Hermann Brosig

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Hermann Brosig (* 3. April 1906 in Schwarzwasser–Schroppengrund in Mährisch-Schlesien; † 5. Mai 1994 in Oberstaufen) war ein deutscher Kurarzt und Begründer der Schrothkur in Oberstaufen.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brosig besuchte das Gymnasium in Troppau, studierte dann an der Deutschen Universität Prag Medizin und promovierte 1932. Danach war er am Städtischen Krankenhaus in Jägerndorf tätig.[2]

1936 ließ er sich in Niederlindewiese als Schrothkurarzt nieder.[3] Im Weltkrieg diente er als Regimentsarzt auf den Kanalinseln und geriet bei Kriegsende in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.[4]

1948 fand er in Oberstaufen seine Familie wieder.[3] Er war nach dem Krieg der einzige noch lebende ausgebildete Schrothkurarzt. Der damalige Leiter des Verkehrsamts und der Bürgermeister konnten ihn davon überzeugen, in Oberstaufen zu praktizieren. Nachdem im ersten Jahr schon 105 Schrothkurgäste nach Oberstaufen kamen, erkannte man im Ort eine Basis für den Fremdenverkehr, holte gezielt aus Niederlindewiese vertriebene schrotherfahrene Sudetendeutsche nach und richtete eine eigene Schrothkurverwaltung ein.[4] Mit der Verleihung des Prädikats „Schrothkurort“ am 30. November 1959 wurde Oberstaufen offiziell als einziger Schrothkurort der Bundesrepublik anerkannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Brosig, Wiederbegründer der Schrothkur im Allgäu. In: Mitteilungen des Sudetendeutschen Archivs, Ausg. 62–65, 1981, 2. 25.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brosig, Hermann Dr. med. In: Willi Gorzny: Internationaler Nekrolog 1994, Saur, 1994, S. 17.
  2. Hermann Brosig, Wiederbegründer der Schrothkur im Allgäu. In: Mitteilungen des Sudetendeutschen Archivs, Ausg. 62–65, 1981, 2. 25.
  3. a b „Ich zünde den Ort an, wenn's nicht hilft“. 1949 kam der erste Schrothgast nach Oberstaufen und wurde geheilt - Johann Schroth: vom Fuhrmann zum Naturheiler. all-in.de, 24. März 2006.
  4. a b Bianca Keybach: Seit 60 Jahren sprudelt im Allgäu ein Jungbrunnen. gesundheits-kataloge.de, 16. Dezember 2008.