Hermann Tietz (Kaufmann)

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Familiengruft Tietz auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee

Hermann Tietz (* 29. April 1837 in Birnbaum, Provinz Posen; † 3. Mai 1907 in Berlin) war ein deutscher Kaufmann jüdischen Glaubens und Namensgeber des Warenhaus-Unternehmens Hertie.

Hermann Tietz, der zwei Jahrzehnte in Amerika gelebt und Erfahrungen mit dem dortigen Wirtschaftsleben gesammelt hatte, finanzierte 1882 seinem Neffen Oscar Tietz (1858–1923) die Gründung eines Textil-Einzelhandelsgeschäfts in Gera, schied aber noch im gleichen Jahr als Teilhaber aus. Die Finanzierung der Expansion in andere Städte (unter seinem Namen), die Einführung neuer Verkaufspraktiken und -techniken waren eine der Grundlagen, die Hermann Tietz für den Erfolg des Unternehmens legte.

Markus Tietz (1849–1901) war ein jüngerer Bruder von Hermann, der 1886 gemeinsam mit einem weiteren Bruder Karl und Unterstützung von Hermann Tietz das Warenhaus "H. & C. Tietz" (für Hermann und Chaskel) in Bamberg, Hauptwachestraße 14, gründeten. Bereits ab 1887 nur noch Markus Tietz Eigentümer. Das Bamberger Haus eröffnete weitere Filialen in Schweinfurt, Erfurt, Chemnitz, Gera und Frankfurt am Main. 1901, nach dem frühen Tod von Bruder Markus Tietz, übernahm dessen auch in Birnbaum als Julie Baumann geborene Ehefrau Julie Tietz (1853–1930) die Geschäftsführung.

Hermann Tietz wurde in einem Ehrengrab der Stadt Berlin auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee, im Feld O2 beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Tietz: Hermann Tietz. Geschichte einer Familie und ihrer Warenhäuser. DVA, Stuttgart 1965.
  • Arthur Prinz: Juden im deutschen Wirtschaftsleben. Soziale und wirtschaftliche Struktur im Wandel (1850–1914). Mohr, Tübingen 1984, ISBN 3-16-744825-3, S. 103 (und öfter).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]