Hermann Huber (Maler)

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Hermann Huber (geboren 13. September 1888 in Wiedikon; gestorben 9. Dezember 1967 in Hirzel) war ein Schweizer Maler und Graphiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Huber besuchte die Schule in Wiedikon, wo er 1900 seinen zukünftigen Künstlerkollegen Reinhold Kündig kennenlernte, der 1916 seine Schwester Hedi heiratete. An der Kunstgewerbeschule Zürich schloss er Freundschaft mit Otto Meyer (Otto Meyer-Amden). Nach Aufenthalten in Düsseldorf, Berlin und München und ersten Verkäufen eigener Radierungen ging er 1908 mit Kündig nach Rom und im Folgejahr mit Jan Verkade (Willibrord Verkade) nach Jerusalem, wo er an der Ausmalung der Dormitio-Abtei mitarbeitete. Zurück in Zürich stellte er seine Bilder aus Palästina aus und hatte eine Gemeinschaftsausstellung mit Kündig, Victor Schulte und Eduard Bick im Kunsthaus Zürich. 1911 wurde er Mitglied in der von Hans Arp, Werner Helbig und Oskar Lüthy gegründeten avantgardistischen Vereinigung Der Moderne Bund. Bei der Berliner Sezession stellte er 1911, 1912 und 1918 aus, auch bei der Sonderbundausstellung 1912 in Köln war er vertreten. 1912/13 hielt er sich mit Willi Baumeister und Meyer in Amden auf, Meyer blieb dort bis 1928. Im Jahr 1913 zeigte Herwarth Walden im Ersten Deutschen Herbstsalon in Berlin drei Ölbilder und elf Radierungen von ihm.[1] 1914 zählte er zu den 24 Künstlern, die Adolf Hölzel im sogenannten „Expressionisten-Saal“ im Rahmen der großen Stuttgarter Kunstausstellung des Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein vorstellte.[2]

1914 heiratete er Eveline Grisebach, eine Cousine des Philosophen Eberhard Grisebach, die er 1913 bei Cuno Amiet kennengelernt hatte. 1915 wendete Huber sich von der expressionistischen Bildsprache ab.

Bruno Cassirer führte 1923 eine Einzelausstellung in Berlin durch. Bereits 1924 erschien eine Monographie über den erst 36-jährigen Künstler, verfasst von Hans Trog, dem Kunstkritiker der Neuen Zürcher Zeitung, und Curt Glaser, dem Berliner Kunstkritiker. 1932/33 beherbergte er den todkranken Meyer-Amden bei sich auf der Halbinsel Au. Ab 1933 lebte er zurückgezogen in Sihlbrugg.

Zum Höhepunkt seiner Wirkung in der Schweiz wurde die im Kunsthaus Zürich 1943/44 gezeigte Retrospektive.

Literatur / Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Kasten: Huber, Hermann. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 75, de Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-023180-9, S. 267–269.
  • Andrea Köhler: Hermann Huber, in: Otto Meyer-Amden. Begegnungen mit Oskar Schlemmer, Willi Baumeister, Hermann Huber und anderen Künstlern. Kunstmuseum Bern, 15. Nov. 1985 - 26. Jan. 1986. Bern, 1986 S. 175–177

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erster Deutscher Herbstsalon. Berlin 1913. Berlin  : Verl. Der Sturm , 1913, S. 20. Im Kataloganhang wird von Huber Bild I gezeigt.
  2. Ausstellungskatalog Kunst-Ausstellung Stuttgart 1914, Kgl. Kunstgebäude, Schloßplatz, Mai bis Oktober, hrsg. vom Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein, Stuttgart 1914, S. 47, Kat.–Nr. 402 („Verkünder“).