Hermann Bühlbecker

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Hermann Bühlbecker (2002) an der Dominostein-Backstraße im Lambertz-Werk Aachen

Hermann Bühlbecker, laut Bundesanzeiger Hermann Kittelberger-Bühlbecker[1] (* 7. Juni 1950 in Aachen), ist ein deutscher Unternehmer in der Süßwarenindustrie. Er war ab 1978 Geschäftsführer der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG und wurde 1992 Alleingesellschafter des Unternehmens.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Architekten Hermann Bühlbecker und der Rosemarie Bühlbecker, geb. Geller, studierte nach seinem Abitur Betriebswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sein Studium finanzierte Bühlbecker, welcher bereits als Jugendlicher eine erfolgreiche Karriere als Tennisspieler beim TK Kurhaus Aachen durchlaufen hatte, als Spieler bei Noris Nürnberg, einem Verein der Tennis-Oberliga, die zu damaliger Zeit mit der heutigen Bundesliga vergleichbar ist.

Kurz nach seinem Abschluss als Diplom-Kaufmann und seiner Promotion zum Dr. rer. pol. überzeugte ihn 1976 sein Onkel Karl F. Kittelberger, Geschäftsführer der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG, eine Assistentenstelle im Familienunternehmen zu übernehmen. Damalige Gesellschafter waren Bühlbeckes Mutter Rosemarie, ihre Tante Paula, geb. Geller und ihr Ehemann Kittelberger. [2] Zu jener Zeit war das Unternehmen, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1688 zurückreichen, durch seine einseitige Konzentration auf die Herstellung von Saisongebäck wirtschaftlich stark angeschlagen, verschuldet und musste 1977 einen Großbrand mit Schaden in Höhe von 20 Mio DM bewältigen. [3] 1978 übernahm Hermann Bühlbecker die Geschäftsführung von seinem Onkel und baute den Betrieb durch Innovationen, besonders auf dem Gebiet der Ganzjahresgebäcke sowie durch strategische Übernahmen weiterer Feingebäckhersteller zu einem der größten Süßwarenhersteller Deutschlands aus. Er erwirtschaftet mit fast 3500 Mitarbeitern in derzeit sieben Niederlassungen, wovon sich eine in Polen und seit 2011 eine in den Vereinigten Staaten[4] befindet, ein Gesamtumsatzvolumen von über 550 Millionen Euro im Jahr 2011.[5] Seit 1992 ist Bühlbecker alleiniger Gesellschafter und Vorsitzender des dreiköpfigen Beirates der Lambertz-Gruppe. Außerdem ist er Mitinhaber der von ihm und Josef Schreinemacher 2011 gegründeten Top Sweets GmbH in Nordkirchen, ein Handelsmarkenproduzent von Süßwaren und Kaugummi, zu dem auch der Brausestäbchenhersteller Sadex gehört.[6]

Neben seinen zahlreichen Verpflichtungen als Unternehmensleiter übernahm Bühlbecker seit dem Sommersemester 2006 einen Lehrauftrag als Dozent und ab 2010 als Honorarprofessor an der International School of Management in Dortmund. Dort lehrt er in Consulting-Workshops, Marktforschungsprojekten und im Fach Entrepreneurship.[7]

Darüber hinaus wurde Bühlbecker im Jahr 2011 zum Honorarkonsul der Republik Elfenbeinküste ernannt,[8] einem Land, welches als größter Kakaoproduzent der Welt gilt und mit dem Bühlbecker bereits seit Jahren geschäftsbedingt enge Wirtschaftskontakte pflegte.

Bühlbecker ist Mitglied im Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie und war hier zwischen 2000 und 2009 stellvertretender Vorsitzender und zugleich Erster Vorsitzender des Ressorts Gebäck, dem er weiterhin als Vorstandsmitglied angehört. Außerdem ist er Mitglied des Wirtschaftssenates im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und im Europäischen Wirtschaftssenat (EWS).

