Herman van Veen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hermannus „Herman“ Jantinus van Veen (* 14. März 1945 in Utrecht, Niederlande) ist ein niederländischer Singer-Songwriter, Violinist, Schriftsteller, Clown und Schauspieler. In Deutschland wurde er unter anderem mit dem Lied Ich hab’ ein zärtliches Gefühl sowie als geistiger Vater der Zeichentrick-Ente Alfred Jodocus Kwak bekannt.

Herman van Veen (2013)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn eines Schriftsetzers und einer Hausfrau besuchte Herman van Veen in Utrecht eine Montessori-Schule und erhielt als Achtjähriger Geigen- und Gesangsunterricht.

Herman van Veen (1968)

Van Veen absolvierte ein Studium am Utrechter Konservatorium (Fächer: Geige, Gesang, Musikpädagogik). Dort lernte er 1961 den Pianisten Erik van der Wurff kennen. 1965 trat van Veen zum ersten Mal mit einem Soloprogramm auf. Mit van der Wurff gründete er die Kabarett-Gruppe Cabaret Chantant Harlekijn. 1967 hatten sie ihre ersten Auftritte, die von der niederländischen Theaterkritik gleich positiv aufgenommen wurden. Schnell folgten die ersten Schallplattenaufnahmen und Fernsehauftritte. Van Veen und van der Wurff arbeiteten bis zu van der Wurffs Tod am 22. September 2014 regelmäßig zusammen. In den frühen 1970er-Jahren gehörte der niederländische Gitarrist Harry Sacksioni zu van Veens Begleitmusikern.

Herman van Veen etablierte sich als Kabarettist, Entertainer und Liedermacher. 1968 gründete er seine bis heute bestehende Produktionsfirma Harlekijn.

Karriere im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herman van Veen (1998)

1972 wurde Herman van Veen von Alfred Biolek und Thomas Woitkewitsch für das deutsche Publikum entdeckt. Woitkewitsch übersetzte die niederländischen Lieder ins Deutsche. Van Veens erstes deutschsprachiges Album erschien 1973 und hieß Ich hab’ ein zärtliches Gefühl. Seitdem veröffentlichte er zahlreiche weitere deutsche Alben.

Am 13. November 1977 wurde in der ARD die erste Folge der sechsteiligen Serie Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen (Originaltitel: De wonderlijke avonturen van Herman van Veen) ausgestrahlt. Im Mittelpunkt standen Herman van Veen selbst, seine damalige Ehefrau Marlous Fluitsma und mehrere Musiker. Sie leben zusammen in einer Windmühle und erleben Abenteuer mit und in Bildern, die van Veen zum Leben erwecken kann.

1980 erschien erstmals die deutschsprachige Ausgabe des Kulturmagazins Harlekijn, dessen Herausgeber van Veen war. Die Auflage betrug anfangs 80.000 Exemplare. Bis Januar 1984 erschienen elf Ausgaben in unregelmäßigen Abständen.

1987 lernte van Veen den Musiker und Texter Heinz Rudolf Kunze kennen. Mit der 1989 erschienenen Langspielplatte/CD Blaue Flecken begann eine Reihe von Alben, auf denen Kunze die Mehrzahl der Texte beisteuerte und auch als Übersetzer in Erscheinung trat.

Das Holzschuhhaus im Veenpark Barger Compascuum

Weltweite Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herman van Veen (2009)

Ende der 1980er-Jahre schuf van Veen auf der Grundlage seiner Musikfabel der Ente Kwak die Zeichentrickserie Alfred J. Kwak, die mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Ein „Haus des Alfred J. Kwak“ ließ der Künstler 1999 unweit der niederländisch-deutschen Grenze im Veenpark Barger Compascuum errichten.[1]

Herman van Veen hat in den über 40 Jahren seiner bisherigen Schaffenszeit fast 140 Tonträger (Langspielplatten, CD und DVD), über 60 Bücher sowie eine ganze Reihe von Drehbüchern veröffentlicht. Bei seinen zahlreichen Konzerten wurde er von unterschiedlichen Musikern begleitet. Die Spannbreite reichte dabei von einem Begleitmusiker bis zum Sinfonieorchester.

