Hermès-Seidentuch

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Model in Hermès-Tuch „Couvertures et Tenues de Jour“ (Design Jacques Eudel von 1974)

Das Hermès-Seidentuch (auch „Hermès-Tuch“ oder „Hermès-Seidenschal“, im frz. Original „Le carré Hermès“) ist ein quadratisches Tuch aus Seide, das seit 1937 vom französischen Mode-Unternehmen Hermès hergestellt wird. Die Seidentücher werden von Hand bedruckt, und sind bisher in mehr als 1.000 Motiven erschienen. Das Hermès-Seidentuch gilt einerseits als Symbol zeitloser Eleganz für nicht mehr ganz junge Damen, andererseits als Abzeichen der Zugehörigkeit zur Marken- und Lifestyle-bewussten Mittelschicht, die durch demonstrativen Konsum gern ihre Zugehörigkeit zur Oberschicht vermitteln würde.[1]

Geschichte und Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1937 brachte Hermès erstmals das quadratische Seidentuch auf den Markt.[2] Zur „Stil-Ikone“ wurde das Tuch in den 1960er Jahren unter anderem durch die Bilder von Jackie Kennedy, die es zusammen mit A-Line-Kleid und Pillbox-Hut als Teil ihres Looks etablierte.[3]

2010 kostete ein klassisches „carré“ in Europa 325 €.[2] Der Hermès-Geschäftsbereich „Silk & Textiles“, dessen Umsatz hauptsächlich mit den „carrés“ erzielt wird, erreichte 2011 weltweit einen Umsatz von 347 Mio. €. Das waren 12 % des Gesamtumsatzes der Hermès-Gruppe,[4] nach Lederwaren und „ready to wear“ der drittgrößte Geschäftsbereich der Gruppe.[5]

Das Hermès-Seidentuch („carré“) ist immer quadratisch. Erhältlich ist das „carré“ in mehreren Formaten: Klassisch („carré“, Kantenlänge 90 cm), Groß („surdimensionné“, Kantenlänge 140 cm) und seit 2007 auch in der Kantenlänge 70 cm. Kleinere Tücher gibt es mit der Kantenlänge 45 cm, sie werden bei Hermès nach dem Helden aus Les Misérables als „Gavroche“ bezeichnet.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nadine Coleno: Le carré Hermès : Die illustrierte Geschichte des Hermès-Halstuchs, aus dem Französischen von Theresia Übelhör. Collection Rolf Heyne, München 2010, ISBN 978-3-89910-480-6.
  • Geneviève Fontan: Carrés d'art : Dictionnaire et cote des foulards Hermès. Toulouse, Arfon 2010, ISBN 978-2-911955-33-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hermès carrés – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Ahrens und Michael O. R. Kröher: Wahre Waren. In: Manager Magazin vom 9. Januar 2012.
  2. a b Birgit Weidinger: 70 Jahre Hermès Tuch der Tücher. In: Süddeutsche Zeitung vom 22. Mai 2010.
  3. Tina S. Flaherty: What Jackie Taught Us. Penguin, 2005, ISBN 9780399530807, S. 45–47.
  4. 2011 Annual Report@1@2Vorlage:Toter Link/finance-en.hermes.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 7,7 MB), Hermès, Paris 2012, S. 42–43.
  5. 2011 Annual Report@1@2Vorlage:Toter Link/finance-en.hermes.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 7,7 MB), Hermès, Paris 2012, S. 20.
  6. A Beginner's Guide to Collecting Hermes Scarves@1@2Vorlage:Toter Link/www.theperfectredbox.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf der Website The Perfect Red Box. Der Text ist eine Zusammenfassung der Hermès-Broschüre Profile of a Scarf. (Abgerufen am 9. November 2012.)