Hermann Hagestedt

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Hermann Hagestedt (* 10. Mai 1903 in Monbijou bei Malmedy; † 23. Dezember 1976 in Dahlhausen (Hennef)) war ein deutscher Dirigent, der hauptsächlich für den Westdeutschen Rundfunk tätig war und dadurch öffentlich bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1907 kam Hagestedt nach Moers, wo er die Grundschule und das humanistische Gymnasium besuchte. Der gute Schüler gab Komödiant als Berufsziel an, besann sich aber noch und schlug die Musikerlaufbahn ein. Er studierte Violine bei Marcel Clerc in Duisburg und seit 1921 bei Walter Schulze-Prisca in Köln, wobei er mit Jobs unter Tage für seinen Lebensunterhalt sorgte. Bei Carl Körner an der Musikhochschule Köln schloss er 1925 bis 1930 sein Studium ab. Bereits im Jahre 1930 wurde er Konzertmeister und stellvertretender Dirigent des Kölner Philharmonischen Orchesters. Einer Nervenentzündung im linken Arm wegen musste er 1934 das Geigenspiel aufgeben. So verlagerte er seine Aktivitäten auf das Dirigieren.

Willy Schneider – Man müsste noch mal zwanzig sein (Juni 1953)

1932 wurde er Mitglied des Westdeutschen Kammerorchesters unter der Leitung von Hermann Spitz im Westdeutschen Rundfunk und dort ebenfalls bald Konzertmeister. 1934 stieg er vom Geigenbogen zum Taktstock um und übernahm als Dirigent die Leitung des Westdeutschen Kammerorchesters, aus dem 1936 das Hermann-Hagestedt-Orchester mit etwa 20 Mitgliedern hervorging. Aber auch außerhalb des Senders gab es ein breites Betätigungsfeld. Während des Krieges spielte er mit seinem Tanzorchester vor den deutschen Besatzungstruppen. Gleich nach dem Krieg baute er mit seinen Orchestermitgliedern als Kern das heutige WDR Rundfunkorchester Köln auf. Er war mit Hermann Hagestedt und Seinem Orchester bei Männergesangsvereinen zu Gast und er begleitete instrumental regelmäßig die Prunksitzung des Kölner Karnevals und spielte die dazugehörigen Karnevalslieder, etwa Am Aschermittwoch ist alles vorbei (1950) und Wir kommen alle in den Himmel (1952; jeweils Jupp Schmitz) auf Schallplatten ein.

Er begleitete vor allem Schlagersänger bei Schallplattenaufnahmen, zum Beispiel Jupp Schmitz bei seinem Karnevalslied Wer soll das bezahlen? (aufgenommen am 21. Oktober 1949) oder Willy Schneider bei Man müßte noch mal zwanzig sein (Juni 1953). Beinahe alle Schallplattenaufnahmen von Willy Schneider für Polydor wurden von Hagestedts Orchester musikalisch untermalt. Hagestedt spielte jedoch auch etliche Titel aus dem Bereich der gehobenen Unterhaltungsmusik für Polydor ein. 1959 erhielt er zudem den Dirigentenauftrag für die Fernsehproduktion Peterchens Mondfahrt (Premiere am 25. Dezember 1959). Bis zum Jahre 1968 leitete Hagestedt beim WDR das nach ihm benannte Orchester, mit dem er für den WDR eine Vielzahl von Aufnahmen produzierte. Seine Nachfolge als Orchesterleiter übernahmen 1968 Curt Cremer und Heinz Geese des nunmehr als Kölner Rundfunkorchester firmierenden Ensembles. Hagestedt hatte 1968 sein Pensionsalter erreicht.

Hermann Hagestedt wurde auf dem Kölner Nordfriedhof beigesetzt.

Tondokumente (ohne Singles)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • WDR-Mittagskonzerte mit Hermann Hagestedt (3-CD-Box), TMK, 2011.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Hagestedt: Hagestedt, Hermann. In: Dietrich Kämper (Hrsg.): Rheinische Musiker. Band 6 (= Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte (Hrsg.): Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte, Band 80), Arno Volk-Verlag, Köln 1969, S. 70 (Auszug)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]