Hermann Schreiber (Historiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hermann Schreiber (* 4. Mai 1920 in Wiener Neustadt; † 4. Mai 2014 in München[1]) war ein österreichischer Historiker und Schriftsteller.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Schreiber wurde als Sohn eines Buchhändlers geboren.[3] Er studierte Germanistik, Philosophie und Ästhetik in Wien und wurde 1944 bei Josef Nadler mit einer Arbeit über Gerhart Hauptmann zum Dr. phil. promoviert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er zunächst als Lektor und Redakteur der Zeitschriften Plan und Österreichisches Tagebuch, später als Chefredakteur des Geistigen Frankreichs und Teilhaber eines Verlages. Von 1948 bis 1954 war Schreiber zudem Wiener Repräsentant und Literary Agent des Daily Mirror.

Seit 1949 war er darüber hinaus als freier Schriftsteller tätig. 1951 wurde sein erster Roman veröffentlicht. Seither verfasste er über 100 Romane, Essays, Novellen und Sachbücher, zum Teil unter den Pseudonymen Ludwig Bühnau, Ludwig Berneck, Ludwig Barring und Lujo Bassermann. Einer breiten Leserschaft wurde Schreiber vor allem durch seine populärwissenschaftlichen Werke zu geschichtlichen Themen und Personen bekannt, von denen zahlreiche zu Bestsellern wurden. Dabei schrieb er ebenso Biografien (u. a. August der Starke), Ländergeschichten (Die Geschichte Schottlands) und Anthologien (Die Neue Welt) wie allgemeingeschichtliche Abhandlungen (Die Hunnen). 2000 erschienen Schreibers Memoiren unter dem Titel Bücher, Frauen, Bücher.

Außerdem arbeitete er als Übersetzer französischer Literatur, u. a. von Georges Simenon.

Hermann Schreiber war der Bruder des Schriftstellers Georg Schreiber, mit dem er auch einige Bücher verfasste.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968: Verleihung des Professorentitels durch den österreichischen Bundespräsidenten
  • 1983: Kulturpreis der Stadt Baden bei Wien

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Glut im Rücken, Wiener Volksbuchverlag, 1952.
  • Sturz in die Nacht, Berlin, Verlag der Nation, 1955.
  • Sinfonie der Strasse, Düsseldorf, Econ, 1959.
  • Paris – Biographie einer Weltstadt, München, Piper, 1967.
  • Der verkommene Regent (1. Versailles-Roman), München, Schneekluth, 1977.
  • Die Bastionen de Ruhms (2. Versailles-Roman), München, Schneekluth, 1978.
  • Das Schiff aus Stein. Venedig und die Venezianer, München, List, 1979.
  • Der verratene Traum (3. Versailles-Roman), München, Schneekluth, 1979.
  • Mein Sarg bleibt leer. Erzählungen, München, Schneekluth, 1980, ISBN 3-7951-0655-9.
  • Die Mätresse (4. Versailles-Roman), München, Schneekluth, 1981.
  • Ein König und die Liebe (5. Versailles-Roman), München, Schneekluth, 1982.
  • Blutroter September (6. Versailles-Roman), München, Schneekluth, 1983.
  • Wie die Deutschen Christen wurden, Bergisch Gladbach, Lübbe, 1984, ISBN 3-7857-0343-0.
  • Auf Römerstrassen durch Europa, München, Paul List, 1985; Eltville am Rhein, BechterMünz, 1991.
  • Unsere frühen Bischofssitze, Frankfurt a. M., Umschau, 1989, ISBN 3-524-65008-2.
  • Die Belle Epoque. Paris 1871–1900, München, List, 1990, ISBN 3-471-78747-X.
  • Auf den Spuren der Goten, München, List, 1977, ISBN 3-471-78912-X; Augsburg, Weltbild, 1993, ISBN 3-89350-555-5.
  • Die Vandalen. Siegeszug und Untergang eines germanischen Volkes, Bindlach, Gondrom, 1993, ISBN 3-8112-1024-6.
  • Halbmond über Granada. 8 Jahrhunderte maurischer Herrschaft in Spanien, Augsburg, Weltbild, 1995, ISBN 3-86047-092-2.
  • Land im Osten. Verheißung und Verhängnis der Deutschen, Augsburg, Bechtermünz, 1995, ISBN 3-86047-108-2.
  • Die Geschichte Schottlands, Augsburg, Weltbild, 1996, ISBN 3-89350-237-8.
  • Die Hunnen. Attila probt den Untergang, Augsburg, Weltbild, 1997, ISBN 3-89350-714-0.
  • Irland. Seine Geschichte – seine Menschen, Gernsbach, Katz 1997, ISBN 3-925825-65-7.
  • August der Starke, Gernsbach, Katz, 2000, ISBN 3-925825-76-2.
  • Bücher, Frauen, Bücher. Erinnerungen, München, Drei Ulmen, 2000, ISBN 3-926087-22-6.
  • Geschichte der Alchemie, München, Drei Ulmen, 2006, ISBN 3-89996-511-6.
  • Marco Polo, München, cbj, 2006, ISBN 3-570-13258-7 (GEOlino Edition, 12)
  • Der deutsche Orden unter den Kreuzrittern, Hamburg, Nikol, 2008, ISBN 978-3-937872-80-3.
  • Ritter, Tod und Teufel – Kaiser Maximilian I. und seine Zeit, Gernsbach, Katz, 2008, ISBN 978-3-8289-0894-9.
  • Die zehn Gebote – Der Mensch und sein Recht, Wien/Düsseldorf, Econ, 1962, ISBN 3-430-18039-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung vom 7. Mai 2014
  2. Hermann Schreiber. In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2014/2015: Band I: A-O. Band II: P-Z., Walter De Gruyter Incorporated, 2014, S. 949, ISBN 978-3-11-033720-4.
  3. Hannes Hintermeier: Der Allrounder. Zum Tode von Hermann Schreiber. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Mai 2014, S. 14.