Hermann Dannheimer

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Hermann Dannheimer (* 9. Dezember 1929 in Taschendorf, Mittelfranken) ist ein deutscher Mittelalterarchäologe.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Dannheimer studierte Vor- und Frühgeschichte an der Universität München und wurde 1957 promoviert. 1958/59 erhielt er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Von 1960 bis 1984 war er Konservator an der Prähistorischen Staatssammlung in München, von 1984 bis zu seiner Pensionierung Ende 1994 deren Direktor.

Archäologische Zweigmuseen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schwerpunkt seiner Amtszeit war die Einrichtung staatlicher archäologischer Zweigmuseen in Passau, Neuburg a.d. Donau, Bad Königshofen, Aichach, Amberg und Mindelheim. Für die Zweigmuseen Landau a.d. Isar und Neu-Ulm wurden die Planungen begonnen.[1][2]

Klosterlandschaft in Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit war und ist die Erforschung der frühmittelalterlichen Klosterlandschaft in Bayern, insbesondere der Klöster im Chiemsee auf der Fraueninsel[3] und Herreninsel[4][5].

Gräberfeld von München-Aubing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daneben richtete er sein Interesse auf die Reihengräberfelderzeit und veröffentlichte eine Monographie über das Gräberfeld von München-Aubing.

Etwa einen Kilometer nordöstlich des Ortszentrums von Aubing, am heutigen Bebauungsrand nördlich der Bergsonstraße, befand sich ein Reihengräberfeld aus dem 5. bis 7. Jahrhundert mit 862 Gräbern, in denen 881 Personen bestattet waren. 1938 entdeckt und auch teilweise ausgegraben wurde die Fundstelle während der archäologischen Folgeuntersuchungen zwischen 1961 und 1963 vollständig abgetragen. Die ergrabenen Objekte befinden sich heute in der Archäologischen Staatssammlung München. Landesgeschichtliche Bedeutung gewann das Gräberfeld, weil es eines der größten in Bayern aus der Umbruchzeit zwischen dem Ende der römischen Herrschaft und den ersten überlieferten Erwähnungen der Bajuwaren ist.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Regesta Imperii, Veröffentlichungen von Hermann Dannheimer abgerufen am 20. März 2018

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Filip: Enzyklopädisches Handbuch zur Ur- und Frühgeschichte Europas, Band 1. Academia, Prag / W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1966, S. 270.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Museen in Bayern abgerufen am 22. März 2018
  2. Zweigmuseen der Archäologischen Staatssammlung abgerufen am 22. März 2018
  3. Sammelwerk zu Frauenwörth abgerufen am 22. März 2018
  4. Sammelwerk zum Kloster auf der Herreninsel abgerufen am 22. März 2018
  5. Sammelwerk zum Kloster auf der Herreninsel abgerufen am 22. März 2018