinde besteht aus Hügel- und Bergland nördlich des Napfs. Die Zersiedelung in eine grosse Anzahl von Einzelgehöften, Häusergruppen und Weilern ist typisch für diese Gebirgslandschaft, ähnlich wie im Entlebuch.

Die Grenze zur Gemeinde Willisau geht vom Hengst (ein Berg östlich des Napfs; 1'372 m ü. M.) im Süden entlang des Krachenbachs bis Wildhüsli (905 m ü. M.), wendet sich dann Richtung Nordosten bis zur Kanzelegg (1'040 m ü. M.) und folgt dann dem Lauf der Buchwigger bis zum Weiler Rohrmatt (665 m ü. M.). Dieses Tal der Buchwigger heisst Kanzelgraben. Das ganze Gebiet am linken (westlichen) Ufer gehört zur Gemeinde Hergiswil, dasjenige am rechten (östlichen) Ufer zu Willisau. Das Haupttal der Gemeinde liegt jedoch entlang des Laufs der Enziwigger. Sie entspringt beim Napf (1'406 m ü. M.) und fliesst in nördlicher Richtung ins Tal hinunter. Zahlreiche Bäche aus den kleinen Nebentälern münden in sie ein. Die Bedeutendsten sind der Ritterlochbach, der Weissenbach und der Dürstenbach von rechts – und der Holzbach und der Fürbach von links. Der Oberlauf beider Bäche ist stark bewaldet; weiter unten überwiegen die Rodungen. Hauptsiedlung ist das aus mehreren Teilen bestehende Dorf Hergiswil (647 m ü. M.). Weitere grössere Siedlungen sind: der Ortsteil Hübeli (2,6 km südlich; 704 m ü. M.), Opfersei (östlich von Hübeli; 707 m ü. M.), Unterskapf (östlich von Opfersei; 861 m ü. M.) und St. Joder (5 km südöstlich vom Dorf; 945 m ü. M.) im sogenannten Hinterland – und Mörisegg (1,4 km nordöstlich des Dorfs; 708 m ü. M.) als grösster Weiler im sogenannten Unterland.

Von der Gemeindefläche von 3'137 ha werden 59,3 % landwirtschaftlich genutzt; 36,7 % (vor allem im Hinterland) sind mit Wald und Gehölz bedeckt und nur 3,5 % ist Siedlungsfläche.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1816 2'021
1850 2'487
1900 1'940
1910 1'938
1930 2'138
1950 2'130
1980 1'708
1990 1'728
2000 1'809
2004 1'816

Bis 1850 wuchs die Bevölkerung durch einen hohen Geburtenüberschuss rasch (1816–1850: +23,1 %). In den fünfzig Jahren bis 1900 fiel sie durch Abwanderung in die Industriegebiete massiv (1850–1900: –22,0 %) – bis 1880 langsam, danach schneller. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts stagnierte sie, wuchs dann bis 1930 wieder (1910–1930: +10,3 %). Nach einer weiteren Stagnationsphase von 20 Jahren folgte eine weitere starke Abwanderungswelle bis 1980 (1950–1980: −19,2 %). Ab 1990 begann ein leichtes Wachstum, welches bis heute (schwächer werdend) anhält (1980–2004: +5,1).

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 97,95 % Deutsch, 0,83 % Albanisch und 0,33 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Zuwanderung aus anderen Regionen und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus: Es gibt 86,07 % römisch-katholische, 7,52 % evangelisch-reformierte und 0,44 % freikirchliche Christen. Daneben findet man 1,66 % Konfessionslose und 0,55 % Muslime.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 1'869 Einwohnern 1'761 Schweizer und 108 (= 5,8 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 94,2 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (39,8 %), Portugal (13,0 %), Serbien inklusive Kosovo (6,5 %), Spanien (4,6 %), der Türkei (3,7 %) und Italien (0,9 %). 17,6 % stammten aus dem übrigen Europa und 13,9 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort erscheint erstmals unter dem Namen Hergiswile im ältesten Güterrodel des Klosters Einsiedeln aus den Jahren 1217/1222. Die Oberherrschaft wechselte von den Grafen von Lenzburg zu den Habsburgern. Diese setzten die Freiherren von Hasenburg als örtliche Verwalter ein. Nach deren Aussterben übernahmen die Grafen von A(a)rberg-Valangin die Regentschaft. Sie verkauften mit Zustimmung der Habsburger die gesamte Grafschaft Willisau, zu der Hergiswil gehörte, im Jahr 1407 an die Stadt Luzern. Bis 1798 war der Ort ein Teil der Landvogtei Willisau. Danach gehörte er bis 1803 zum helvetischen Distrikt Willisau – seither zum damals neu geschaffenen Amt Willisau.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Hergiswil bei Willisau besteht aus fünf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Urs Kiener (FDP): Gemeindepräsident
  • Pius Hodel (CVP): Gemeindeammann
  • Anna Christen (CVP): Sozialvorsteherin
  • Markus Kunz (CVP)
  • Renate Ambühl (SVP)

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Hergiswil bei Willisau: CVP 53,9 %, SVP 28,4 %, FDP 14,2 %, GPS 1,5 %, SP 1,3 %, glp 0,7 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Hergiswil bei Willisau: CVP 44,5 %, SVP 37,1 %, FDP 12,6 %, SP 1,9 %, Grüne 1,8 %, glp 1,3 %, BDP 0,4 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist grösstenteils durch die Postautolinie Willisau-Hübeli erschlossen. In Willisau gibt es eine Bahnstation der Bahnlinie Wolhusen-Huttwil-Langenthal. Die Gemeinde liegt abseits der Hauptstrassen. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Dagmersellen in 17 km und Sursee in 18 km Entfernung. Beide an der A2.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegkapelle Hübeli

Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer ist ein monumentales, klassizistisches Werk von 1840–1842. Das Äussere ist sachlich und streng. Entwerfer ist Josef Weibel aus Luzern.

Im Dorf befinden sich mehrere Häuser, darunter auch das ehemalige Schulhaus und heutige Gemeindehaus, welche die Einwanderung von Italienern zur Zeit um 1900 bezeugen. Bauleiter war jeweils Luigi Macchi, der aus dem italienischen Varese stammte. Etwa drei Kilometer vom Dorf in Richtung Napf befindet sich die Muttergotteskapelle im Weiler Hübeli. Sie wurde 1951 erbaut. Anlass waren die Verschonung vom Zweiten Weltkrieg sowie die weite Entfernung zur Pfarrkirche. Entwerfer war der Seelsorger Adolf Bösch aus Richenthal. Ein Grossteil der künstlerischen Ausstattung stammt von Albert Wider aus dem Sankt-Gallischen Widnau.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Hergiswil b. Willisau
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Hergiswil b. Willisau
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.