Im Jahre 2006 inszenierte van Veen die Visualisierte Linzer Klangwolke, die jedes Jahr in Linz an der Donau stattfindet. Der Titel der visualisierten Klangwolke 2006 lautete Ente gut alles gut.

Herman van Veen inszenierte anlässlich des Varusjahres 2009 in Detmold das Musical Op een dag in september (Ein Tag im September). Die Premiere des Stückes fand am 22. August 2009 auf der Waldbühne am Detmolder Hermannsdenkmal statt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herman van Veen war mit Marijke Hoffman und Marlous Fluitsma verheiratet und hat vier Kinder, von denen eine Tochter, Babette van Veen, Schauspielerin ist. Heute ist er mit der Tänzerin Gaëtane Bouchez verheiratet und lebt in der Gemeinde Soest bei Utrecht.

Gesellschaftliches Engagement und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1999 wurde ihm wegen seines Beitrages zur deutsch-niederländischen Verständigung das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Van Veen engagiert sich in mehreren Organisationen, die er teilweise selber gegründet hat, für die Rechte von Kindern und ist UNICEF-Botschafter. Die Stiftung Euriade verlieh ihm 2005 die Martin-Buber-Plakette, die alljährlich für besondere Verdienste um die Menschlichkeit verliehen wird.[2]

