Heringhausen (Bestwig)

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Heringhausen
Gemeinde Bestwig
Wappen von Heringhausen
Koordinaten: 51° 20′ 0″ N, 8° 24′ 25″ O
Höhe: 329 m
Einwohner: 811 (30. Jun. 2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 59909
Karte
Heringhausen

Heringhausen ist ein Dorf und Ortsteil der Gemeinde Bestwig (Hochsauerlandkreis). Am 30. Juni 2012 hatte Heringhausen 811 Einwohner.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt auf einer Höhe von durchschnittlich 380 m. Die Fläche der Heringhauser Gemarkung beträgt 6,15 km². Davon umfasst die bebaute Fläche 0,3 km², hinzukommen 0,2 km² Straßen, Wege und Plätze. Etwa 4 km² sind Wald.

Bekannt ist der Ort durch seine sehr großen Weihnachtsbaumschonungen, deren Produkte in ganz Deutschland und im Ausland vertrieben werden. Unterhalb des Ortes befindet sich ein kleiner Stausee der Valme.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden ist der Ort vermutlich im 9. oder 10. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1314 in einem Güterverzeichnis des Stifts Meschede. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg existierte ein mit Wasserkraft betriebener Eisenhammer. Heringhausen gehörte in preußischer Zeit nach 1816 zunächst zur Bürgermeisterei Eversberg, seit 1841 bzw. Zur 1826 gegründeten Steuergemeinde Heringhausen gehörten ursprünglich auch Halbeswig, Grimlinghausen (heute Nierbachtal) und die Bergarbeiterkolonien Ziegelwiese, Dörnberg und das 1854 gegründete Andreasberg.

1858 gehörte der Ort zur Gemeinde Velmede. Etwa im Jahr 1865 wurde er aus Velmede ausgegliedert und somit eine selbständige Gemeinde.[2] Wegen der bergbaulichen Prägung wurden die drei letztgenannten Orte am 1. April 1910 nach Ramsbeck umgegliedert.[2] Seit der kommunalen Neugliederung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, ist Heringhausen Teil der Gemeinde Bestwig.[3]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heringhausen gibt es 14 Vereine, die sich um die Gestaltung des kulturellen Lebens kümmern. Größter Verein ist die Schützenbruderschaft St. Jakobus 1873 e.V. Heringhausen mit ca. 430 Mitgliedern. Der jüngste Verein wurde 2011 unter dem Namen "Dorfgemeinschaft Heringhausen e.V." gegründet. Er hat ca. 300 Mitglieder. Unter Federführung der Dorfgemeinschaft wurde 2014 das 700-jährige Dorfjubiläum mit einem Festwochenende gefeiert. Am ersten Septemberwochenende 2017 richteten die Heringhauser Schützen das 24. Kreisschützenfest des Kreisschützenbundes Meschede e.V. aus. Am gleichen Wochenende im Jahr 2018 wird das Gemeindeschützenfest Bestwig in Heringhausen stattfinden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der ehemaligen Gemeinde Heringhausen

Blasonierung: In Silber über einem schwarzen Wasserrad zwei ins Andreaskreuz gestellte, rotgestielte schwarze Hämmer.

Beschreibung: Silber und Schwarz deuten auf die frühere Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Köln hin. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 29. Dezember 1962.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist die ortsbildprägende katholische Pfarrkirche St. Nikolaus

Eine der schönsten Vereinsgebäude der Umgebung ist die Schützenhalle St. Jakobus an der Bestwiger Straße, fertiggestellt im Jahr 1921.

Oberhalb des Dorfes "auf der Borg" befindet sich ein Marienbildstock aus dem Jahr 1975.

In der Dorfmitte wurde im Jahr 2013 ein Nachbau des einst in Heringhausen betriebenen Eisenhammers eingeweiht.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Hoberg (1857–1924) war ein katholischer Theologe, Philologe, Priester und Hochschullehrer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heringhausen (Bestwig) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Bestwig: Broschüre Informationen der Gemeinde Bestwig, Ausgabe 2012, Seite 37.
  2. a b Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 244.
  3. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  4. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 153 ISBN 3-87793-017-4