Hermann Simon (Historiker)

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Hermann Simon (4. v. l.), 1988

Hermann Simon (* 1949 in Berlin) ist ein deutscher Historiker und Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn der Klassischen Philologin und Philosophiehistorikerin Marie Simon sowie des Judaisten Heinrich Simon wuchs Hermann Simon in Ostberlin auf. Seine Familie war Mitglied in der Jüdischen Gemeinde Ostberlin, welche aber wegen des Holocaust und der Emigration in den Nachkriegsjahren sehr klein war. Er studierte an der Humboldt-Universität Berlin Geschichte und Orientalistik, mit anschließendem Graduiertenstudium in Prag. Von 1975 bis 1988 arbeitete er am Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin. Seit der Gründung 1988 ist er Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum, worüber er u.a. zu DDR-Zeiten dem MfS Mitteilung machte[1].

In der Berliner Gemeinde gilt er neben Andreas Nachama als Vertreter des „liberalen Flügels“.

Hermann Simon ist mit Deborah geborene Rix verheiratet und lebt mit seiner Familie in Berlin.

Schriften[Bearbeiten]

Hermann Simon beschäftigt sich in seinen zahlreichen Publikationen insbesondere mit Problemen der Geschichte der Juden in Deutschland. Er ist u. a. Herausgeber der Reihen „Jüdische Miniaturen“, „Jüdische Memoiren“ und der Schriftenreihe des Centrum Judaicum.[2] Außerdem veröffentlichte er einige Artikel im Bereich Numismatik und Kataloge zu Berliner Ausstellungen.

  • mit Irene Stratenwerth (Hrsg.): Pioniere in Celluloid. Henschel, Berlin 2004, ISBN 3-89487-471-6.
  • mit Irene Stranwerth, Roland Hinrichs: Lemberg. Eine Reise nach Europa. Links, Berlin 2007, ISBN 978-3-86153-459-4 (Begleitband zur Ausstellung der Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum Berlin: „Wo ist Lemberg?“ vom 2. September bis 2. Dezember 2007).
  • Jüdisches Berlin. Kultur-Karte: Museen, Gedenkstätten, Synagogen, Friedhöfe, Restaurants, Cafés, Shopping, Business , Mosse Verlag der Jüdischen Allgemeine, Berlin 2001, 2003, 2009, ISBN 3-935097-09-3 / ISBN 3-935097-01-8 (Jewish Berlin, englisch).
  • mit Salomon Korn, Julian Nida-Rümelin u.a.: Jüdisches Museum Berlin. Sonderpublikation zur Eröffnung. Mosse Verlag der Jüdischen Allgemeine, Berlin 2001, ISBN 3-935097-06-9.
  • mit Beate Meyer, Chana C. Schütz (Hrsg.): Juden in Berlin 1938-1945. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung in der Stiftung "Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum", Philo Verlagsgesellschaft, Berlin 2000, ISBN 3-8257-0168-9.
  • Die Neue Synagoge Berlin. Geschichte. Gegenwart. Zukunft, Edition Hentrich, Berlin 1991, ISBN 3-89468-014-8.
  • Moses Mendelssohn. Gesetzestreuer Jude und deutscher Aufklärer. Herausgegeben von Centrum Judaicum, Hentrich & Hentrich, Berlin 2012, ISBN 978-3-942271-58-5 (= Jüdische Miniaturen, Band 1).
  • mit Irene Stratenwerth und Marie Jalowicz Simon: Untergetaucht. Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940–1945. Mit einem Nachwort von Hermann Simon. Fischer, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-10-036721-1 (die Geschichte seiner Mutter)[3]
    • als Hörbuch: Nicolette Krebitz liest: Untergetaucht. Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940-1945, mit Originaltonaufnahmen von Marie Jalowicz Simon, bearbeitet von Irene Stratenwerth und Hermann Simon, Regie: Vera Teichmann. Lesefassung: Irene Stratenwerth, 7 CDs (8 Std. 16 Min.), Argon, Berlin 2014, ISBN 978-3-8398-1316-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel über die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR, Focus 45/1997.
  2. Informationen über den Kurator Hermann Simon.
  3. Überleben in der Nazi-ZeitEine Jüdin im Berlin der 1940er-Jahre 24. März 2014