Hermann Haken (Politiker)

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Hermann Haken
Grab in Stettin (Büste von Karl Ludwig Manzel)

Hermann Haken (* 3. Mai 1828 in Köslin; † 16. Juli 1916 in Stettin)[1] war ein deutscher Jurist und Politiker. Große Bekanntheit erlangte er als wohl bedeutendster Oberbürgermeister von Stettin. Während seiner 29 Jahre währenden Amtszeit entwickelte er die Hauptstadt Pommerns zur modernen Großstadt und zu einer der wichtigsten Industrie- und Hafenstädte im Ostseeraum.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haken studierte in Greifswald und Berlin Rechtswissenschaften. 1847 wurde er Mitglied des Corps Pomerania Greifswald.[2] Seine Bestimmung als Bürgermeister fand er zunächst in der pommerschen Hafenstadt Kolberg. Neben seiner kommunalpolitischen Tätigkeit war Haken zwischen 1873 und 1878 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Er war Mitglied der nationalliberalen Partei.[3]

1878 wurde Haken Oberbürgermeister von Stettin. In diesem Amt veranlasste er einen großzügigen Ausbau der Stadt zur modernen Großstadt. Der Seehafen wurde erweitert und an die Bedürfnisse der industriellen Epoche angepasst. Westlich der Altstadt entstand zwischen 1882 und 1910 auf Hakens Initiative ein großzügiger gründerzeitlicher Stadtteil, die heutige Innenstadt. Am engsten mit dem Namen des Bürgermeisters wird jedoch die nach ihm benannte Uferstraße Hakenterrasse verbunden. Auf dem Gelände des aufgegebenen Forts Leopold nördlich der Altstadt entstand zwischen 1900 und 1914 eine repräsentative Uferpromenade mit breiter Treppe zum Oderufer, flankiert von Pavillons im Jugendstil. Auch die Anlage des Stettiner Hauptfriedhofs geht auf Hakens Initiative zurück.

Haken vertrat zwischen 1895 und bis zu seiner Pensionierung 1907 die Stadt Stettin im preußischen Herrenhaus. Sein Nachfolger als Oberbürgermeister wurde Friedrich Ackermann.

Hermann Haken wurde noch zu Lebzeiten mit der Ehrenbürgerwürde der Städte Kolberg und Stettin ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Kramp: Stettiner Persönlichkeiten (24): Hermann Haken, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Stettin. In: Stettiner Bürgerbrief. Nr. 28 (2002), ISSN 1619-6201, S. 39–42.
  • Edward Włodarczyk: Hermann Haken jako burmistrz Kołobrzegu i nadburmistrz Szczecina. In: Zeszyty Naukowe Uniwersytetu Szczecińskiego / Szczecińskie Studia Historyczne 234=11 (1998), S. 69–80, dt. Res. 80: Hermann Haken als Bürgermeister in Kolberg und Oberbürgermeister in Stettin.
  • Eckhard Wendt: Stettiner Lebensbilder (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe V, Band 40). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2004, ISBN 3-412-09404-8, S. 221–223.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ryszard Kotla: Szczecins herausragende Persönlichkeiten des 19. und 20. Jh.@1@2Vorlage:Toter Link/www.warcino.eduks.pl (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Kösener Korpslisten 1910, 93, 238
  3. Bernhard Mann (Bearb.) unter Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh, Thomas Kühne: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3). Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 164; zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 260–262.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]