Am 7. November 2009 erschien ein offener Brief van Veens und Edith Leerkes’, in dem sie Angst davor äußerten, dass die niederländische Partij voor de Vrijheid (PVV) sich in Richtung der Nationaal-Socialistische Beweging (die mit Hitler kollaboriert hatte) entwickeln könnte.[3] In Folge dessen wurde er bedroht und trat nur noch mit Leibwächtern auf.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT Wallonische RegionWallonische Region BEW NiederlandeNiederlande NL
1969 Herman van Veen (II)
300! 300! 300! 6
(7 Wo.)
1971 Carré Amsterdam
300! 300! 300! 2
(8 Wo.)
1976 Carré III - Amsterdam
300! 300! 300! 14
(4 Wo.)
1977 Overblijven
300! 300! 300! 7
(7 Wo.)
1978 Op handen
300! 300! 300! 23
(10 Wo.)
1979 Carré IV - Een voorstelling
300! 300! 300! 24
(7 Wo.)
De wonderlijke avonturen van Herman en de Zes
300! 300! 300! 8
(17 Wo.)
Kerstliederen
300! 300! 300! 8
(5 Wo.)
1981 Iets van een clown
300! 300! 300! 10
(15 Wo.)
Die Anziehungskraft der Erde
32
(12 Wo.)
300! 300! 300!
1982 Zolang de voorraad strekt
deutsch: Solange der Vorrat reicht
300! 300! 300! 49
(1 Wo.)
1984 Signalen
deutsch: Signale
32
(14 Wo.)
300! 300! 2
(16 Wo.)
1985 De wisselaars
300! 300! 300! 32
(7 Wo.)
1986 Anne
300! 300! 300! 10
(15 Wo.)
1987 Carre V - De zaal is er
300! 300! 300! 87
(6 Wo.)
In vogelvlucht - 20 jaar zijn mooiste liedjes
300! 300! 39
(4 Wo.)
3
(61 Wo.)
1989 Rode wangen
deutsch: Rote Wangen
300! 300! 300! 72
(13 Wo.)
Alfred Jodocus Kwak
300! 300! 300! 32
(11 Wo.)
Blauwe plekken
deutsch: Blaue Flecken
300! 300! 300! 15
(22 Wo.)
1991 In vogelvlucht 2 - Zijn mooiste liedjes
300! 300! 300! 26
(17 Wo.)
1992 You Take My Breath Away - Herman van Veen Sings Popclassics
300! 300! 300! 73
(9 Wo.)
1993 Voor wie anders
300! 300! 300! 63
(5 Wo.)
Ja
82
(7 Wo.)
300! 300! 300!
1994 Stille nacht
deutsch: Weihnachten
300! 300! 300! 27
(6 Wo.)
mit Ton Koopman; in Frankreich als Douce nuit
1996 Sarah
300! 300! 300! 21
(21 Wo.)
De Voetbalsupporter
300! 300! 300! 73
(4 Wo.)
1997 Carré 7 - Alles in de wind
300! 300! 300! 85
(4 Wo.)
1998 Nu en dan - 30 jaar Herman van Veen
300! 300! 300! 11
(26 Wo.)
1999 Je zoenen zijn zoeter
deutsch: Deine Küsse sind süßer
300! 300! 300! 16
(19 Wo.)
mit The Rosenberg Trio; auf englisch: Your Kisses are Sweeter; auf französisch: Tes bisous sont plus doux
2001 Carré 8 (2000)
300! 300! 300! 78
(4 Wo.)
Er was eens... Herman van Veen zingt en vertelt een kerstverhaal
300! 300! 300! 66
(1 Wo.)
2002 Andere namen
300! 300! 36
(2 Wo.)
12
(24 Wo.)
2005 Vaders
300! 300! 52
(6 Wo.)
19
(14 Wo.)
Hut ab!
89
(1 Wo.)
300! 300! 300!
2007 Nederlanders
300! 300! 300! 24
(13 Wo.)
limitierte Doppel-CD
Chapeau
300! 300! 300! 70
(2 Wo.)
mit Edith Leerkes; als CD/DVD
2009 100
300! 300! 70
(2 Wo.)
7
(48 Wo.)
Im Augenblick
50
(2 Wo.)
300! 300! 300!
2012 Vandaag
300! 300! 300! 28
(8 Wo.)
2014 Kersvers
300! 300! 39
(15 Wo.)
2
(28 Wo.)
Hin und Wieder
73
(1 Wo.)
300! 300! 300!
2015 10 keer Herman van Veen - Een keuze
300! 300! 300! 94
(… Wo.)
2017 Vallen of springen
deutsch: Fallen oder springen
59
(1 Wo.)
48
(1 Wo.)
62
(1 Wo.)
15
(9 Wo.)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Charts[5] Anmerkungen
NiederlandeNiederlande NL
1969 Suzanne
3
(11 Wo.)
1970 Rozegeur & Marjolein
18
(3 Wo.)
1979 Opzij
11
(8 Wo.)
Uit elkaar
28
(5 Wo.)
1984 Hilversum III
6
(11 Wo.)
1986 Anne
30
(5 Wo.)
1987 Toveren
45
(7 Wo.)
1988 Praatjes
87
(3 Wo.)
De clowns
65
(6 Wo.)
1990 Blauwe plekken
35
(8 Wo.)
Genoeg
80
(5 Wo.)
1999 Staakt makkers staakt
92
(3 Wo.)
2002 Andere namen
94
(3 Wo.)

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf deutsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

  • 1973: Ich hab’ ein zärtliches Gefühl
  • 1975: Wunder was
  • 1977: Unter uns
  • 1977: An eine ferne Prinzessin
  • 1979: Elf Lieder
  • 1981: Weihnachtslieder
  • 1985: Auf dem Weg zu dir
  • 1993: Ja
  • 1994: My Cat and I
  • 1995: Zwei Reisende
  • 1997: Nachbar
  • 1997: Du bist die Ruh’
  • 2001: Weihnachten mit Herman van Veen
  • 2001: Was ich dir singen wollte
  • 2003: Unter einem Hut
  • 2008: Du, weißt Du … – Herman van Veen liest Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger
    (Gitarre: Edith Leerkes)
  • 2009: Op een dag in september (zwei Songs, limitierte Sonderausgabe)
  • 2009: Einige Gedichte
  • 2012: Für einen Kuss von Dir

