Hermann Kinkelin

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Hermann Kinkelin (* 11. November 1832 in Bern; † 2. Januar 1913 in Basel) war ein Schweizer Mathematiker und Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Seine Familie kam aus Lindau am Bodensee, 1867 wurde er in Basel eingebürgert. Kinkelin war von 1865 bis 1895 Professor für Mathematik an der Universität Basel. Er war ein bedeutender Statistiker, er gründete die Schweizerische statistische Gesellschaft und die Statistisch-volkswirtschaftliche Gesellschaft in Basel und leitete 1870 und 1880 die Eidgenössische Volkszählung in Basel.

Kinkelin war Freisinniger. Von 1867 bis 1902 gehörte er dem Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt an, 1877 und 1879 als dessen Präsident. Nach den Parlamentswahlen 1890 war er bis 1899 im Nationalrat.

Die Konstante von Glaisher-Kinkelin trägt die Namen von J. W. L. Glaisher und Kinkelin. In Basel sind nach ihm die Hermann-Kinkelin-Strasse, das Hermann-Kinkelin-Schulhaus (siehe Gymnasium Kirschgarten) und die Hermann-Kinkelin-Turnhalle benannt.

Schriften[Bearbeiten]

Artikel[Bearbeiten]

  • Untersuchung über die Formel \scriptstyle n F(n x) = f(x) + f(x + \frac{1}{n}) + f(x + \frac{2}{n}) + \ldots f(x + \frac{n-1}{n}). Archiv der Mathematik und Physik 22, 1854, S. 189–224 (Google Books, dito)
  • Die Fundamentalgleichungen der Function Γ(x), Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern 385 und 386, 1857, S. 1–11 (Internet-Archiv, dito)
  • Ueber einige unendliche Reihen, Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern 419 und 420, 1858, S. 89–104 (Google Books)
  • Ueber eine mit der Gammafunction verwandte Transcendente und deren Anwendung auf die Integralrechnung, Journal für die reine und angewandte Mathematik 57, 1860, S. 122–138 (GDZ)
  • Die schiefe axonometrische Projektion, Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich 6, 1861, S. 358–367 (Google Books)
  • Zur Theorie des Prismoides, Archiv der Mathematik und Physik 39, 1862, S. 181–186 (Google Books, dito, dito)
  • Beweis der drei Brüder für den Ausdruck des Dreieckinhaltes durch die Seiten, Archiv der Mathematik und Physik 39, 1862, S. 186–188 (Google Books, dito, dito)
  • Neuer Beweis des Vorhandenseins complexer Wurzeln in einer algebraischen Gleichung, Mathematische Annalen 1, 1869, S. 502–506 (Google Books, GDZ, Jahrbuch-Rezension)
  • Die Berechnung des christlichen Osterfestes, Zeitschrift für Mathematik und Physik 15, 1870, S. 217–228 (Internet-Archiv)
  • Vortrag in Die Basler Mathematiker Daniel Bernoulli und Leonhard Euler, Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel 7 (Anhang), 1884, S. 51–71 (Internet-Archiv)
  • Constructionen der Krümmungsmittelpunkte von Kegelschnitten, Zeitschrift für Mathematik und Physik 40, 1895, S. 58–59 (Internet-Archiv, Jahrbuch-Rezension)
  • Zur Gammafunktion, Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel 16, 1903, S. 309–328 (Internet-Archiv, dito)

Monographien[Bearbeiten]

  • Allgemeine Theorie der harmonischen Reihen mit Anwendung auf die Zahlentheorie, Schweighauser, Basel 1862 (Google Books)
  • Die gegenseitigen Huelfsgesellschaften der Schweiz im Jahr 1865. Les sociétés de secours mutuels de la suisse en 1865, G. A. Bonfantini, Basel 1868 (Google Books; Rezension)
  • Kurze Belehrung über das metrische Maß und Gewicht, 1876; Nachdruck: Andreas Mächler, Riehen 2006, ISBN 3-905837-02-1

Literatur[Bearbeiten]