Hermann Scheler (Philosoph)

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Hermann Scheler (* 23. November 1911 in Ernstthal bei Neuhaus; † 25. Januar 1972 in Berlin)[1] war Widerstandskämpfer, deutscher marxistisch-leninistischer Philosoph und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheler wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Schon in seiner frühen Jugend wurde er Mitglied und bald darauf Funktionär im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD). Im Jahre 1932 wurde er Redakteur einer sozialistischen Zeitung. Nach der Machtübertragung an die NSDAP war Hermann Scheler im Widerstand gegen den Nationalsozialismus tätig. Von Mai bis Dezember 1933 leitete er die Gruppe der „Kommunistischen Partei (Opposition)“ (KPO) in Thüringen. Er gehörte zur Geraer Widerstandsgruppe Gießner.[2] Noch im selben Jahr wurde er wegen verbotener kommunistischer Propaganda verhaftet, zu einer Zuchthausstrafe verurteilt und im Anschluss in ein Konzentrationslager überstellt.

In den Jahren 1950 bis 1962 war er an der Humboldt-Universität in Berlin tätig. Nach Erlangung seines Abschlusses mit Diplom hatte er eine zweijährige Aspirantur inne. Daran schloss sich 1955 seine Promotion über Probleme der marxistisch-leninistischen Theorie von Krieg und Frieden an. Anschließend war er als Dozent tätig und ab 1958 mit einer Professur für Dialektischen und Historischen Materialismus betraut.

Im Jahre 1959 nahm Scheler am IV. Weltkongress für Soziologie in Stresa/Italien teil und leitete damit einen Schritt ein zur Anerkennung der Soziologie als wissenschaftliches Fachgebiet in der DDR.

Von 1962 bis 1965 war er als Abteilungsleiter im Institut für Philosophie an der Akademie der Wissenschaften der DDR tätig.

Von 1965 bis 1968 besetzte er den Lehrstuhl für philosophische Probleme der Gesellschaftswissenschaften an der Sektion Marxistisch-leninistische Philosophie der Humboldt-Universität in Berlin. Im Jahre 1968 erfolgte seine Emeritierung.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigene Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einführung in den historischen Materialismus, Berlin : Deutscher Verlag d. Wiss., VEB, 1975
  • Aufsätze zum historischen Materialismus, Berlin : Deutscher Verlag d. Wiss., VEB, 1973
  • Über das Verhältnis von Spontaneität und Bewußtheit, Berlin-Karlshorst : Hochschule f. Ökonomie, 1964
  • Über das Verhältnis von Spontaneität und Bewusstheit, Berlin : Hochschule f. Ökonomie, 1962
  • Philosophische Probleme des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus, Berlin : VEB Dt. Verl. d. Wissenschaften, 1959
  • Der Marxismus-Leninismus über Religion und Kirche, Berlin : Gewerkschaft Unterricht u. Erziehung, [19]58
  • Die Stellung des Marxismus-Leninismus zur Religion, Berlin : Dietz, 1958, 2. Aufl., 31. – 50. Tsd.
  • Die Stellung des Marxismus-Leninismus zur Religion, Berlin : Dietz, 1958, 3. Aufl., 51. – 80. Tsd.
  • Der Marxismus über den imperialistischen Krieg in unserer Epoche, Berlin : Dietz, 1957, 1. – 5. Tsd.
  • Die Stellung des Marxismus-Leninismus zur Religion, Berlin : Dietz, 1957, 1. – 30. Tsd.
  • Der Marxismus-Leninismus über Religion und Kirche, Leipzig : Urania-Verl., 1956
  • Der Marxismus-Leninismus über Religion und Kirche, Leipzig : Dt. Nationalbibliothek, 1956, [Online-Ausg.]
  • Der Marxismus-Leninismus über den imperialistischen Krieg in der Epoche des Nebeneinanderbestehens von Kapitalismus und Sozialismus, o. O., [1955]

Mitwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historischer Materialismus und Sozialforschung, Berlin : Deutscher Verl. d. Wissenschaften VEB, 1966
  • Die Wissenschaft im Würgegriff des westdeutschen Militarismus, Berlin : Akademie-Verl., 1963
  • Soziologie und Gesellschaft, Berlin : Dietz, 1960

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Christoph Rau, Camilla Warnke, Peer Pastenack: Philosophie aus einer abgeschlossenen Welt: zur Geschichte der DDR-Philosophie und ihrer Institutionen, 2017, ISBN 3-86153-882-2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erhard Lang und Dietrich Alexander (Hrsg): Philosophenlexikon, Berlin 1983
  2. Betreuungsstelle Gera der VdN, Fragebogen Herbert Gutte, Blatt 10