Kompilationen

  • 1977: Liederbuch
  • 1978: Die Lieder – Zugabe
  • 1988: Bis hierher und weiter
  • 1990: A Souvenir
  • 1992: Das Beste von Herman van Veen
  • 1994: Meisterstücke

Live-Alben und -DVDs

  • 1974: Inzwischen alles Gute
  • 1980: Heute Abend (Doppel-LP)
  • 1981: Herz (Doppel-LP)
  • 1984: Und er geht und er singt
  • 1986: Ein Holländer – Live in Wien
  • 1994: Grand Hotel Deutschland (Doppel-CD)
  • 1996: Live – Bitte nicht stören
  • 1998: In echt
  • 1998: Vorstellung 999 – Nachbar-Tour
  • 2002: Was ich dir singen wollte (Doppel-DVDplus)
  • 2002: Für Elise
  • 2003: Was ich dir singen wollte (Doppel-DVD)
  • 2003: Unter einem Hut (DVD)
  • 2005: Hut ab! (DVD)
  • 2007: Lieber Himmel (Doppel-CD)
  • 2010: Im Augenblick (DVD)
  • 2011: Ein Tag im September (DVD)

Kinder-Alben

  • 1977: Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen
  • 1985: Die Musikfabel der Ente Kwak (live)
  • 1992: Die seltsame Geschichte der Clowns
  • 1992: Alfred Jodocus Kwak Teil 2
  • 2004: Alfred J. Kwak – Lachen verboten
  • 2004: Alfred J. Kwak – Abgemacht ist Abgemacht
  • 2005: Alfred J. Kwak – Lachen verboten (live, DVD)
  • 2008: Das Geheimnis von Theofilius
  • 2008: Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen (3 DVDs)
  • 2009: Pomm, pomm, pomm – ein Eisbär kriegt kein Eis mehr
  • 2009: Do, die Delfinin
  • 2009: Alfred J. Kwak – Und sie lebten noch lange …
  • 2010: Alfred J. Kwak – Papa

Auf niederländisch (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968: Herman van Veen I
  • 1970: Morgen
  • 1971: Voor een verre prinses
  • 1971: Goed voor een glimlach
  • 1972: Bloesem
  • 1973: Alles
  • 1974: En nooit weerom
  • 1975: Gezongen – 10 jaar Herman van Veen
  • 1999: Nu en dan (Doppel-CD/4-CD)
  • 2000: Alle liedjes van de beer gaan over honing
  • 2002: In vogelvlucht – levende herinneringen (live) (DVD)
  • 2003: Andere namen (live) (DVD)
  • 2004: 30 jaar Herman van Veen – Carré (live) (3-DVD)
  • 2005: Vaders in Carré (live) (Doppel-DVD)
  • 2016: Damadamadance

Auf französisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Herman van Veen chante en V.F.
  • 1990: Des bleux partouts

Auf englisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1980: Broadway (live)
  • 1980: Fourteen Songs

Auf Afrikaans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: ’n Teer gevoel
  • 2006: Sprakeloos – Vir die naamlose vrou

Literarische Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinplatte zum Münchhausen-Preis vor dem Rathaus in Bodenwerder

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 erschien das Album Ich bin von Heinz Rudolf Kunze mit einem Duett-Titel mit Herman van Veen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herman van Veen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Herman van Veen in de Pers“: Alfred J. Kwak in (Herman van) Veenpark. Nieuwsblad van de Noorden, 13. Januar 1999
  2. a b 4. Internationale Martin-Buber-Lesung im Rahmen der Verleihung der Martin Buber-Plakette 2005 an Herman van Veen (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  3. Brief auf Hermanvanveen.com, zuletzt gesehen am 25. Oktober 2016
  4. Chartquellen Alben:
  5. Chartquellen Singles:
  6. Album Ich bin bei heinzrudolfkunze.de