Soziales und gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterstützt durch seine weltweiten wirtschaftlichen Kontakte baute Bühlbecker auch zahlreiche Verbindungen zu bedeutenden Politikern, Künstlern und Institutionen auf, um sich gemeinsam mit ihnen auf vielfältige Art und Weise unter anderem für ihre Stiftungen im sozialen und gesellschaftlichen Bereich zu engagieren. So unterstützt er beispielsweise die American Foundation for AIDS Research (amfAR), die Elton John Aids Foundation und die Deutsche AIDS-Stiftung. Außerdem engagiert er sich bei der Clinton Global Initiative der Clinton Foundation, die sich für den Kampf gegen Armut und gegen Global Warming sowie für Erziehung, Gesundheit etc. einsetzt. Ferner förderte er die Deutsche Welthungerhilfe, UNICEF und UNESCO Deutschland sowie den Deutschen Kinderschutzbund, den Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. (BVHK e.V.) und den Tierschutzverein Aachen. Außerdem engagierte er sich bei Cinema for Peace, einer Stiftung, deren Ziel es ist, das Bewusstsein für die gesellschaftliche und soziologische Relevanz von Filmen zu schaffen sowie den Einfluss von Filmen auf die Wahrnehmung und Behebung von weltweiten sozialen, politischen und humanitären Missständen zu verdeutlichen.

In Ergänzung zu seinem sozialen Engagement hat Bühlbecker nach wie vor einen aktiven Bezug zum Sport. So ist er beispielsweise Mitglied im Kuratorium der Stiftung Deutsche Sporthilfe und sponsert über sein Unternehmen sowohl das CHIO Aachen, die Alemannia Aachen und seinen früheren Tennisverein, den TK Kurhaus Aachen.

Auf gesellschaftlichem Parkett präsentiert Bühlbecker seit 2004 alljährlich die „Lambertz Monday Night“,[9] die traditionell parallel zur Internationalen Süßwarenmesse (ISM) stattfindet. Diese Veranstaltungen finden im Alten Wartesaal in Köln statt. Zu der glamourösen „Schoko & Fashion Show“ sind rund 1000 Gäste geladen, darunter auch zahlreiche nationale und internationale Prominente, Showstars, Schauspieler, Politiker, Diplomaten, Sportler und Wirtschaftsmanager. Seit 2004 wird ebenfalls jährlich ein Fotokalender publiziert. Der Lambertz-Kalender wird in limitierter Auflage von 1000 Stück herausgegeben und ist nicht im Handel erhältlich.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Bühlbecker (2018) mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

Für seinen vielseitigen Einsatz wurde Hermann Bühlbecker mehrfach ausgezeichnet und erhielt unter anderem:

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Bühlbecker ist verheiratet mit Zahra Bühlbecker und hat aus erster Ehe mit einer Französin eine Tochter (* 1996). [11][12][13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Plate, Torsten Groth, Volker Ackermann und Arist von Schlippe: Große Deutsche Familienunternehmen: Generationenfolge, Familienstrategie und Unternehmensentwicklung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, S. 45–51 (Google books).
  • Bettina Dornberg: Networker par excellence in: Absatzwirtschaft – Zeitung für Marketing, 6-2009, S. 90–93.
  • Steffen Klusmann: 101 Haudegen der deutschen Wirtschaft - Köpfe, Karrieren und Konzepte in: Financial Times Deutschland 2006, S. 107–111

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hermann Bühlbecker – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG (abgerufen am 22. November 2017).
  2. Große Deutsche Familienunternehmen: Generationenfolge, Familienstrategie und Unternehmensentwicklung, Markus Plate (2006)
  3. Deutsche Wirtschaftsarchive, Renate Schwärzel, Köln (1994)
  4. Christoph Kapalschinski: Deutsche Kekse für amerikanische Gaumen. In: handelsblatt.com. 8. Oktober 2011, abgerufen am 22. September 2015.
  5. Umsatzzahlen bei der IHK Aachen, S. 47 (PDF; 7,1 MB)
  6. TOP SWEETS GmbH übernimmt Kult-Brausestäbchenhersteller Sadex, Pressemitteilung vom 9. März 2012
  7. Verleihung der Honorarprofessur an ISM Dozent Dr. Bühlbecker – ISM, 20. Januar 2011
  8. Konsularische Vertretungen
  9. Lambertz Monday Night@1@2Vorlage:Toter Link/www.lambertz.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. Verleihung des Landesverdienstordesn NRW am 2. Juli 2018
  11. Die Bäcker-Rolle WamS vom 13. Oktober 2002 (abgerufen am 21. November 2017)
  12. Lambertz-Chef: Klammheimlich 3 Jahre verheiratet, promiflash.de vom 3. Juli 2013 (abgerufen am 21. November 2017)
  13. Große Deutsche Familienunternehmen: Generationenfolge, Familienstrategie und Unternehmensentwicklung, Markus Plate, Torsten Groth, Volker Ackermann, Arist von Schlippe (Autor), Vandenhoeck & Ruprecht (2011), S. 49 (abgerufen am 21. November 2017)